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Greifswald Druck auf Ungeimpfte wächst: Greifswalder Initiative bietet psychologische Impf-Beratung an
Vorpommern Greifswald

Greifswalder Initiative bietet psychologische Impf-Beratung an 

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14:34 21.12.2021
Eva-Lotta Brakemeier ist Leiterin des Zentrums für Psychologische Psychotherapie der Universität Greifswald.
Eva-Lotta Brakemeier ist Leiterin des Zentrums für Psychologische Psychotherapie der Universität Greifswald. Quelle: privat
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Greifswald

Der Druck auf Ungeimpfte wächst weiter: Für manche Menschen ist der Gedanke an eine Impfung mit großen Ängsten, Zweifeln und quälenden Fragen nach Nebenwirkungen oder der Sicherheit des neuartigen Impfstoffs verbunden.

Auch für Menschen mit einer besonders ausgeprägten Angst vor Spritzen mag der Gedanke an eine Impfung eine große Belastung darstellen. Für all jene, die mit solchen und ähnlichen Ängsten in Bezug auf die Impfung zu kämpfen haben, bietet der Lehrstuhl für Klinische Psychologie und Psychotherapie eine ergebnisoffene Beratung zur individuellen Impfentscheidung an.

Kooperation mit Unimedizin bei Impf-Beratung

Dort können Sorgen besprochen und persönliche Vor- und Nachteile einer Impfung abgewogen werden. Auf Wunsch begleiten ehrenamtliche Helfer auch die Klienten diskret und unter strikter Verschwiegenheit zur Impfung. Bei Bedarf, zum Beispiel zur Abklärung der Risiken bei bestimmten Vorerkrankungen, kooperiert der Lehrstuhl zudem mit Mitarbeitern der Universitätsmedizin Greifswald. Die Beratungsgespräche finden online über Zoom statt. Bei Interesse ist eine Anmeldung unter gemeinsampsychischgesund@uni-greifswald.de möglich.

Die Impf-Beratung ist eines von zwei Hilfsangeboten, das die vor zwei Monaten gegründete Initiative „Gemeinsam für psychische Gesundheit“ kurzfristig entwickelt hat. Über die Feiertage bietet die Initiative zudem ein offenes digitales Gruppenangebot an, dass sich an Menschen richtet, die sich psychisch belastet und/oder einsam fühlen.

Denn die knapp zwei Jahre andauernde Corona-Pandemie stellte viele Menschen vor besondere Herausforderungen – gerade vor den Weihnachts- und Neujahrstagen. Das Gruppengespräch findet bei Wunsch auch anonym statt und wird geleitet von Prof. Dr. Eva-Lotta Brakemeier, Dr. Janine Wirkner sowie dem Initiator der Initiative „DepriBuddy“, Alexander Liedke.

Stigmatisierung psychischer Erkrankungen abbauen

Die Sitzungen der Gruppe finden noch bis 4. Januar jeweils etwa 60 Minuten um 16 Uhr via Zoom statt. Themen der Gruppe sind unter anderem die gemeinsame positive Gestaltung der Feiertage, ein Rückblick auf das Jahr 2021 einschließlich Chancen und Möglichkeiten für das neue Jahr sowie die Reflexion eigener Stärken und Ressourcen. Wünsche der Gruppenmitglieder können zudem mit eingebracht werden.

„Wir möchten mit unseren Angeboten dazu beitragen, die Stigmatisierung psychischer Erkrankungen abzubauen. Betroffene leiden an Feiertagen häufig intensiver, da subjektiv wahrgenommene Einsamkeit oder auch Konflikte als besonders belastend erlebt werden können. Darum freue ich mich sehr, dass wir über das Netzwerk so viele Unterstützerinnen und Unterstützer gefunden haben, um über die Feiertage ein derartiges Angebot unterbreiten zu können“, erklärt Prof. Brakemeier.

Von chl