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Greifswald Greifswalder diskutieren mit Politikern über das Klima
Vorpommern Greifswald Greifswalder diskutieren mit Politikern über das Klima
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10:20 26.04.2019
Stefan Fassbinder, Christian Dahlke, Kira, Frithjof, Peter Adolphi, Mignon Schwenke und Tom Lange (v.l.) diskutieren über die Zukunft. Quelle: Stefanie Ploch
Greifswald

“Wir müssen handeln – wir müssen energisch handeln“, ist sich der Oberbürgermeister Stefan Fassbinder (Grüne) beim Klimawandel sicher. Die Klimadebatte löst viele Diskussionen aus. Nicht nur im Bundestag - auch Jugendliche, Lokalpolitiker und Vereine setzen sich mit dem Thema Klimaschutz auseinander. Unter dem Motto „Unser Klima – unsere Zukunft“ kamen am Donnerstagnachmittag in Greifswald genau diese Akteure zusammen, um in einer Podiumsdiskussion über die Klimapolitik zu reden.

Das EnergieunternehmenEnertrag“, und die Regionalgruppe Fridays-for-future luden dazu den Greifswalder Oberbürgermeister Stefan Fassbinder (Grüne), Landtagsmitglied Mignon Schwenke (Linke), Christian Dahlke vom Energieministerium und Peter Adolphi von der Akademie für nachhaltige Entwicklung ein. Weitere 100 Interessierte hörten der Diskussion gespannt zu.

Pascal Rosik stellte die Forderungen der „Fridays-for-future“-Ortsgruppe vor, unter anderem die Einführung einer CO2-Steuer, einem kostenlosen ÖPNV und generell eine Energiewende. Dann ging es in die heiße Phase der Diskussion – zu genau diesen Forderungen. „Man muss unterscheiden: Energiewende bedeutet keine Stromwende“, stellt Dahlke klar. Als Politiker sei es schwierig, mit höheren Strompreisen zu werben. Auch, wenn der Strom nachhaltiger entsteht. „Meiner Meinung nach ist das totaler Blödsinn so zu regieren, dass man auf alle Fälle wieder gewählt wird“, kontert Kira von der Fridays-for-future Gruppe. „Wenn man Haltung zeigt und das auch umsetzt, dann ist das für mich mehr Wert.“ Es folgte Applaus aus dem Publikum, in dem viele Schüler und Studenten saßen.

Die Fridays-for-future-Bewegung ist auch in Greifswald sehr aktiv. Zusammen mit Energieunternehmen Enertrag luden sie Politiker und Vertreter nachhaltiger Stiftungen zu einer Podiumsdiskussion ein.

Sowohl Fassbinder als auch Schwenke betonten in der fortlaufenden Diskussion, dass viele Lösungsansätze gut und richtig seien, aber sie nicht allein durchsetzbar sind. „Um einen Antrag durchzubringen, benötigt man die politische Mehrheit, daran scheitert es meistens“, sagt Schwenke. „Es gibt leider immer noch Leute im Landtag, die den Klimawandel leugnen und Diskussionen unnötig in die Länge ziehen“, sagt sie. Im Land gebe es noch viel Verbesserungspotenzial hinsichtlich erneuerbare Energien und Klimaschutz. In Greifswald werde schon viel dafür getan. „Wir setzen inzwischen auf nachhaltigem Bau“, erklärt der Oberbürgermeister. „Das ist zwar teurer, aber wir sehen es als richtig an.“ Auch die Einführung des ReCup-Bechers zählt Fassbinder zu den Erfolgen.

Doch richtig hitzig wurde die Diskussion nicht. „Dieses Format finde ich richtig gut“, sagt der Student Florian K. „Die Diskussion ist sehr menschen bezogen. Jedoch findet kaum eine Diskussion statt – die Politiker, die hier sind, sind schon auf unserer Seite“, sagt er. Genauso sieht es Niklas Nienaß. „Einige kontroverse Meinungen wären gut gewesen“, sagt er. Der Grünenpolitiker sei zur Diskussion gekommen, weil seiner Meinung nach das Klima über alle Bereiche der Zukunft entscheide. „Ein Austausch ist gut“, findet er. „Jedoch sollten die Leute von Fridays-for-future keine Lösungsansätze liefern müssen, wie es viele fordern.“ Viel mehr sollten die Politiker selbst danach suchen, schließlich hätten sie mehr Möglichkeiten zur Verfügung. „Ich fordere die Jugendlichen auf, auch weiterhin auf die Straße zu gehen“, sagt er während der Diskussion. „Proteste haben sich bisher immer gelohnt.“

Brauchen wir Gesetze für den Klimaschutz und somit eine Verpflichtung vonseiten der Politik? Nein – sind sich die Diskutierenden einig. „Es muss nichts verpflichtend werden, was eh nicht eingehalten werden kann“, sagt Kira. „Jedoch müssen die Politiker endlich handeln. Fast alle Parteien haben den Klimaschutz im Parteiprogramm enthalten.“ Vor allem in der Einschränkung von Plastik, Lebensmittelverschwendung und der Abschaffung von Inlandsflügen sollten Politiker handeln. „Das sind so große Forderungen, die wir in MV gar nicht konkret lösen können“, sagt Christian Dahlie dazu. „Aber wir können Impulse für die Bundesebene setzen.“

Stefanie Ploch

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