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Greifswald Greifswalder Taubenzüchterverein feierte Jubiläum
Vorpommern Greifswald Greifswalder Taubenzüchterverein feierte Jubiläum
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15:33 17.11.2019
Gerhard Neiß (84) mit seiner „Budapester Kurzen“ Quelle: Stefanie Ploch
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Greifswald

Gerhard Neiß streift durch die Gänge und schaut neugierig in die Käfige, auf denen „Giant Homer“, „Kölner Tümmler“ oder „Luzerner Goldkragen“ geschrieben steht. Aus den Käfigen dringt Gurren und das Geräusch von Flügelschlagen – und das nicht zu knapp. Bei der 30. Taubenschau des Rassetaubenclubs Greifswald gab es 334 Tauben verschiedener Rassen zu sehen. „Diese hier haben es mir besonders angetan“, sagt der 84-jährige Züchter und zeigt auf einen „Budapester Kurzen“. Kleiner Kopf, noch kleinerer Schnabel, große Augen: Das ist die Besonderheit dieser Taubenrasse.

Alle Tauben wurden am Wochenende von Kampfrichtern unter anderem nach Kopf- und Schnabelform und Gefieder bewertet. Vieren von ihnen, den Champions, war das blaue Boddenband sicher. Die Vorbereitung erinnert an eine Misswahl. Die Tiere wurden vor der Präsentation geputzt, bekamen die Füße gewaschen und einzelne Federn gezogen. Gerhard Neiß brachte gleich 30 Tauben mit zur Ausstellung. Doch die Mühe lohne sich, meinte er. Er hat bereits drei Deutsche-Meister-Titel mit seinen Tauben geholt.

Der Rassetaubenclub Greifswald stellte zum 30. Mal ihre Zuchterfolge aus. Insgesamt 27 Schausteller, darunter einer aus Osnabrück, stellten sich den kritischen Augen der Kampfrichter.

„Dieses Jahr feiert der Verein 65-jähriges Jubiläum, deswegen ist die diesjährige Taubenschau etwas ganz Besonderes für uns“, erklärte Organisator Wolfgang Wöller. „Wir haben Züchter aus dem Umland, Grimmen oder Stralsund, aber auch aus Osnabrück.“ Seit 19 Jahren würde ein Taubenzüchter aus der Greifswalder Partnerstadt an den Taubenschauen teilnehmen. „Und er bringt immer einen Gruß des Oberbürgermeisters mit“, freute sich Wöller, der ebenfalls 65 Jahre alt ist.

Wolfgang Wöller ist mit Tauben groß geworden und züchtet, seitdem er 14 ist. „Einige Rassen sind Kulturgut, welches bewahrt werden muss“, sagt er. Eine seiner Tauben, ein Deutscher Modeneser, wurde von den Kampfrichtern zu den Champions des Wochenendes gezählt. „Das freut mich natürlich sehr“, sagte er. „Das zeigt, dass sich meine Mühe lohnt.“ Dass die Tiere für einige Tage in den kleinen Käfigen leben müssen, sei etwas stressig für die Tauben, gibt Wöller zu. „Jedoch üben wir das ja vorher, so dass die Tauben daran gewöhnt sind.“

Wahrscheinlich wird das die letzte Taubenschau des Vereines gewesen sein, sagt der langjährige Vorsitzende Dieter Brandenburg. Das Durchschnittsalter seiner 21 Mitstreiter betrage mittlerweile 66 Jahre. Auf- und Abbau seien ein enormer Kraftakt. Nun fehle die nachfolgende Generation. „Das ist sehr schade, Tauben züchten ist ein schönes Hobby“, findet Wolfgang Wöller.

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Von Stefanie Ploch

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