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Greifswald Greifswalder Kulturnacht bietet rund 40 Veranstaltungen
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Greifswalder Kulturnacht bietet rund 40 Veranstaltungen

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14:19 07.09.2021
In diesem Jahr ist das Trio „KlarinAkkord“ bei der 19. Greifswalder Kulturnacht mit dabei.
In diesem Jahr ist das Trio „KlarinAkkord“ bei der 19. Greifswalder Kulturnacht mit dabei. Quelle: Katrin Wöller
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Greifswald

Das Programmheftchen ist wieder etwas dicker. Dicker als im vorigen Jahr. Untrügliches Zeichen dafür, das da was geht: Mit rund 40 Veranstaltungsorten findet die 19. Greifswalder Kulturnacht am Freitagabend zwar noch nicht ganz zu ihrer alten Stärke zurück, bietet aber schon erheblich mehr Auswahl als im ersten Coronajahr. Ob Konzerte oder Lesungen, Theater oder Führungen, Workshops, Vorträge oder Ausstellungen – Greifswalds Kultur lebt und ist facettenreich wie ehedem, trotz Pandemie – oder gerade deswegen! „Schön, dass sich auch wieder neue Akteure an der Kulturnacht beteiligen“, freut sich Tobias Reppin vom Amt für Bildung, Kultur und Sport der Hansestadt, bei dem alle Fäden der Organisation zusammenlaufen. Dabei erobert das Event immer mehr Raum im Stadtgebiet.

Das Blasorchester Greifswald wird im Museumshafen ein Konzert geben. Quelle: Petra Hase

Drei Veranstaltungen in Wieck

„Mit gleich drei Veranstaltungen ist Wieck in diesem Jahr gut vertreten“, sagt Reppin. Dort beteiligt sich das Segelschulschiff „Greif“ zum ersten Mal an der Kulturnacht. An Bord des Zweimasters gibt es Musik mit dem „Bob Beeman Trio“. Daneben lädt der Gaffelschoner „Vorpommern“ zu einer musikalischen Schifffahrt ein. Die kleine Besetzung des Blasorchesters Greifswald beginnt ihre Fahrt über den Ryck an der Wiecker Klappbrücke mit dem Brückenzug um 18 Uhr. Am Museumshafen angekommen, wird das gesamte Orchester an der Hafenkante, Höhe Fangenturm, ab etwa 19.15 Uhr ein Konzert geben. Wer sich auf Tour begibt, kann vorab schon mal im Wiecker Hafenamt reinschauen: Dort ist bereits tagsüber eine neue Fotoausstellung mit dem Titel „Die letzten ihrer Zunft“ zu sehen. Das Projekt der Fotografen Franz Bischof und Jan Kuchenbecker zeigt die letzten im Hauptberuf tätigen Fischer an der deutschen Ostseeküste. Unter den 14 ausgewählten Porträts aus dem Bildband „Seesucht“ sind auch sechs Wiecker Fischer.

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Früher Start in den Kunstwerkstätten

Bevor die Kulturnacht offiziell um 17 Uhr mit den „Singenden Balkonen“ in Schönwalde II beginnt, stimmen gleich mehrere Einrichtungen in den Nachmittagsstunden auf die Kulturnacht ein, darunter die Kunstwerkstätten. Nicht ohne Grund: „Wir feiern Jubiläum“, sagt Melanie Wilkens, neue künstlerische Leiterin des Hauses. Wobei ihr Team aus der Not eine Tugend macht: Da der 20. Geburtstag der Jugendkunstschule ins Jahr 2020 fiel und keine große Party möglich war, feiert die Einrichtung nun 20+1. „Ab 15 Uhr gibt es mit NGLbrecht einen musikalischen Auftakt und im Anschluss zahlreiche Mitmach- und Schauwerkstätten“, verrät Wilkens.

Auch die Sternwarte Greifswald lädt am Freitag zu einem Besuch ein. Quelle: Philipp Schröder

Vorzeitig startet auch das Caspar-David-Friedrich-Zentrum. Dort geht es um 16 Uhr mit dem Seifenworkshop los. Gegen Abend bietet das Haus zudem Lesungen, im Fokus diesmal: romantische Schauerliteratur. Der Studienkreis in der Loefflerstraße 56 lädt ab 14 Uhr zur Ausstellung „Jugend und Träume“ mit Bildern von Elena Morarescu und Sebastian Witt ein. Ganztägig und digital ist das virtuelle Filmangebot des Gustaf-Dalman-Instituts zu erleben oder aber die Führung „Greifswalder Künstlerinnen“, bei der man die Stadt auf eigene Faust erkunden kann.

