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19:52 21.06.2019
Jakob Brunner, John Couwenberg, Hannes Damm, Cosima Tegetmeyer und Almut Mrotzek (v.l.) gehören zu den "Scientists for future Greifswald." Quelle: Stefanie Ploch
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Greifswald

Fast jeden Freitag gehen die Schüler in Greifswald auf die Straßen, um auf den Klimawandel aufmerksam zu machen. „Viele meinen, die Schüler hätten keine Ahnung von Klima“, sagt John Couwenberg. Der Biologe, der an der Universität arbeitet, stellt sich dagegen und meint: „Die Schüler haben Recht, wir sollten auf sie hören!“ Er und etwa 50 weitere Wissenschaftler aus haben sich zu der Bewegung „Scientists for Future Greifswald“ zusammengeschlossen, um mit Fakten auf den Klimawandel aufmerksam zu machen.

„Wir wollen verdeutlichen, dass der Klimawandel auch ganz konkret Auswirkungen auf die Region hat und diese für alle begreifbar machen“, sagt Hannes Damm. Es werde sonst vor allem auf globale Probleme hingewiesen, viele könnten sich nicht vorstellen, was damit gemeint sei. Persönliche Betroffenheit würde hingegen mehr Leute zum Umdenken anregen. „Wenn der Meeresspiegel genauso weiter steigt wie bisher, dann können wir in etwa 80 Jahren im Botanischen Garten schwimmen gehen, die meisten Teile der Stadt lägen unter Wasser“, so der Promotionsstudent der Physik weiter.

Warming Stripes als Logo der Scientists for Future

Auf ihrem Banner haben die Wissenschaftler die sogenannten „warming stripes“ – die Jahresmitteltemperaturen von 1881 bis heute – für Greifswald abgebildet. Das kälteste (dunkelblau) und wärmste (dunkelrot) Jahr unterscheiden sich in 3,7 Grad Celsius. „Die Grafik für die Region Greifswald basiert auf den Werten für das Tagesminimum der Lufttemperatur in zwei Metern Höhe, hauptsächlich der Station Greifswald“, berichtet Hannes Damm. „Fehlende Daten wurden auf Basis der Stationen Wieck (1964-1977) und Putbus (1881-1889) aufgefüllt. Für die Jahre 1931, 1945 und 1946 musste auf weiter entfernte Stationen zurückgegriffen werden, um den Zeitraum zu komplettieren.“ Dadurch sei die Grafik nicht zu hundert Prozent wissenschaftlich korrekt, da die Temperaturen einige Kilometer entfernt anders sein können. „Wenn jemand zuverlässige Zahlen aus Greifswald für diesen Zeitraum hat, dann nehmen wir diese gerne mit auf und aktualisieren unsere `warming stripes´“, sagt Damm. Dennoch würden die Streifen zeigen, dass die meisten heißen Jahre am Ende der Zeitreihe lägen und diese dort immer häufiger werden.

Dem 33-jährigen Jakob Brunner ist es wichtig, den Schülern von Fridays for Future unterstützend zur Seite zu stehen. „Diese Klimadebatte ist voller emotionaler Spannung“, sagt der Physiker. „Wenn wir diese Diskussion führen, dann müssen wir sie auch richtig führen und nicht zum Nachteil der Schüler, die nur auf die Missstände aufmerksam machen.“ Wichtige Argumente würden seiner Meinung nach durch Idealismus abgetan werden. Eine neutrale, aber wissenschaftliche Position zu beziehen, unabhängig von einer Parteiagenda, finde der Vater notwendig. Um die Jugendlichen zu unterstützen, würden die Scientists for Future Forderungen der Schüler wissenschaftlich prüfen und in Diskussion gehen, um zu schauen, ob die Forderungen realistisch sind und wie sie zum Klimaschutz beitragen.

Seit knapp zwei Wochen gibt es die Gruppe der Wissenschaftler, die sich für den Klimaschutz in Greifswald einsetzen. Doch große Pläne gehen bereits in die Zukunft. Bei der globalen Streikwoche vom 20. – 27.09. wollen die Wissenschaftler Vorlesungen über Klimathemen halten und organisieren sowie zum Wissenschaftsstreik der Universitätsmitarbeiter ausrufen – es wäre vorlesungsfreie Zeit, die Studenten würden wenig darunter leiden, meint Hannes Damm.

Stefanie Ploch

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