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Greifswald Greifswalds Bäume dürsten nach Wasser
Vorpommern Greifswald Greifswalds Bäume dürsten nach Wasser
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18:21 08.08.2018
Guido Wegner beim Gießen eines jungen Straßenbaumes in der Wiesenstraße. Mit einem Kollegen verteilt er täglich rund 5000 Liter Wasser.
Guido Wegner beim Gießen eines jungen Straßenbaumes in der Wiesenstraße. Mit einem Kollegen verteilt er täglich rund 5000 Liter Wasser. Quelle: Anne Ziebarth
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Greifswald

Die jungen Straßenbäume der Hansestadt stehen unter Stress. Trockenstress genauer gesagt, denn so bezeichnen Baumexperten den Zustand von Pflanzen, die unter Wassermangel leiden. Um das Überleben der jungen Straßenbäume zu sichern, ist während der vergangenen Monate täglich von früh bis spät ein Bewässerungsmobil der Hansestadt unterwegs, um die Jungbäume mit Wasser zu versorgen. „Wir haben jetzt seit einem Vierteljahr so gut wie keinen Niederschlag. So eine extreme Trockenheit habe ich noch nicht erlebt“, sagt Vorarbeiter Volker Peters vom städtischen Bauhof. „Und ich arbeite seit 27 Jahren in diesem Beruf.“ Seine zwei Kollegen Mario Felgenhauer und Guido Wegner lassen derzeit sonstige Aufgaben wie etwa den Baumschnitt ruhen und fahren mit dem „Tree-Life“-Bewässerungsmobil durch die Stadt.

Rund 5 000 Liter Wasser verteilen die beiden Männer täglich an die durstigen Bäume der Stadt. „Ich weiß von anderen Städten, in denen Bürger Patenschaften für Bäume oder Straßenzüge übernehmen“, erzählt  Peters. „Das könnte ich mir hier in Greifswald auch vorstellen. In diesem Sommer könnten die Bäume das gut gebrauchen“  Er deutet auf ein in der Baumscheibe einer Buche errichtetes Beet mit blühenden Sonnenblumen. „Das sieht schon toll aus“, sagt er. „Aber man sieht auch, dass die Krone der Buche mehr gelbe Blätter hat, als die Bäume daneben. Die Sonnenblumen sind eben auch immer auch Konkurrenten um das Wasser, in dieser Trockenzeit ganz besonders.“

Wieviel jeder junge Baum bekommt, ist unterschiedlich. „Ich arbeite auch seit über 20 Jahren in der Baumpflege“, erzählt Mario Felgenhauer. „Ich kenne sie alle und weiß welcher Baum etwas mehr braucht.“ Die Baumhaseln über der Tiefgarage hätten zum Beispiel immer Durst, aber auch die Linden an der Mensa bräuchten viel Wasser.  Greifswalds nachgepflanzte Bäume sind vor allem Hainbuchen und Chinesische Wildbirnen. „Das sind Bäume die nicht allzugroß werden und keine so ausladende Krone bekommen, wie zum Beispiel Linden“, erklärt Vormann Peters. „Das ist in der Stadt natürlich von Vorteil.“

„Wir gießen nur die jungen Bäume, das sind rund 450 Stück“, so Felgenhauer. Die älteren, deren Wurzeln schon tiefer gewachsen sind, müssen allein zurechtkommen.“ Auch die Rasenflächen der Stadt sind auf sich allein gestellt, die Blumenrabatten allerdings bekommen während der Trockenperiode Extraeinheiten. „Die Pflegekosten dürften in diesem Jahr höher liegen als im Vorjahr“, blickt Pressesprecherin Andrea Reimann voraus. „Genaue Zahlen kann man erst am Ende des Sommers nennen.“

Der Niederschlag am Mittwochmorgen jedenfalls konnten an der Trockenheit in der Stadt wenig ändern. Volker Peters scharrt mit dem Fuß etwas Erde rund um eine Hainbuche in der Wiesenstraße auf. „Das war ein Tropfen auf den heißen Stein“, sagt er. „Nicht mal ein Zentimeter Niederschlag.“ Ein Problem sei bei kurzen, heftigen Regenfällen auch immer der schnelle Ablauf des Regenwassers in die Kanalisation. „Davon sickert nichts in den Boden.“

Anne Friederike Ziebarth

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