Theatermusiker Gregor Szramek bringt wieder sein Cello mit zur Greifswalder Kulturnacht. Quelle: UHGW

Konzerte zum Mitsingen und Tanzen

Zu den Highlights jeder Kulturnacht gehören zweifelsfrei die Konzerte. Romantisch-klassisch geht es beispielsweise in der Marienkirche zu, wenn Orgelmusik erklingt. Zum Mitsingen laden „KlarinAkkord“ im Hotel Kronprinz ein und die Greifswalder Musikschule stattet der Straze einen Besuch ab. Liebhaber von Cello-Musik dürfen sich wieder auf Gregor Szramek freuen, der zur Kulturnacht regelmäßiger Gast der Buchhandlung Scharfe ist und diesmal auch Musikerkollegen mitbringt. Zuvor gibt es dort Irish Folk zu erleben – coronabedingt vor der kleinen Buchhandlung. Die „Brasserie Hermann“ hingegen lädt ab 20 Uhr zur Jam-Session mit dem Session Kollektiv ein. Besucher des Comix können sich ab 20 Uhr auf Blues, Rock, Soul und Pop mit den „Einwegflaschen“ freuen. Die Musikschule Greifmusic sorgt auf ihrem Hof in der Falladastraße 20 für ein buntes musikalisches Programm. Und auch auf dem Hof des St. Spiritus geht die Post ab – unter anderem mit Pete und Kloppenburg. Den Zeitgeist der 1950er Jahre lassen Boogie Trap ab 19 Uhr im Logenhaus auferstehen. Etwas entfernt, auf der Wiese vorm Pommerschen Landesmuseum, vermittelt der Verein Rosa wieder Wohnzimmeratmosphäre, allerdings ohne Schrank, wegen der Abstandsregel.

Wohnzimmeratmosphäre gibt es mit dem Verein Rosa vorm Pommerschen Landesmuseum. Quelle: UHGW

Führungen an neuen Orten

Manche beliebten Veranstalter fehlen jedoch auf der Liste der Mitwirkenden, wie etwa Hugendubel, Café Lichtblick oder Flower Power. Tobias Reppin wirbt um Verständnis: „Zum Ablauf der Anmeldefrist Anfang Juli war für viele noch unklar, welche Coronaauflagen es im September geben wird. Die Unsicherheit war groß, deshalb hielten sich einige zurück“, sagt er. Dennoch gibt es auch neue Mitwirkende: So offeriert Gärtnermeister Jens Niebuhr erstmalig eine spannende Führung über den Neuen Friedhof. Auch das neue Stadtarchiv An den Wurthen öffnet für Neugierige, allerdings sind die Führungen bereits ausgebucht. Alternativ stehen die humorvollen Klabautermannführungen durch die Altstadt zur Auswahl oder die Führung der Kustodie über die „Uni-Baugeschichten in der Altstadt“.

Die Kampfsportgruppe Liutreka tritt mit einer Vorführung mittelalterlicher Schwertkämpfe auf. Quelle: Martina Rathke

Alle Angebote online verzeichnet

Wer mehr Wert auf Action legt, sollte sich die mittelalterlichen Schwertkämpfe der Gruppe „Liutreka“ am Mühlentor vormerken. Zudem lädt die Sternwarte wieder zu Himmelsbeobachtungen ein. Wie in jedem Jahr gibt es einige Nachzügler, die noch nicht im Programmheft verzeichnet sind. So öffnet die Stadtbibliothek wieder ihren beliebten Bücherflohmarkt. In der Knopfstraße wird es eine Open Air-Lesung mit Briefen von Sophie Scholl geben. Und in der Rats- und Unibuchhandlung erzählt Sarah Hegenbart, Fellow am Greifswalder Wissenschaftskolleg, von ihrer Suche nach der Bedeutung von Oper im westafrikanischen Burkina Faso.

„Was, wann, wo beginnt und wie lange es angeboten wird, ist auf unserer Internetseite zu erfahren. Dort sind auch Veranstaltungen oder Änderungen zu finden, die es nicht mehr ins Programmheft geschafft haben“, sagt Tobias Reppin. Dies und eine tagesaktuelle Online-Karte gibt es auf www.greifswald/kulturnacht.de

Von Petra Hase