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Greifswald Greifswalder Hygieniker forscht zu Corona: So lange sind die Viren infektiös
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Greifswalder Hygieniker forscht zu Corona: So lange sind die Viren infektiös

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17:29 13.02.2020
Kunden in einem Supermarkt tragen Mundschutz beim Einkaufen. Corona-Erreger können bis zu neun Tage auf Oberflächen infektös bleiben. Quelle: -/CHINATOPIX/AP/dpa
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Greifswald

Der Greifswalder Hygieniker Günter Kampf hat zusammen mit einem Virologen aus Bochum wichtige Erkenntnisse zur Überlebensdauer von Coronaviren geliefert. Demnach können sich die Erreger bei Raumtemperatur bis zu neun Tage lang auf Oberflächen halten und infektiös bleiben.

Im Schnitt überleben sie zwischen vier und fünf Tagen, schreibt das Forschungsteam aus Greifswald und Bochum im „Journal of Hospital Infection”. „Kälte und hohe Luftfeuchtigkeit steigern ihre Lebensdauer noch”, sagte Günter Kampf vom Institut für Hygiene und Umweltmedizin der Universitätsmedizin Greifswald. Kampf ist seit 2009 außerordentlicher Professor am Institut für Hygiene und Umweltmedizin.

Hygieneprofessor Günter Kampf vom Institut für Hygiene und Umweltmedizin der Universitätsmedizin Greifswald Quelle: privat

Da es gegen Coronaviren keine spezifische Therapie gebe, sei die Vorbeugung gegen Ansteckungen wichtig, so Kampf. Wie alle Tröpfcheninfektionen verbreite sich das Virus auch über Hände und Oberflächen, die häufig angefasst werden. „Im Krankenhaus können das zum Beispiel Türklinken sein, aber auch Klingeln, Nachttische, Bettgestelle und andere Gegenstände im direkten Umfeld von Patienten”, erklärte Kampf.

Desinfektion mit Ethanol-Mitteln

Gemeinsam mit dem Virologen Eike Steinmann von der Ruhr-Universität Bochum hatte der Hygieniker für ein geplantes Fachbuch Erkenntnisse aus Studien über Coronaviren und deren Inaktivierung zusammengestellt. Aufgrund der aktuellen Lage veröffentlichten sie die wissenschaftlichen Fakten vorab.

Die Forscher nehmen an, dass ihre Erkenntnisse über andere Coronaviren auf das neue Virus SARS-CoV-2 übertragbar sind. „Es wurden unterschiedliche Coronaviren untersucht, und die Ergebnisse waren alle ähnlich”, erklärte Steinmann.

Zur Desinfektion empfehlen die Forscher Mittel auf der Basis von Ethanol, Wasserstoffperoxid oder Natriumhypochlorit. Wende man diese in richtiger Konzentration an, reduzierten sie die Zahl der infektiösen Coronaviren binnen einer Minute drastisch - von einer Million auf nur noch 100 krankmachende Partikel. Würden Präparate auf anderer Wirkstoffbasis verwendet, sollten sie zumindest „begrenzt viruzid" sein. „In der Regel genügt das, um die Gefahr einer Ansteckung deutlich zu reduzieren”, meinte Kampf. Andere Forscher hatten zuvor zu häufigerem Händewaschen geraten.

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Von dpa/MR

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