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Greifswald Christian Kruse tritt aus Greifswalder CDU-Fraktion aus
Vorpommern Greifswald Christian Kruse tritt aus Greifswalder CDU-Fraktion aus
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23:05 19.06.2019
Der Wiecker Ortsrat Christian Kruse auf dem Dorfplatz. Quelle: Eckhard Oberdörfer
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Greifswald

Ein kleines politisches Beben erschüttert die Hansestadt. Der Wiecker Christian Kruse ist aus der CDU-Fraktion der Bürgerschaft und aus der Partei ausgetreten. Das bestätigte der Politiker gegenüber der OZ. „Ich habe mir den Schritt reiflich überlegt und gute Gründe, will aber keine schmutzige Wäsche waschen“, sagte er.

Christian Kruse ist seit 25 Jahren CDU-Mitglied und gehört der Bürgerschaft seit 20 Jahren an. Er war gerade erst in geheimer Wahl als stellvertretender Fraktionsvorsitzender wiedergewählt worden. Er ist stellvertretender Vorsitzender des Ortsrates Wieck/Ladebow. „Ich bin menschlich enttäuscht“, kommentiert CDU-Fraktionschef Axel Hochschild. „Herr Kruse ist auch stellvertretender Stadtvorsitzender. Warum hat er sich vor zehn Tagen noch zum stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden wählen lassen, wenn er jetzt austritt?“

Auch, dass Kruse seinen Austritt nun mit der Klima- und Flüchtlingspolitik begründe, könne er nicht verstehen, zum Teil lägen die Ereignisse Jahre zurück.

Kruse kritisiert in seinem Schreiben die „konfuse Energiepolitik (Energiewende) zulasten der Verbraucher“ und die „kopflose Flüchtlingspolitik, die die unkontrollierte Einwanderung mit all seinen negativen Folgen möglich gemacht hat“. Die vom ihm beanstandete Bewegung der CDU nach links unter Kanzlerin Angela Merkel sei einer der Gründe, warum er aus der Partei ausgetreten sei, sagt Kruse.

Das sei aber für das Verlassen der Fraktion zweitrangig. Ihm gehe es vor allem um die Kommunalpolitik, um Greifswald. Kruse spricht von „unüberbrückbaren Unstimmigkeiten“ zwischen ihm und der Fraktion, ohne den Namen des Fraktionschefs zu nennen. „Ich fühlte mich als zweiter Vorsitzender nicht eingebunden“, sagt Kruse. Da seien zum Beispiel in der Personalpolitik einsame Entscheidungen getroffen worden, ohne dass er sich einbringen konnte, um einvernehmliche Lösungen zu erreichen. Hochschild schüttelt den Kopf. „Wir haben bisher nur eine Personalentscheidung getroffen“, sagt er. „Das ist die die zur Zählgemeinschaft mit Grit Wuschek. Von Herrn Kruse kam die einzige Gegenstimme.“

Kruse bleibt in der Bürgerschaft

Sein Mandat in der Bürgerschaft will Kruse wahrnehmen. Damit hat die CDU-Fraktion noch acht Mitglieder, mit Einzelbewerberin Grit Wuschek sind es neun Abgeordnete. Das ist wichtig für die Besetzung von Ausschüssen. Ebenfalls neun Abgeordnete gehören zur Zählgemeinschaft Grüne/Alternative Liste. Für Letztere zog Hulda Kalhorn ins Stadtparlament ein.

In der letzten Legislaturperiode saß Ulrich Rose für die Alternative Liste in der Bürgerschaft. Er war in einer Zählgemeinschaft mit der Linken verbunden.

Eckhard Oberdörfer

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