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Greifswald Greifswalder Tunnelpläne wieder auf dem Tisch
Vorpommern Greifswald Greifswalder Tunnelpläne wieder auf dem Tisch
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18:03 20.11.2018
Wie hier im Rostocker Warnowtunnel könnte der Verkehr auch unter dem Ryck fließen. Quelle: Dietmar Lilienthal
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Greifswald

Von wegen politikmüde. Wenn es um die Zukunft gleich mehrerer Ortsteile geht, sind die Greifswalder dabei. Rund hundert Gäste waren zum Workshop gekommen, in dem es um die weitere Gestaltung von Eldena, Wieck/Ladebow, Friedrichshagen und Riems/Koos ging. Die Planungsbüros Morgenstern und mediamare consulting stellten ihren Masterplanentwurf vor, die Teilnehmer brachten eigene Ideen und Vorschläge ein.

Auf den Tisch kam neben neuen Ideen auch ein „alter Bekannter“. Die östliche Ryckquerung durch einen Autotunnel auf Höhe der Koitenhäger Landstraße soll nach Ansicht der Experten wieder in die Planungen aufgenommen werden. „So sinnvoll wie jetzt war der Tunnel noch nie“, machte Stadtplaner Georg Döll vom Greifswalder Planungsbüro Morgenstern deutlich. „Die Anbindung des Wirtschaftsstandorts Ladebow würde gestärkt, die Verkehrsbelastung in der Innenstadt deutlich gesenkt und letztendlich auch die Verbindung zwischen den maritimen Ortsteilen Wieck und Ladebow deutlich verbessert.“

Stadtplaner Georg Döll vom Büro Morgenstern erläuterte Ideen für die Ausgestaltung des Wiecker Ortskerns. Quelle: E-Mail-OZ-Lokalredaktion-HGW

Auch Michael Heinz vom Greifswalder Stadtbauamt sieht die Idee eines Tunnels grundsätzlich positiv. „Die Ryckquerung ist ja auch Teil des gültigen Stadtentwicklungskonzeptes, bislang ist sie immer an der Politik gescheitert“, so Heinz. „Im neuen städtebaulichen Kontext, gerade auch mit dem Umbau des Hanserings, macht so ein Tunnel Sinn.“

Bei den anwesenden Greifswaldern war das Echo auf die Tunnelpläne verhalten. „Die Querung ist ein wichtiges Thema, ja“, meinte etwa die Bauausschussvorsitzende Monique Wölk (SPD). „Aber ich sehe im Moment keine Möglichkeit, das Vorhaben umzusetzen.“ Die Schaffung von öffentlichen Parkplätzen und eine Verbesserung der Nahverkehrsanbindung seien wichtigere Themen, meint sie. „Ein Tunnel wäre schön für die Stadt“, findet Christian Schulze aus der Ortsteilvertretung Eldena. „Aber dann muss erst die Ortsumgehung Eldena fertig sein. Sonst würde ja noch mehr Verkehr durch unseren lärmgeplagten Ortsteil fließen.“ Auch die Ortsumgehungen Kemnitz und Eldena finden sich im Konzept wieder. „Die Planungen reichen aber weit über das Stadtgebiet hinaus, es sind Landes- und Bundesstraßen betroffen. Das bedeutet, dass sich Stadt und Landkreis dringend zusammentun müssen, um das Projekt voranzubringen“, meint Ralf Rosenow, der im Landkreis für Entwicklung und Wirtschaftsförderung zuständig ist. „Denn eine Planung in dieser Größenordnung, in der Eigentumsfragen und Naturschutzaspekte berücksichtigt werden müssen, kann sich über viele Jahre hinziehen.“

Auch die angedachten Leuchtturmprojekte sorgten für allerhand Gesprächsstoff. Für den Bereich Wiek-Ladebow ist zum Beispiel ein Wassersportzentrum angedacht. „Im Sommer einen Liegeplatz in Wieck zu ergattern ist fast nicht möglich“, sagt der Stadtplaner und passionierte Segler Peter Dörnfeld vom Planungsbüro mediamare. „Die Qualität der Liegeplätze ist gut, aber es sind einfach zu wenig für diesen attraktiven Standort.“ Nach Erhebungen fehlen rund 400 Plätze. Eine neue Marina könnte beispielsweise zwischen Nordmole und Hafen Ladebow entstehen. „Rein ökonomisch betrachtet, wäre es sogar sinnvoll, über eine komplette Umnutzung des Hafens Ladebow nachzudenken“, meint Dörnfeld. „Hier könnte ein Wassersportzentrum entstehen. Das würde auch gut zu der geplanten Reaktivierung des Wohngebiets Silberberg passen.“ Doch dieser Vorschlag dürfte sich kaum durchsetzen. Schließlich sind zweckgebundene Fördermittel in den Hafen Ladebow geflossen, allein der Ausbau des Hafens und die jüngste Ausbaggerung kosteten Millionen.

Die Suche nach einem geeigneten Platz für eine neue Marina ist auch in einer Hansestadt nicht einfach. „Der Platz an der Nordmole wäre mit aufwändigen Baggerarbeiten verbunden“, merkt Christian Radicke vom Greifswalder Yachtclub an. „Bei Friedrichshagen würde die Wassertiefe es hergeben, aber dort sprechen Naturschutzgründe dagegen.“ Radicke hofft, dass auch der von Wassersportvereinen genutzten Bereich an der Südmole vom Masterplan profitieren kann. „Der Bereich braucht eine Neuordnung des Geländes. Wenn wir Planungssicherheit bekommen, könnten sich die vier Wassersportvereine Greifswalds in einem Trägerverein zusammenschließen und eventuelle Erweiterungen und Hallenbauten gemeinsam stemmen.“

Stadtplaner Georg Döll vom Büro Morgenstern erläuterte die Ideen für die Entwicklung der Ortsteile. Quelle: Anne Ziebarth

Spaziergänger können sich auf eine„neue Südmole“ freuen. Der Masterplan sieht eine Promenade bis ans Ende der Mole vor, auf dem man parallel zur Nordmole entlangflanieren soll.

„Wir werden nicht heute oder morgen in die Planungen gehen“, stellt Bausenatorin Jeannette von Busse klar. „Mit diesem Workshop wollten wir auch weitere Ideen sammeln, die auch in den Masterplan einfließen.“ Im kommenden Jahr soll der Masterplan noch von Ortsteilvertretungen und den Bürgerschaftsgremien überarbeitet werden, bevor er in die Bürgerschaft zur Abstimmung geht.

Anne Ziebarth

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