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Greifswald Greifswalds Störche sind wieder da!
Vorpommern Greifswald Greifswalds Störche sind wieder da!
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19:49 01.04.2019
In Helmshagen traf am Sonntag die Störchin ein - sehnsüchtig erwartet von ihrem Partner Quelle: Erwin Rosenthal
Greifswald

Es klappert wieder in Greifswald – aber auch in Helmshagen, Leist oder Dersekow! Täglich vermelden uns Leser die Ankunft „ihrer“ Störche auf dem Nest. „Am Sonntag traf die Störchin ein, sehnsüchtig erwartet von ihrem Partner“, berichtet Professor Erwin Rosenthal über die Situation in Helmshagen. Noch alleine ist hingegen der Storch in Gladrow, wie uns Kathrin Krüger mitteilte. „Er ist zunächst nur kurz auf dem Nest gewesen, kam aber abends wieder“, schrieb sie. „Wollen wir hoffen, dass er oder sie bleibt.“ Erst im letzten Jahr hatte sich in Gladrow ein neues Storchenpaar angesiedelt, die Aufzucht von Jungen gelang nicht.

Am 15. März kamen die ersten Störche

Für den Altkreis Greifswald und die Bestandsübersicht sind die beiden Storchenbetreuuer Frank Tetzlaff und Jens Köhler zuständig, die derzeit viele Storchennester abfahren und schauen, welche Vögel bereits zurückgekehrt sind. Als erstes waren nach Angaben von Jens Köhler übrigens der Horst in der Grimmer Landstraße und zwei Horste im Tierpark besetzt. „Das war bereits am 15. März“, so Köhler. „Seitdem trudeln immer wieder Einzelstörche im Kreis ein. Ab dem 28. März ging es dann schneller und weitere Horste, etwa in Dersekow, Heilgeisthof oder Leist III oder Thurow wurden besetzt.“ Da auch auf dem Horst in Eldena nach Angaben Erwin Rosenthals wieder ein Storch steht, kann man feststellen. „Greifswalds Horste sind belegt“, im Umland hingegen sind noch viele Nester unbesetzt. „Bis Ende April treffen noch Störche ein. Das ist normal“, sagt Köhler. „Alle Störche, die später kommen, haben erfahrungsgemäß aber nur noch selten Nachwuchs.“

Gutes Flugwetter erforderlich

Für das Eintreffen der hier überwiegenden Ostzieher (Infokasten) ist eine stabile Wetterlage nötig Ideal ist stabile Hochdruckwetterlage, damit die Thermikflieger die warmen Luftströme nutzen können. „Sonntag war zum Beispiel auch ein ausgesprochen guter Zugtag“, berichtet Köhler. „Über der Grimmer Straße flogen rund acht bis zehn Störche.“ Die Störche kämen aus Afrika über den Suezkanal, durch den nahen Osten und stünden dann vor der Türkei, erklärt Köhler. „Und wenn da dann eine Schlechtwetterfront ist, kommen sie als Thermikflieger nicht über das Gebirge. Wenn sie über die Türkei hinweg sind, kommt der Balkan. Da sieht es nochmal ähnlich aus.“ Auf der östlichen Zugroute warten sowieso schon mehr Gefahren auf die Tiere. Insbesondere in der Türkei, in Jordanien oder Syrien droht den Tieren der Abschuss. „Zum Zeitvertreib“, sagt Köhler bitter. Einige Stämme in Afrika jagen die Störche auch zum Nahrungserwerb, das sei in der Menge aber nicht entscheidend. „Was sich schlimmer auswirkt sind die Vergiftungsaktionen gegen große Heuschreckenschwärme, bei denen die Störche gleich mitvergiftet werden, weil sie die Heuschrecken fressen.“

Der Bestand der Störche in Vorpommern ist in den vergangenen Jahren stark zurückgegangen

Nur an der Situation in Afrika kann es nicht liegen, Bundesländer im Westen Deutschlands verzeichnen seit Jahren einen Anstieg der Störche. Wahrscheinlich spielt die Reiseroute eine Rolle, denn die Zugroute der westdeutschen Populationen führt über Nordafrika und Spanien. Diese Tour kann mit einem besseren Nahrungsangebot aufwarten, als die gefährlichere Route der Ostzügler. Hier drohen zum Beispiel auch klimatische Extreme, wie im vergangenen Jahr als ein dramatischer Wintereinbruch die Tiere in Bulgarien überraschte. Die genauen Gründe für den Rückgang des Bestandes sind nicht einwandfrei belegt. Sicher ist nur: Die Population in Vorpommern geht in den vergangenen Jahren dramatisch zurück. Gerade einmal 31 Brutpaare nisteten im vergangenen Jahr im Altkreis Greifswald. Zum Vergleich: 1997 waren es noch über 50 Brutpaare. „Damit ist der Bestand in den vergangenen 21 Jahren um etwa 40 Prozent gesunken“, sagte Frank Tetzlaff im vergangenen Jahr. Im gesamten Bundesland MV ist die Zahl der Brutpaare in den vergangenen Jahren fast um die Hälfte zurückgegangen. So verzeichnete der Naturschutzbund (Nabu) 1994 noch 1237 Paare, 2017 waren es gerade einmal knapp 700. Storchenfachmann Matthias Bräse von der Insel Rügen betonte, dass in Vorpommern auch marodierende Jungstörche und der Wandel der Kulturlandschaft für den Rückgang der Zahlen verantwortlich seien. „Die ersten Tage der Jungenaufzucht sind für das Überleben entscheidend. Hier brauchen die Jungvögel aber nicht Maus oder Frosch, sondern überwiegend Insekten“, erklärte Bräse gegenüber der OZ. „Die finden sie auf Dauergrünland, in Brachflächen oder Böschungen. In der Erwerbslandschaft werden in der Regel Insektenvernichtungsmittel eingesetzt, das ist nicht von heute auf morgen zu ändern. Aber im Kleinen sollte man darauf verzichten, wenn man etwas für die Störche tun will.“

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