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Greifswald Greifswalds grüne Lunge wird immer kleiner
Vorpommern Greifswald Greifswalds grüne Lunge wird immer kleiner
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00:00 26.05.2017
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Krankheit der Bäume ist nur billige Ausrede Leserbrief zum Thema Baumfällungen in Greifswald:

Ausgehend von vielen Meinungen besorgter Bürger über die rücksichtslosen Baumfällungen im gesamten Stadtgebiet von Greifswald ist es doch sehr wichtig, endlich mal über die Schäden in der Natur gründlich nachzudenken. Bis zur Wende war Greifswald eine Stadt, die von westdeutschen Besuchern wegen ihrer gesunden Luft und den schönen alten Bäumen (besonders die Wolgaster Straße als Kastanienallee oder der Wall mit dem alten Baumbestand) immer wieder gelobt wurde. Es macht Spaß und ist erholsam, hier spazieren zu gehen, waren die Worte älterer Bundesbürger, die uns besuchten.

Vor der Wende war Greifswald viel grüner und naturfreundlicher. Es gab viel mehr verschiedene Vogelarten zu beobachten. Doch es ist erschreckend, wie unsere Verantwortlichen der Stadt mit dem kostbaren Grün seit der Wende umgehen. Unzählige große, alte stattliche Bäume werden überall gefällt, um Platz zu schaffen für viel Beton in Form von Häusern, Pflaster, Parkflächen und sonstigen Geldausgaben. Da werden die schönen alten Bäume am Nexöplatz, Karl-Marx-Platz, Theaterplatz, Schützenstraße, Eldena, Pappelallee, Elisenhain, Ostseeviertel, Trelleborger Weg, KAW und vielen anderen Stellen einfach umgelegt. Wie durchsichtig und steril ist der Wall geworden. Sein vor Sonne und Regen schützendes Blattwerk und die gesunde Luft sind unwiederbringlich verloren. Es wurden auch unlängst die großen Bäume an den Garagen im Trelleborg Weg gefällt, wo nicht gebaut werden kann. Die Begründung, dass die Bäume wegen Krankheiten entsorgt werden müssen, ist nur eine billige Ausrede und lässt darauf schließen, dass jahrelang in dieser Hinsicht keine Pflegemaßnahmen erfolgten. Bäume sollten regelmäßig gepflegt und ausgelichtet werden, dann treiben sie gesunde Äste und können erhalten werden. Ein Zurücksetzen einiger Äste wäre auch möglich. Aber Umlegen und Entsorgen ist wohl die einfachste Art und Weise.

Auch die Ausrede, dass es zu viel kostet, kann nicht geteilt werden. Dann sollte weniger Geld für unnütze, von Bewohnern abgelehnte Maßnahmen wie vernässte und Rückbau von kultivierten Flächen, sondern mehr für die Naturerhaltung und Pflegemaßnahmen eingeplant werden.

Ist man sich in der Stadt bei den Verantwortlichen eigentlich bewusst, dass mit dem Fällen jedes großen Baumes Lebensraum unzähliger Insekten und Tiere brutal vernichtet wird? Keine Bäume, keine Insekten, keine Vögel, kein Schatten, keine Erholung in einer schönen grünen Stadt. Das ist das Ergebnis unserer auf viel zu enge Bebauung in den Wohngebieten ausgerichteten Politik.

Mit Blick auf den Klimawandel sollte mehr Wert auf Schattenspender in den Wohngebieten gelegt werden. Der viele Beton kann in den Sommermonaten von älteren Menschen, Kindern, Familien, Erholungssuchenden und Urlaubern nicht einladend sein. Die neu gepflanzten Bäume sind überhaupt keine Alternative für das Fällen großer Bäume.

Durch das Abholzen und Auslichten von Büschen und Sträuchern (vor kurzem passiert in der Wolgaster Straße beim roten Netto Markt und seit längerer Zeit in allen Stadtteilen und der freien Natur an Straßen und Feldern) haben die Tiere keine Unterschlupf- und Nahrungsmöglichkeiten. Der Artikel in der OZ vom 12.5.2017 „Mehr Grün für das Ostseeviertel“ klingt wie eine Entschuldigung für die gefällten Bäume im Trelleborger Weg. Auch wenn die alten Bäume nicht dem modernen Trend entsprechen, sollten sie schrittweise und naturgerecht auf längerem Zeitraum ersetzt werden.

