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Greifswald Greifswalder Studierendenwerk baut auf der Wiese
Vorpommern Greifswald Greifswalder Studierendenwerk baut auf der Wiese
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Das Studierendenwerk zieht aus der Mensa am Wall aus Quelle: Eckhard Oberdörfer
Greifswald

Die Geschäftsstelle des Studierendenwerks zieht in die Fettenvorstadt, auf die Fleischerwiese. Dort stehen bereits Studentenwohnheime. Darüber informierte Geschäftsführerin Cornelia Wolf-Körnert. Eine Machbarkeitsstudie zeige, dass das die wirtschaftlichste Variante sei. Für den Neubau sprechen Investitionssumme, Betriebskosten, Realisierungszeitraum und Parkmöglichkeiten. Erste Schätzungen aus dem vergangenen Jahr gehen von drei Millionen Euro Kosten aus. Aktuell nutzt das Studierendenwerk die frühere Mensa am Wall, die digitales Innovationszentrum werden soll. Die Finanzierung sei gesichert. Etwa 40 Mitarbeiter werden im Neubau arbeiten. „Die endgültige Entscheidung ist zwar noch nicht gefallen“, schränkt Wolf-Körnert ein. „Aber es sieht ganz danach aus.“ Sobald diese erfolgt ist, rechnet Wolf-Körnert mit einer Fertigstellung innerhalb von etwa zwei Jahren.

Das Studierendenwerk wollte lange in die leer stehende Alte Pharmakologie in der Loefflerstraße ziehen. Dafür spricht die zentrale Lage, die Nähe zum neuen geistes- und sozialwissenschaftlichen Campus mit Mensa und Bibliothek sowie dem historischen Campus Domstraße. Das denkmalgeschützte Gebäude in Hochschulbesitz steht seit Jahren leer.

Physiologen sollen aus Karlsburg in die Jahnstraße ziehen

Allerdings benötigt das Studierendenwerk nur 800 Quadratmeter. Die Idee: Die Physiologen ziehen auch ins Haus ein und werden Nachbarn der Pathologen und Anatomen. Noch befindet sich deren Institut in Karlsburg. Die Unimedizin will zwar Karlsburg aufgeben, ist aber von der Alten Pharmakologie abgerückt. Die Physiologie soll in die Jahnstraße, im naturwissenschaftlich-mathematischen Komplex aus DDR-Zeiten freie Räume nutzen. Diese wollte die Uni ursprünglich als Ausweichquartier während der anstehenden Sanierung des Komplexes Jahnstraße nutzen. Weil das nicht mehr möglich ist, soll laut aktuellem Plan für geschätzt zehn Millionen Euro ein Gebäude errichtet werden, in das Geographie, Geologie und so weiter zwischenzeitlich einziehen können. Standort könnte der Parkplatz am Arboretum sein.

Die Alte Pharmakologie Quelle: eob

Innerhalb der Hochschule ist die Aufgabe der Alten Pharmakologie umstritten. Rektorin Prof. Johanna Weber betont immer wieder, dass die Uni die alte Pharmakologie nicht benötige. Das Haus soll verkauft werden. Andere wünschen sich für das Innenstadthaus mit gut erhaltener Innenausstattung weiter eine universitäre Nutzung. Dass der Senat jetzt wieder eine Bau- und Raumkommission einrichtete, ist auch eine Reaktion auf die beabsichtigte Trennung von der Alten Pharmakologie (die OZ berichtete). „Von unserer Seite wäre eine Rückkehr zur Variante Pharmakologie möglich, aber nach meinem Kenntnisstand ist das schwierig“, sagt Cornelia Wolf-Körnert nur.

Gegen den längeren Verbleib in der Mensa am Wall sprächen die hohen Betriebskosten aufgrund der großen Fläche und der relativ hohe Unterhaltungsaufwand in dem sanierungsbedürftigen Gebäude, sagt die Geschäftsführerin. „Sie liegt durch Verlagerungen innerhalb der Universität auch nicht mehr so zentral.“

Die Domstraße 20 Quelle: eob

Als neuer Standort für das Studierendenwerk wären auch die Gebäude Domstraße/Domstraße 20a in Frage gekommen. Die nutzen gegenwärtig vor allem die Juristen. Sie ziehen im nächsten Jahrzehnt in das frühere Universitätskrankenhaus in der Loefflerstraße. Es wird gegenwärtig bis 2021 saniert. In die historischen Gerichtsgebäude muss allerdings dringend investiert werden. Der Putz des Hauses Domstraße 20a, des einstigen schwedischen Hofgerichts, ist zum Teil über 300 Jahre alt. Netze verhindern, dass Passanten durch herabfallenden Putz zu Schaden kommen.

In der Domstraße 20 möchte das Studierendenwerk Studentenwohnungen einrichten. „Das haben wir schon lange beim Land angemeldet“, sagt Wolf-Körnert. Da das Gebäude frühestens 2027 zur Verfügung stehe, scheide es aber als möglicher Geschäftssitz aus.

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