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Greifswald Greifswalder EU-Ergebnisse: Grüne und AfD mit deutlichen Gewinnen
Vorpommern Greifswald Greifswalder EU-Ergebnisse: Grüne und AfD mit deutlichen Gewinnen
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20:55 26.05.2019
Partylaune bei den Grünen angesichts der guten Ergebnisse der Europawahl Quelle: Anne Ziebarth
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Greifswald

Die Grünen und die AfD sind die klaren Gewinner der Europa-Wahl in Greifswald und im Landkreis. Mit deutlichen Zuwächsen von sieben Prozent lag die Öko-Partei mit 18,5 Prozent in Greifswald nur knapp zwei Punkte hinter der CDU, die vor fünf Jahren bei der Europawahl in der Hansestadt noch 29, 8 Prozent geholt hatte. Auch im Landkreis konnten die Grünen ihr Europawahl-Ergebnis nahezu verdoppeln. „Es war schon immer Zeit für die Grünen. Aber jetzt sind die äußeren Umstände so klar, dass unsere Visionen endlich durchdringen!“ jubelte Ulrike Berger. Erste Ergebnisse der Kreistagswahl liegen bislang noch nicht vor.

Verhaltene Stimmung bei der CDU im Greifswalder Restaurant Poro über die dramatischen Verluste bei der Europawahl: Die Christdemokraten mussten in Greifswald Verluste von rund zehn Prozent hinnehmen. "Die Aussagen von Manfred Weber zur Nord Stream Pipeline haben uns nicht gut getan", kommentierte Kreisvorsitzender Franz-Robert Liskow das kräftige Minus seiner Partei nach der Ausszählung fast aller Wahlbezirke. Im Kreis hofft er nun auf ein besseres Ergebnis. "Im Landkreis haben wir eine viel stärkere Personenwahl als bei Europa. Wir haben über Jahrzehnte bekannte und gute Kandidaten. Wir peilen um die 30 Prozent an." Sein Vater Egbert Liskow ergänzte: "Wir bleiben stärkste Partei. Aber das Ergebnis wird schlechter als vor vier Jahren."

Die AfD konnte in Greifswald ihr Europawahl-Ergebnis von 2014 (7,6 Prozent) auf 14,5 Prozent naheuzu verdoppeln und überholte damit die SPD und die Linke. “Wir konnten all die Bürger an uns binden, die meinen, dass Deutschland zuviel Souveränität nach Brüssel abgegeben hat und sich die EU zu stark in die Nationalstaaten einmischt“, kommentierte der AfD-Kreisvorsitzender Stephan Reuken das Ergebnis. „Ich bin frohen Mutes, dass wir im Kreistag und in der Bürgerschaft mit Fraktionsstärke einziehen werden.“ Der SPD-Mann Erik von Malottki zeigte sich schockiert über das Abschneiden der Rechtskonservativen. „Das AfD-Ergebnis ist erschreckend.“ Die Linken stürzten von 18, 5 Prozent auf 12,5 Prozent ab, die SPD von 18,8 Prozent auf 11 Prozent. Die FDP in Greifswald verbesserte sich von 2,3 auf 4,6 Prozent (Auszählung 51 von 55 Wahlbezirken in Greifswald). Hoffnung auf einen Sitz im Europa-Parlament kann sich der Greifswalder Politikwissenschaftler und Landeschef der Tierschutzpartei Robert Gabel machen.

Martina Rathke

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