Seit der Wende nimmt der Bestand unserer Vögel rapide ab. Was sagen unsere Biologen und Umweltschützer zu dieser Situation? In den letzten Jahren blieben Sonnenblumen fast unberührt. Ein Ergebnis von sterilen Flächen und Monokulturen ist das Sterben unserer Vogelwelt. Da helfen auch die Wildblumenwiesen nicht für paar Wochen im Jahr, die kostspielig hergerichtet werden. Für diese Maßnahmen ist vielfach die Zustimmung der Bürgerschaft notwendig. Hier sollten die Mitglieder nicht nur den finanziellen Aufwand sehen, sondern auch den Nutzen der Umwelt. Am Aussterben der Vögel und Tiere hat die Bürgerschaft einen großen Anteil mit der Zustimmung zum Kahlschlag in Greifswald.

Anita Stops, Greifswald Namen der Stadt reduzieren Zum Arndt-Streit: Angesichts der Tatsache, dass die leitenden Macher der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald die Ablegung des Traditionsnamens weiter verfolgen – man merkt es bei dem „Willen“ in die Diskussion zu kommen, man ist ja autonom – werde ich den Bürgerschaftsmitgliedern empfehlen, den Namen der Stadt Greifswald auf „Hansestadt Greifswald“ zu reduzieren und „Universitäts- und“ zu entfernen, denn dann ist es nicht mehr die Universität der Stadt Greifswald.

Weiterhin werde ich meine Zahlungen (Steuern) an das Finanzamt Greifswald einstellen und dieses Geld auf ein Anwaltskonto einzahlen, damit es nicht mehr der Universität zugute kommt.

Ich bitte um Aufklärung, welcher der Studentenvertreter im Senat sein Mandat nicht richtig erhalten hat, um eine Anzeige bei der Staatsanwaltschaft zu machen. Leider konnte dies an der betreffenden Freitagsveranstaltung nicht mehr gesagt werden, da die Senatsvorsitzende den Ton an dieser Stelle abdrehte.

Leonhard Bienert, Greifswald Aufmerksam bleiben

Zu „Arndt-Debatte leid geworden“ (OZ vom 6. Mai 2017):

Dass nun alles, strategisch gesehen, in einer Pattsituation steckenbleibt, war schließlich vorauszusehen. Nach Offensive und Gegenoffensive nun das Stellungsspiel. Das ist im Prinzip nichts Schlechtes, den Status quo so zu befestigen. Es kühlt die heißgelaufenen Motoren wieder herunter. Ein Kompromiss wäre schon erreicht, wenn alles so bleibt, wie es ist. Es sei denn, der Senat wendet die Einschlaftaktik an. Wenn lieb' Greifswald eingeschlafen ist, wird erneut per Handstreich der Namenspatron per Beschluss zur Hintertür hinausbefördert – möglicherweise schon im September nach der Bundestagswahl.

Deshalb, Arndt-Freunde aufgepasst! Die Transparente noch nicht in die Ecke stellen, möglicherweise werden sie erneut gebraucht.

Hans-Jürgen Schumacher, Greifswald Ein Kompromiss wäre sinnvoller Zum selben Thema: Immer wieder wird von Arndt-Gegnern versucht in Zweifel zu ziehen, dass die Mehrheit der Greifswalder Bevölkerung zu ihrem Arndt steht. Beispiele? Zuletzt in dem Leserbrief „Niemand weiß, wie viele für Arndt sind“. Dort heißt es, neben der Online- sei auch die Telefon-Umfrage nicht aussagekräftig, weil ein Teil der Bevölkerung nicht im Telefonbuch steht und deshalb nicht befragt werden konnte. Es stimmt zwar, dass ca. ein Viertel aller realen Anschlüsse nicht im Telefonbuch stehen. Aber selbst wenn alle diese Bewohner gegen Arndt gestimmt hätten, die Mehrheit für ihn wäre trotzdem sicher gewesen. Wie bei der Online-Umfrage. Da wurde ein Viertel aller Stimmen gegen Arndt herausgerechnet, weil diese manipuliert abgegeben wurden. Das konnte die 80 Prozent Stimmen pro Arndt aber lediglich auf 60 Prozent drücken. Als im April in der Bürgerschaft an einer Stellungnahme an den Senat der Universität gearbeitet wurde, in welcher von einer Mehrheit der Greifswalder Bevölkerung für Arndt die Rede ist, argumentieren Arndt-Gegner tatsächlich, man wisse doch nicht, wie die Greifswalder mehrheitlich zu Arndt stehen. Und bei der von Anfang an übergroßen Mehrheit der Leserbriefe pro Arndt in der OZ mutmaßt man eine parteiische Selektion durch die Redaktion. Warum aber diese andauernden postfaktischen Versuche, offensichtliche Tatsachen in Frage zu stellen? Sind es vielleicht Schutzbehauptungen, weil dem einen oder anderen Arndt-Gegner Zweifel kommen, ob die vollständige Tilgung Arndts aus dem Namen der Universität wirklich klug und alternativlos ist, wenn damit eine Mehrheit der Bevölkerung der Uni-Stadt auf lange Zeit verprellt wird? Zwar braucht die Stadt ihre Uni, aber diese wird, wie in der Vergangenheit oftmals geschehen, auch zukünftig die Unterstützung der Stadt benötigen. Ob da ein Kompromiss nicht sinnvoller wäre?

