Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Greifswald Cheplapharm produziert Medizin für die Welt
Vorpommern Greifswald Cheplapharm produziert Medizin für die Welt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:34 16.01.2019
Cheplapharm Geschäftsführer Sebastian Braun mit Jens Schmidt und Manuela Muttschall vor der Baustelle im Gewerbegebiet Ziegelhof. Hier entsteht ein Gebäude in dem rund 200 Cheplapharm-Mitarbeiter Platz finden werden. Quelle: Anne Ziebarth
Anzeige
Greifswald

Kein Schnickschnack, kein Protz: Der Firmensitz des Greifswalder Pharmaunternehmens Cheplapharm am Ziegelhof macht einen modernen aber und zweckmäßigen Eindruck. Lediglich der rege Baustellenbetrieb hinter dem Gebäude lässt erahnen, dass hier ein rapide wachsendes Unternehmen sitzt, dem seine alte Hülle längst zu klein geworden ist. Die Zahlen sprechen für sich: über 100 neue Mitarbeiter im Jahr 2018 und ein Umsatz von rund 310 Millionen Euro, 2019 wird die halbe Milliarde angepeilt. „Als wir im Herbst 2014 in dieses Gebäude gezogen sind, dachten wir eigentlich, wir kommen erstmal damit aus“, sagt Geschäftsführer Sebastian Braun. „Aber wir entwickeln uns schnell, haben mussten Flächen im TZV und in der Gützkower Landstraße angemietet anmieten, zusätzlich sogar einen kleinen Bürokomplex in Containern im Ziegelhof geschaffen.“ Der rund sieben Millionen Euro teure Neubau im Gewerbegebiet Ziegelhof, in dem 200 Mitarbeiter Platz finden, wird 2019 fertig. Vorplanmäßig, versteht sich. Denn bei Cheplapharm geht alles schnell, ob beim Bau oder den Geschäftsabschlüssen auf dem Weltmarkt. „Das ist einer unserer großen Vorteile auf dem Markt“, sagt Sebastian Braun. „Wir haben wenig Hierarchieebenen, Entscheidungen werden schnell getroffen. Dadurch sind wir bei interessanten Deals schon beim Vertragspartner in Amerika, während andere Unternehmen noch Unterlagen sammeln.“

Strategie: Medikamente mitspezieller Indikation aufkaufen

Dabei setzt das derzeit 260 Mitarbeiter starke Unternehmen auf eine äußerst erfolgreiche Nischenstrategie. „Wir bringen keine neuen Medikamente auf den Markt, das wäre angesichts von Entwicklungskosten im Milliardenbereich auch nicht sinnvoll“, erzählt Braun. „Wir kaufen stattdessen Medikamente auf, die bereits länger auf dem Markt sind und oftmals eine sehr spezielle Indikation haben. Vor allem große Pharmaunternehmen haben Produkte im Portfolio, die sie abstoßen wollen.“ Es sei für die großen Firmen, die „Big Pharmas“ wie Roche oder Novartis, schlicht zu aufwändig, sich um Nischenprodukte zu kümmern, insbesondere die Marketing- und Vertriebskosten seien für die spezielleren Medikamente überdurchschnittlich hoch. „Wir können es besser machen“, stellt Braun fest. „Da Cheplapharm weder eine eigene Forschungs- und Entwicklungsabteilung noch eine eigene Produktion unterhält, kommen wir mit deutlich geringeren Kostensätzen als die Pharmariesen aus.“

Der Firmensitz von Cheplapharm am Ziegelhof Quelle: Anne Ziebarth

Andere Möglichkeiten, mit einem Nischenprodukt Gewinn zu machen, entstünden durch die Neuverhandlung von Produktionskosten, eine tiefere Durchdringung des Marktes oder sogenannte Ein-Schritt-Innovationen. „Ein Beispiel hierfür ist ein Medikament gegen Penisverkrümmungen“, sagt Braun. „Der Wirkstoff ist unumstritten, aber der Patient musste sage und schreibe 35 Kapseln täglich nehmen. Wir haben eine andere Darreichungsform entwickelt, ein Pulver, das sich der Patient einfach in einem Glas Flüssigkeit auflösen kann.“

Frauenanteil bei Cheplapharm liegt bei 58 Prozent

Aber auch diese Tests und Forschungen für solche Weiterentwicklungen finden nicht direkt im Hause Cheplapharm statt, es werden externe Institute beauftragt. „Warum sollten wir uns damit aufhalten, wenn es andere viel besser und günstiger können?“, fragt Personalleiter Jens Schmidt. „Wir sehen uns hier als eine Art Think Tank. Wir entwickeln Ideen, Methoden und Strategien und setzen diese um.“ Die Mitarbeiter kommen vorwiegend aus den naturwissenschaftlichen Studienfächern, aber auch Kaufleute oder medizinische Assistenten sind dabei. Internationalität wird bei Cheplapharm großgeschrieben, schließlich macht das Unternehmen mehr als 90 Prozent des Umsatzes auf dem Weltmarkt. „Englischkenntnisse sind Pflicht“, betont auch Jens Schmidt. „In unserem Team haben wir Mitarbeiter aus 15 Nationen.“ Und: Bei Cheplapharm muss man sich um die Einführung einer Frauenquote keine Gedanken machen. „Wir haben einen Frauenanteil von 58 Prozent“, sagt Schmidt. „Und dabei forcieren wir es nicht, es bewerben sich einfach viele Frauen bei uns. Wir ermutigen sie dann aber auch, sich für Führungspositionen zu qualifizieren.“

