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Greifswald Greifswalder Polizei bekommt neues Gebäude
Vorpommern Greifswald Greifswalder Polizei bekommt neues Gebäude
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17:34 12.08.2019
Richtfest für das Polizeigebäude in der Greifswalder Brinkstraße. Quelle: Fotos (2): Martina Rathke
Greifswald

Eine Raumgröße von 8,20 Quadratmetern, ein spartanisches Bettlager auf einem Betonsockel, kleine ausbruchssichere Fenster aus Glasbausteinen mit Stahlbewehrung, Wandfliesen bis zur Decke: Wer künftig als Tatverdächtiger in eine der vier Gewahrsamszellen in das neue Polizeigebäude in die Brinkstraße einzieht, darf als einziger nicht auf mehr Komfort hoffen – Polizisten und Bürger dagegen schon. Am Montag feierten Bauleute, Polizeibeamte, ihr oberster Dienstherr, Innenminister Lorenz Caffier (CDU), und der Betrieb Bau und Liegenschaften als Bauherr Richtfest für das neue viergeschossige Polizeigebäude in der Brinkstraße. Der Vorgängerbau, das 1913/14 als Heeresfachschule errichtete Polizeirevier, war bekanntlich im Juni 2018 abgerissen worden, weil sich eine Sanierung als unwirtschaftlich erwiesen hatte. Die Beamten zogen im vergangenen Frühjahr in die Spiegelsdorfer Wende um, ein Provisorium bis zur Fertigstellung des neuen Gebäudes in der Brinkstraße.

Und von dem Neubau in der Brinkstraße schwärmte Caffier schon jetzt. „Es ist alles da, was die Polizisten künftig für ihre tägliche Arbeit brauchen – neue Besprechungsräume, Schulungsräume, Fitnessräume.“ Die Kripo dürfe sich auf bessere Räumlichkeiten freuen, wie separate Bereiche für die Spurensicherung und für die Gegenüberstellung. Dass die Kripo dann nicht mehr im Gebäude am Nexö-Platz untergebracht sei, werde die Zusammenarbeit erleichtern, zeigte sich der Minister überzeugt. Insgesamt 130 Beamte werden dann in Greifswald arbeiten. Noch bewegen sich Baukosten und Terminplanung für das etwa 9,5 Millionen Euro teure Gebäude, das im Mai 2021 in Betrieb gehen soll, im vorgegebenen Rahmen. Einen entscheidenden Anteil daran hat die Greifswalder Firma Noba Schlüsselfertigbau GmbH, die innerhalb eines Jahres den Rohbau hochzog. „Unserm Unternehmen war es wichtig, die Bautermine pünktlich einzuhalten“, sagte Martin Schumacher, Kalkulator bei Noba. Als nächstes Projekt geht das Unternehmen, das nach Aussagen Schumachers zu 95 Prozent für die öffentliche Hand baut, die Kita „Samuil Marschak“ an.

Martin Schumacher von der Firma Noba Schlüsselfertigbau Quelle: Martina Rathke

Dass bei dem allgemeinen Bauboom nicht immer – so wie in Greifswald – Kosten und Termin im Plan bleiben, merkte Finanzstaatssekretär Heiko Miraß an. Er erinnerte sich daran, wie er im Vorgängergebäude noch zu tiefsten DDR-Zeiten seinen ersten Personalausweis abholte, vier oder fünf Fahrraddiebstähle meldete und eine Westreise zu seiner Tante in Hamburg beantragte, die er nicht genehmigt bekam. „Die Beamten haben es sich verdient, jetzt in einem schönen und modernen Gebäude untergebracht zu werden“, sagte Miraß.

Auch für die Bürger soll ein Polizeibesuch künftig angenehmer werden. Nicht nur, dass Menschen mit einem körperlichen Handicap dann keine Treppen mehr bewältigen müssen, wenn sie einen Kellereinbruch oder Diebstahl melden wollen. Das Gebäude wird behindertengerecht gestaltet. Sie werden auch in großzügigeren und klimatisierten Wartebereichen Platz nehmen können. Neben der Klimaanlage bekommt das Haus zudem eine Photovoltaikanlage, die Strom für den Eigenbedarf erzeugen und damit die laufenden Energiekosten senken soll.

Bei den Abrissarbeiten des verwinkelten und immer wieder um Anbauten ergänzten Gebäudekomplexes stießen die Bauleute im Herbst 2018 auf einen überraschenden Fund. Dort, wo sich früher ein Mehrzweckraum befand, hatten Bauleute eine versiegelte Wodkaflasche mit einer Urkunde eingebaut, die an die Grundsteinlegung am 22. Oktober 1968 erinnerte.

Dass es bis zur Inbetriebnahme nun noch knapp zwei Jahre dauert, hängt laut Projektleiterin Sina Stüwe mit den hohen Baustandards für Polizeigebäude und dem aufwendigen Innenausbau zusammen. Die unteren Etagen erhalten durchschusshemmende Fensterscheiben, das Gebäude wird mit automatisch schließenden Türen, einer Einbruchmeldeanlage sowie einer Videoüberwachung ausgestattet“, sagte Stüwe.

Im Innenhof entstehen Garagen und überdachte Carportanlagen. „Das hat den Vorteil, dass wir im Winter nicht mehr Eis von den Frontscheiben der Einsatzfahrzeuge kratzen müssen“, sagte der Greifswalder Polizeichef Heiko Meffert. Damit würden sich die Einsatzzeiten verkürzen.

Von Martina Rathke

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