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Greifswald Greifswalder Bakterium Mikrobe des Jahres
Vorpommern Greifswald Greifswalder Bakterium Mikrobe des Jahres
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13:26 28.12.2018
Das einzige nach Greifswald benannte Bakterium Magnetospirillum gryphiswaldense ist Mikrobe des Jahres 2019 Quelle: FOTO: Frank Mickoleit/Uni Bayreuth
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Greifswald/Frankfurt

 Die Vereinigung für Allgemeine und Angewandte Mikrobiologie mit Sitz in Frankfurt/Main hat das einzige nach Greifswald benannte Bakterium Magnetospirillum gryphiswaldense zur „Mikrobe des Jahres 2019“ gekürt. Solche magnetischen Bakterien leben im Wasser, sie orientieren sich dort mithilfe winziger Magnetite, um Schichten mit dem für sie geeigneten, niedrigen Sauerstoffgehalt zu finden.

Entdeckt hat Magnetospirillum gryphiswaldense der heutige Bayreuther Professor Dirk Schüler (54) als Student in Greifswald. Mitte der 1980er wurde an der Universität die interdisziplinäre Arbeitsgruppe „Geomikorobiologie“ ins Leben gerufen. Für die Mikrobiologie waren Dr. Frieder Schauer, Dr. Klaus Hofmann und Prof. Manfred Köhler, für die Geologen Prof. Manfred Störr, Dr. Karl-Heinz Hennig und Dr. Joachim Lehmann dabei, dazu kamen Diplomanden.

Dirk Schüler sollte für seine Diplomarbeit bei Manfred Köhler herausfinden, ob es die in Amerika gefundenen seltenen magnetischen Bakterien auch in Europa und womöglich in der Greifswalder Region gibt. Magnetische Bakterien waren erst 1963 entdeckt worden. Monatelang war die Suche erfolglos, erinnert sich Frieder Schauer. Dann fand Schüler 1990 doch noch magnetische Mikroben im Schlamm des Ryck, und es gelang ihm auch, diese zu züchten. Wie sich herausstellte, handelte es sich um eine Art der neuen Gattung Magnetospirillum, die nach der Stadt Greifswald benannt wurde.

Prof. Dirk Schüler in einem Bayreuther Labor für Mikrobiologie. Die Petrischalen dienen hier der Kultivierung von magnetischen Bakterien. Quelle: Christian Wißler

Mit der Wende kam das Ende der Arbeitsgruppe Geomikrobiologie in Greifswald. Dirk Schüler ging nach München und promovierte dort mit einer Arbeit über das magnetische Bakterium. Magnetospirillum gryphiswaldense gilt heute als wichtigster weltweit untersuchter Modellorganismus magnetotaktischer Bakterien.

Schüler ist ein erfolgreicher Forscher. 2016 erhielt er den mit 2,3 Millionen Euro für fünf Jahre dotierten ERC Advanced Grant des europäischen Forschungsrates für die Erforschung von Organismen mit magnetischen Eigenschaften. Dabei sollen unter anderem Verfahren gefunden werden, mit denen sich magnetische Eigenschaften in Organismen übertragen lassen, die von Natur aus überhaupt keine derartigen Eigenschaften besitzen. Das eröffnet Perspektiven für die Herstellung magnetischer Nanomaterialien, die zum Beispiel als magnetische Diagnostika oder Therapeutika eingesetzt werden könnten.

Dirk Schüler hat immer noch eine enge Verbindung zu Greifswald, hat hier hier noch Freunde, Kollegen und Verwandte.

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