Gestartet ist das Unternehmenmit drei Mitarbeitern

Aber auch diese Tests und Forschungen für solche Weiterentwicklungen finden nicht direkt im Hause Cheplapharm statt, es werden externe Institute beauftragt. „Warum sollten wir uns damit aufhalten, wenn es andere viel besser und günstiger können?“, fragt Personalleiter Jens Schmidt. „Wir sehen uns hier als eine Art Think Tank. Wir entwickeln Ideen, Methoden und Strategien und setzen diese um.“ Die Mitarbeiter kommen vorwiegend aus den naturwissenschaftlichen Studienfächern, aber auch Kaufmänner und -frauen oder medizinische Assistenten sind dabei. Internationalität wird bei Cheplapharm großgeschrieben, schließlich macht das Unternehmen über 90 Prozent der Umsatzes auf dem Weltmarkt. „Englischkenntnisse sind Pflicht“, betont auch Jens Schmidt. „In unserem Team haben wir Mitarbeiter aus 15 Nationen.“ Und: Bei Cheplapharm muss man sich um die Einführung einer Frauenquote keine Gedanken machen. „Wir haben einen Frauenanteil von 58 Prozent“, sagt Schmidt. „Und dabei forcieren wir es nicht, es bewerben sich einfach viele Frauen bei uns. Wir ermutigen sie dann aber auch, sich für Führungspositionen zu qualifizieren.“

Besonderen Wert legt man bei Cheplapharm auf Kreativität und Selbstständigkeit. „Ich erinnere mich, das war bei uns schon immer so“, sagt Manuela Muttschall, die in jetzt der Personalabteilung arbeitet. „Wie man eine Aufgabe löst, kann man selbst entscheiden, da macht einem keiner Vorschriften. Das fordert auf der einen Seite, man kann auf der anderen Seite aber auch sehr stolz sein auf die eigene Leistung. Ich gehe immer noch jeden Tag gerne zur Arbeit.“ Muttschall arbeitet seit 15 Jahren bei Cheplapharm und war bereits beim Start des Unternehmens am Standort Mesekenhagen dabei. Sebastian Braun hatte das Pharmaunternehmen aus Freiburg 2003 günstig erworben und es zunächst in dem kleinen Ort bei Greifswald angesiedelt. „Gestartet sind wir zu Dritt“, erinnert sich Braun heute. „Da hat wirklich jeder alles gemacht. Das hat aber heute den Vorteil, das man grundlegendes Wissen in den unterschiedlichsten Bereichen hat.“ Erste Erfahrung im Pharmageschäft hatte sich Braun unter anderem als Abteilungsleiter im elterlichen Unternehmens, der Riemser Arzneimittel AG, geholt. Nach eineinhalb Jahren war dort aber Schluss für den ehrgeizigen jungen Mann. „Ich wollte etwas eigenes machen, nicht immer das große Ölbild des Vaters an der Wand hinter mir wissen“, sagt er und lacht. „Und heute kann man auch sagen, dass die Entscheidung richtig war. Wir sind mittlerweile mehr als drei Mal so große wie Riemser.“

1,1 Milliarden Euro amKapitalmarkt eingesammelt

Jüngster Coup des Unternehmens ist eine Kapitaleinwerbung von 1,1 Milliarden Euro für weitere Zukäufe. „Dafür haben wir uns, übrigens als einziges Unternehmen in Mecklenburg Vorpommern, von den Ratingagenturen Moodys und S&P bewerten lassen“, so Braun. „Die gute Einschätzung hat uns ermöglicht, am Londoner Kapitalmarkt Geld zu bekommen.“ In Unruhe angesichts so hoher Summen verfällt Braun nicht. „Wir sind so breit aufgestellt, dass wir uns keine Sorgen machen müssen“, sagt Braun. „Sollte sich ein Medikament nicht so entwicklen wie geplant, können wir das auffangen.“ Für 2019 hat sich das Unternehmen, zumindest was die Personaleinstellungen angeht, etwas Ruhe verordnet. „Wir können nicht jedes Jahr 100 neue Mitarbeiter einstellen“, so Personalleiter Jens Schmidt. „Die müssen ja auch gründlich eingearbeitet werden. Unsere Unternehmenskultur ist uns sehr wichtig, wir setzen auf langfristige Mitarbeiter. 2019 wollen wir etwa bei 320 Mitarbeitern liegen, das wären dann rund 60 Neueinstellungen.“

Anne Ziebarth

Die Hochzeit von Dargelin und Behrenhoff fällt aus. In der Gemeindevertretung Dargelin gab es keine Mehrheit für die Fusion. Damit heiraten im Greifswalder Umland nur Weitenhagen und Diedrichshagen.

15.01.2019

3,70 Euro werden zukünftig fällig, wenn Patienten in der Greifswalder Uniklinik fernsehen wollen. Die Klinik sieht im neuen Entertainment-System viele Vorteile. Patienten hingegen sind empört.

15.01.2019
Usedom Entsorger erhöhen Preise - Papierabfuhr wird teure Angelegenheit

Transportpreise und Mautgebühren: Für Gewerbekunden kommt es bei der Papierentsorgung dicke. 20 Euro pro Tonne mehr sind an der Tagesordnung.

14.01.2019