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Greifswald Visionen für das Greifswalder Müllerstadion
Vorpommern Greifswald Visionen für das Greifswalder Müllerstadion
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12:47 17.06.2019
Anfang der 1990er Jahre gab es große Pläne an der Wolgaster Straße. Realisiert wurden ein Einkaufszentrum und Wohnungsbau nur Einkaufszentrum und Wohnungen Quelle: Eckhard Oberdörfer
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Greifswald

Es ist das wohl anspruchsvollste Vorhaben für die Sportstadt Greifswald. Zwischen Wolgaster Straße und Treidelpfad soll ein neues Sport- und Freizeitzentrum mit einer Vielzahl von Angeboten entstehen. Daran arbeitet eine Arbeitsgruppe der Verwaltung und des Stadtsportbundes. Die Kosten werden auf sechs bis acht Millionen Euro geschätzt. In Vorbereitung der Bürgerschaftswahl gab es überwiegend Zustimmung zu der Idee. Einbezogen werden sollen das Philipp-Müller-Stadion, das Stadion des FSV Blau-Weiß, die Kegelhalle und das Gelände der Bogenschützen. Alle Greifswalder sollten das Areal nutzen können.

Heimat für Rugby und Baseball

„Eigentum verpflichtet“, betont der Vorsitzende des Greifswalder Sportrates, Dr. Volker Worm. „Nur mit Hilfe der Stadt kann ein tragfähiges Konzept erarbeitet werden.“ Der Sportrat berät die Kommunalpolitik und hat sich auf seiner letzten Sitzung intensiv mit der Problematik befasst. Aus der Sicht der Experten könnten an der Wolgaster Straße vor allem sogenannte Randsportarten eine Heimstatt finden. Zum Beispiel Baseball, American Football, Bogenschießen und Rugby sollten künftig den Hauptplatz des Müller-Stadions nutzen.

Uni könnte Gelände für Sportinstitut haben

Der Greifswalder Sportrat hat auch einen Alternativvorschlag. Vor dem Hintergrund zunehmenden Lehrermangels könnte die Stadt das Gelände der Universität Greifswald zur Verfügung stellen. „Es könnte die Basis für ein neues Sportinstitut werden“, sagt Worms Stellvertreter Bernt Petschaelis. Der Zeitpunkt sei günstig. Hochschule und Land verhandeln über die Entwicklung ab 2020. Im Herbst positioniert sich der Landtag.

Das Philipp-Müller-Stadion befindet sich in einem katastrophalen Zustand Quelle: HGW

Schnelles Handeln nötig

Schnelles Handeln sei auf jeden Fall nötig, sagt Bernt Petschaelis. „Das Philipp-Müller-Stadion wurde jahrzehntelang auf Verschleiß gefahren.“ Im Moment wird es nach dem Auslaufen des Pachtvertrages mit dem Greifswalder Fußballclub gar nicht genutzt und wirkt trostlos. „Die nötigen Millioneninvestitionen können nur schrittweise erfolgen. Es müssen Fördermittel eingeworben werden“, appelliert Worm für schnelles Handeln. Bis Frühjahr 2020 müsste das Gesamtkonzept vorliegen, um Geld im Haushalt 2021/22 bereitzustellen. „Wenn in den nächsten drei Jahren nichts passiert, wird das Müllerstadion womöglich schon zum geschützten Biotop“, mahnt Petschaelis.

Der Sprecherturm des Philipp-Müller-Stadions Quelle: HGW

Eine Fußgängerzone mit Hotel und Kino

Die Idee einer großen Sport- und Freizeitanlage an der Wolgaster Straße ist nicht neu. Der OZ liegt eine Bauvoranfrage der Berliner Planungsgruppe Structur Concept für ein „Sport-, Freizeit- und Handelszentrum“ mit Fußgängerzone Richtung Ryck von 1991 vor. Da ging es um das Gelände des Wolgaster Straße 85/86. Damals stand dort noch ein „Sportlerheim“. Es war eine Zeit großer Visionen. „Das grundsätzliche Einverständnis aller Ämter freut uns natürlich sehr, und wir haben uns bemüht, einzelne Hinweise einzuarbeiten“, schreiben die Berliner der Verwaltung. Die ersten Konsultationen fanden im November 1990 statt, ein Jahr später erfolgte der Abriss des Sportlerheimes.

So sollte das Sport, Freizeit- und Geschäftszentrum aussehen Quelle: Repro/eob

Die Stadt wird in der Bauvoranfrage weiter umschmeichelt: Nicht mehr als 3000 Quadratmeter Verkaufsfläche sollten entstehen, ein Parkhaus, eine neue Kegelhalle, eine weitere Sporthalle, zum Beispiel für Rollschuhlauf, Schwimmhalle und Kinderspielplatz, viel Grün seien vorgesehen, versichern die Planer. Dann wurden noch 100 bis 120 Arbeitsplätze in der Anlage, ein Hotel, Gastronomie, ein Kino angekündigt. Das hörte sich super an.

Rückführungsantrag erst 1995 entschieden

Aber die Eigentumsverhältnisse waren unklar. 1991 stellte die Stadt einen Rückführungsantrag für das Gelände. 1995 wurde laut einem OZ-Bericht vom 13. Mai 1995 im Einvernehmen mit der Oberfinanzdirektion folgendes fixiert: Das Philipp-Müller-Stadion blieb Eigentum der Bahn AG. Hartplatz, Kleinfeldplatz und das Grundstück der Kegelhalle wurden städtisch. Das Gelände an der Wolgaster Straße erhielten Bahn und Stadt gemeinsam und verkauften es an eine Hamburger Investorengruppe, die Teile der Ideen von 1991 verwirklichen wollten: Hotel, Gaststätte mit Terrassen-Café, Läden, Wohnungen Umkleide- und Sanitäreinrichtungen für Sportler. Die nicht mehr bespielbare Rollsportfläche wurde aufgegeben.

Kegelhalle retteten die Sportler

Verwirklicht wurde nur die Idee eines Einkaufszentrums, auch Wohnungen entstanden. Zum schon bis spätestens 1992 geplanten Abriss der Kegelhalle kam es nie. Dank des Engagements der Sportler steht sie noch heute. Sie haben die Sportstätte gepachtet. Das Müllerstadion wurde vor fünf Jahren von der Stadt gekauft.

Durch das Engagement der Sportler blieb die Kegelhalle erhalten Quelle: eob

Baracke am Hauptplatz nur noch „Schrott“

Der Sportrat hat 2019 schon recht genaue Vorstellungen entwickelt. „Als Erstes sollte der Fußballplatz westlich der Kegelhalle zum Kunstrasenplatz mit Flutlichtanlage umgebaut werden“, sagt Volker Worm. „Damit wäre er ganzjährig nutzbar und das Volksstadion würde entlastet.“

Die Baracke am Hauptplatz sei nur noch Schrott, stellt Petschaelis fest. Sie sollte abgerissen und durch einen Neubau nahe der Kegelhalle mit Umkleide-, Duschräumen, Versammlungsraum und Lager ersetzt werden. Außerdem spricht sich der Sportrat für eine neue, unbeheizte Halle aus, die ganzjährig nutzbar sein soll. Eine Laufbahn für die Leichtathleten werde im Müllerstadion nicht mehr benötigt, dafür reichten die Möglichkeiten im Volksstadion.

Weitere Vorschläge und Wünsche für das Müllerstadion und das angrenzende Gelände würden Sportbund und Sportrat gern entgegennehmen, betonen Petschaelis und Worm.

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