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Greifswald Greifswalder Experte: „Intervallfasten ist für Gesunde ohne Risiko“
Vorpommern Greifswald

Greifswalder Experte: „Intervallfasten ist für Gesunde ohne Risiko“

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18:00 18.01.2020
Mats Wiese, Ernährungswissenschaftler Unimedizin Greifswald Quelle: privat
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Greifswald

Mats Wiese ist Ernährungswissenschaftler an der Greifswalder Unimedizin. Im Interview mit der OZ erzählt der Experte, wie er das Intervallfasten einschätzt und warum diese Abnehmmethode nicht unbedingt besser ist als eine herkömmliche Diät.

Herr Wiese, was halten Sie vom Intervallfasten?

Zunächst einmal gibt es ja nicht das eine Intervallfasten, sondern viele verschiedene Varianten. Bekannt ist das 16:8-Fasten. Ein anderes ist das 5:2, bei dem man zwei Fastentage einlegt und fünf Tage normal isst. Eine weitere Form ist das religiöse Fasten, etwa im Ramadan, das dem 16:8 ähnlich ist. Daneben unterscheiden die Fastenarten, was jeweils erlaubt ist. Das eine beinhaltet womöglich, in einer bestimmten Zeit gar keine Nahrung aufzunehmen, bei anderen Formen geht es um die energiefreie oder energiereduzierte Nahrungsaufnahme.

Wie betrachten Sie denn das Intervallfasten aus wissenschaftlicher Sicht?

Bislang wurden viele Effekte des Fastens anhand von Tierstudien aufgezeigt, wobei man diese nicht eins zu eins auf den Menschen übertragen kann. Es gibt aber auch schon erste Studien zu Menschen. Allerdings wurden die Veränderungen nur über einen Zeitraum von wenigen Wochen bis zu einem Jahr erfasst. Sie zeigen, dass das intermittierende Fasten tatsächlich geeignet ist, um Gewicht zu reduzieren. Gleichzeitig wurden Blutparameter, wie zum Beispiel Entzündungswerte, oder Stoffwechselparameter positiv beeinflusst. Metastudien indes konnten bislang nicht beweisen, dass das Intervallfasten einer konventionellen Reduktionsdiät überlegen ist.

Sehen Sie Risiken beim Intervallfasten?

Für gesunde Erwachsene nicht. Kurzzeitig kann es anfangs zu milden Kopfschmerzen, Kreislaufbeschwerden oder Schwächezuständen kommen. Warnen möchte ich hingegen vor exzessivem Fasten, das Essstörungen bis hin zu Mangelerscheinungen des Körpers verursachen kann. Im Zweifelsfall sollte sich jeder an einen Arzt wenden.

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