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Greifswald Greifswalder Parkhaus wird frühestens 2020 gebaut
Vorpommern Greifswald Greifswalder Parkhaus wird frühestens 2020 gebaut
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18:00 28.10.2019
Auf dem Nexöplatz wird auf dem jetzigen Parkplatz das Parkhaus gebaut. Quelle: Eckhard Oberdörfer
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Greifswald

Ein neues Parkhaus auf dem Nexöplatz soll die Parkprobleme der Innenstadtbewohner, Pendler und Gäste lösen. Die Bürgerschaft hatte bereits im Dezember 2012 grundsätzlich grünes Licht für die Investition der Greifswalder Parkraumbewirtschaftungsgesellschaft (GPG) gegeben. Seitdem sind knapp sieben Jahre vergangen.

Zwar wurde der Bebauungsplan im August dieses Jahres endlich beschlossen, damit besteht Baurecht. Aber GPG-Geschäftsführer Detlef Borchert mag sich nicht auf einen Fertigstellungstermin festlegen. „Aktuell laufen noch Abstimmungen mit der Stadt. Wir wollen im nächsten Jahr die Aufträge ausschreiben und hoffen, dass wir 2020 auch beginnen können.“

Parkhaus wird in einem Zug gebaut

Borchert will auf straffe Zeitpläne verzichten und Unternehmen auch mal ein halbes Jahr Zeit geben. „Die Auftragsbücher sind voll, ich erhoffe mir von diesem Geben und Nehmen bessere Angebote“, begründet er.

530 Parkmöglichkeiten wird es insgesamt in Nachbarschaft des Theaters geben, 130 mehr als lange Zeit angekündigt. Aktuell sind es 200. „Wir wollen auf einen zweiten Bauabschnitt verzichten“, erläutert Detlef Borchert die Vergrößerung. „Das ist wirtschaftlicher und wir müssen keine Sperrungen bei erneuten Bauarbeiten vornehmen.“

Baubeginn verschiebt sich seit Jahren

Ein Blick zurück: Zunächst wurde der Bau für 2015 avisiert. Es sollte insgesamt 600 Plätze geben. Es gab Proteste, Umplanungen folgten, Gutachten wurden erarbeitet, andere Standorte, wie die Mensa am Schießwall, wurden vorgeschlagen.

Nächstes erhofftes Jahr des Baubeginns auf dem Nexöplatz war 2017. Das Bebauungsplanverfahren zog sich hin. Die Hoffnung auf 2018 erwies sich als ebenso unrealistisch wie 2019.

Ladestation für E-Mobilität

Gebaut wird auf dem Nexöplatz mit Fertigteilen. Das Parkhaus berücksichtigt den Wandel in der Mobilität. Auf dem Nexöplatz sollen Räder, auch Lastenfahrräder, ihren eigenen sicheren Bereich bekommen. Eine Ausleihe ist ebenfalls vorgesehen. Das Parkhaus bekommt ferner zwei Schnellladestationen für Elektrofahrzeuge. „Das machen die Stadtwerke, die verstehen mehr davon.“

„Und es wird natürlich eine Toilette geben“, verspricht Borchert. „Ganz wichtig ist auch, dass im Parkhaus jemand präsent ist.“ Die GPG plant darum einen Kiosk. Dort könnten Interessenten Räder ausleihen, Angebote für Touristen unterbreiten, Zeitungen, Getränke und Döner verkaufen und Ähnliches.

Parkuhren müssen noch bleiben

Aktuell reichen nicht nur die Kapazitäten der Großparkplätze am Stadtring zeitweise nicht aus. Auch Bewohner haben Probleme, einen Parkplatz zu finden. Die Zahl der Anwohnerparkausweise ist doppelt so groß wie die der Stellplätze. Durch Straßensanierungen, wie demnächst die Umgestaltung des Hanserings, gehen weitere Parkflächen verloren.

Kurzfristige Möglichkeiten für mehr Anwohnerparkplätze sieht Borchert nicht. Es sei richtig, dass die Parkuhren in der Innenstadt zugunsten der Bewohner verschwinden werden. „Wir können sie aber erst nach der Inbetriebnahme des Parkhauses abbauen“, erläutert Borchert.

Der Gesetzgeber schreibe vor, dass die Hälfte der Stellflächen am Tag und ein Viertel in der Nacht von jedermann genutzt werden können. Der Nexöplatz sei ein strategisch günstiger Standort. „Dieses Parkhaus hilft uns bei der Bilanz in mehreren Zonen, in der Innenstadt, der Fleischervorstadt und der Mühlenvorstadt. Es wird immer mit Entfernungen von maximal einem Kilometer gerechnet.“

Parkhaus am Hansering ist Zukunftsvision

„Wir beobachten als GPG die weitere Entwicklung“, betont der Geschäftsführer: „Wie entwickelt sich die Innenstadt, welche Auswirkungen hat die bevorstehende Bebauung zwischen der Marienstraße und der Straße An den Wurthen?“ Detlef Borchert geht davon aus, dass eines Tages wegen fehlender Stellplätze am Hansering ein Parkhaus gebaut werden könnte oder sogar muss. Der Entwurf des Rahmenplans für die Steinbeckervorstadt sieht bereits ein Parkhaus auf der Nordseite des Museumshafens vor.

Damit nicht so lange auf eine Besserung der Situation gewartet werden muss, schlägt die CDU vor, aus der Loefflerstraße eine Einbahnstraße zu machen, um neue Anwohnerstellplätze zu schaffen. Die Bürgerschaft soll am 3. November den OB mit der Prüfung beauftragen.

Der Antrag fiel im Bauausschuss mit nur drei Ja- und neun Neinstimmen bei einer Enthaltung durch. Camillie Damm (Grüne) und Jörn Kasbohm (Linke) rieten, das Verkehrskonzept abzuwarten, für das der Auftrag noch 2019 erteilt werden soll. Prof. Magnus Münzenberg (Grüne) fürchtet, dass der Busverkehr verlangsamt und Radfahrer behindert werden könnten.

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