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07:10 17.03.2019
Die HSG Leichtathletik inklusiv startet die Aktion "Das kannst Du auch", um mehr Menschen mit körperlichen oder geistigen Einschränkungen für den Sport zu begeistern. Hanna Wichmann (li.) ist bereits seit Jahren bei Para-Wettkämpfen erfolgreich und fungiert als Projekt-Patin, Peer Kopelmann (mi.) leitet die Aktion. Die 32-jährige Maria möchte gerne im Rennrollstuhlfahren aktiv werden. Quelle: Anne Ziebarth
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Greifswald

Die Abteilung Leichtathletik inklusiv gehört zu den erfolgreichsten Abteilungen der Hochschulgemeinschaft Sport (HSG). Nicht nur, dass hier Athleten mit und ohne Handicap gemeinsam trainieren, auch die Medaillenbilanz kann sich sehen lassen. Sportler aus der Greifswalder Sportgruppe sind regelmäßig bei internationalen Wettkämpfen präsent, Leichtathletin Lindy Ave belegte bei den sogar Paralympics 2016 gute Platzierungen. Trotzdem schaut Abteilungsleiter Peer Kopelmann auch stets nach vorn und will Nachwuchs für die Gruppe gewinnen. Dafür wurde jetzt die Aktion „Das kann ich auch“ gestartet. Mit Flyern und Postern will die HSG über ihr Sportangebot für Menschen mit Behinderung informieren und mehr junge Talente motivieren, sich im Verein auszuprobieren. „Wir gehen zwar in Schulen, aber alle jungen Menschen erreichen wir nicht“, so Kopelmann. „Einige wissen gar nichts über unsere Abteilung, andere haben gar keine Vorstellung vom Para-Sport, bei anderen haben auch die Eltern Bedenken, ob Sport für ihr Kind das richtige ist“, sagt Kopelmann. „Wir sind für Beratungsgespräche da und verabreden dann Probetrainings.“

Wie viel Spaß es machen kann, für seinen sportlichen Erfolg zu kämpfen, kann man sich vorstellen, wenn man in das lachende Gesicht von Hanna Wichmann schaut. Die 22-Jährige, die seit ihrer Geburt auf den Rollstuhl angewiesen ist, ist Projektpatin und bereitet sich gerade auf die Para-WM in Dubai vor. „Derzeit trainiere ich drei bis viermal in der Woche“, sagt die Athletin, die sich auf die Disziplinen Keule und Kugel spezialisiert hat. „Noch habe ich die Norm nicht erfüllt, aber ich arbeite hart.“ Ohne Partner, die der HSG finanziell zur Seite stehen, ginge es aber nicht, stellt Peer Kopelmann fest. Für die Wettkämpfe von Hanna zum Beispiel müsste zum Beispiel immer ein Betreuer zur Seite stehen, der die 22-jährige begleitet, die Reisen zu den Wettkämpfen seien teuer.

Auch das Vorhaben der 32-jährigen Maria kann nur mithilfe von Spenden umgesetzt werden. „Ich möchte gerne Rennrollstuhl fahren“, sagt die ausgebildete Bürokauffrau. Weil diese Sportart für die HSG noch Neuland ist, besuchen Peer Kopelmann und Maria nun gemeinsam eine Art Seminar, auf dem sie sich über Möglichkeiten des schnellen Rollstuhlsports informieren wollen. „Ein Spezialrollstuhl, der individuell für einen Einzelsportler gefertigt wird, kostet schnell 4000 Euro“, überlegt Kopelmann.„Wir würden lieber Modelle haben, die auf mehrere Sportler umgestellt werden können. Mal sehen, was der Markt bietet.“ Maria allerdings hat ihr nächstes sportliches Ziel bereits im Blick. „Ich habe mich für den Halbmarathon in Berlin gemeldet. Jetzt brauche ich nur noch jemanden, der mir ein Handbike leiht.“ Mit diesem zusätzlich an den Rollstuhl zu montierenden Hand-Antrieb ist es für die Rollifahrer leichter, längere Strecken zurückzulegen. Dass ein herkömmlicher Rollstuhl nur bedingt für Rennen taugt, hat die junge Frau bereits beim Citylauf feststellen müssen. „Ich wollte es unbedingt mitmachen und ausprobieren, ob ich mit dem Rollstuhl durchkomme“, sagt sie. „Aber nach einer Runde war Schluss.“

Wer Interesse an einer Beratung oder einem Probetraining hat, schreibt eine mail an: la-inklusiv@web.de oder informiert sich auf www.leichtathletik-inklusiv.de

Anne Ziebarth

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