Klaus Hartmann, Greifswald Ein Theaterstück, das lange nachwirkt Zum Klassenzimmerstück „Krieg, stell dir vor, er wäre hier“:

Eine wirklich schreckliche Vorstellung, die in unserem alltäglichen Leben zum Glück kein Thema ist. Wie es ist, wenn Menschen nicht schlafen können, weil in den Nachbarhäusern Bomben einschlagen oder sich Familien im Keller verstecken müssen – ohne Nahrung und ohne fließend Wasser. Immer der Gefahr ausgesetzt, selbst getötet zu werden bzw. täglich damit rechnen zu müssen, ein Familienmitglied zu verlieren? In Deutschland schwer vorstellbar, aber in vielen Ländern die Realität.

Was wäre, wenn Deutschland und Frankreich sich bekriegen würden, die Europäische Union zerfallen und wir auf dem Weg nach Ägypten? Was kann ich mitnehmen, was muss ich alles zurücklassen, wie bezahle ich die Schlepper? In diese Situation wurden die Schülerinnen und Schüler der 11. Klasse des Fachgymnasiums der Beruflichen Schule in der Siemensallee gebracht. Der Schauspieler Felix Meusel nahm 23 Schüler durch aktive Einbeziehung in das Klassenzimmerstück „Krieg, stell dir vor, er wäre hier“zu einem Perspektivwechsel mit. Ein deutscher Jugendlicher flieht vor dem Krieg in Europa. Geglückte Flucht, Ankunft in Ägypten und was nun? Andere Sprache, andere Sitten, kein Schulabschluss und keine Arbeit, kein Geld und das Gefühl, nicht willkommen zu sein.

45 Minuten, die so schnell vergangen sind und doch so viele Eindrücke vermittelt haben, wie es kein „normaler“ Geschichts- oder Sozialkundeunterricht kann.

Nach Auswertung des Gesehenen und regen Diskussionen im Anschluss über aktuelle Flüchtlingspolitik, persönliche Einstellungen und Vorurteile der Schüler gegenüber Flüchtlingen und Migranten blieben beeindruckende Bilder zum Thema ,Krieg’ in den Köpfen hängen und auch die Situation der jungen unbegleiteten Flüchtlinge in unserer Schule haben bei manchen die Sichtweise vielleicht geändert.

Für die beeindruckende Darstellung und wertvolle Aufarbeitung des Stückes „Krieg, stell Dir vor, er wäre hier!“ möchten wir, die Klasse FGW61 mit der Lehrerin Frau Hohmann und den Schulsozialarbeitern Herrn Elsner und Frau Jenning, uns recht herzlich beim Theater Vorpommern bedanken und insbesondere bei Felix Meusel und Karina-Paula Kecsek sowie dem Präventionsverein der Stadt Greifswald für die finanzielle Unterstützung.

Kai Elsner und Mandy Jenning 25 Jahre Kinderfest für Jedermann

Zum Integrativen Kinderfest des Behindertenforums:

Wie fast immer in den letzten 25 Jahren lachte die Sonne. Rund um das Haus der Begegnung, der Heimstatt des Behindertenforums, trafen sich Greifswalder und Menschen aus dem Umland, um ein Zeichen für Toleranz zu setzen, eigene Möglichkeiten zu zeigen und gemeinsam schöne Stunden zu erleben. Senioren saßen am Brunnen und betrachteten bei Diskoklängen das bunte Treiben. Kerstin Scheftelowitz, Rollstuhlfahrerin, malte mit den Kindern. Julia Pflaume, selbst beeinträchtigt, konnte sich kaum ausruhen beim Büchsenwerfen. Das war besonders bei Kindern beliebt, deren Sprache zeigte, dass sie noch nicht lange in Deutschland leben. Kunstvolle Luftballonfiguren veranlassten Mütter sich anzustellen. SPD, CDU und Linke unterstützten das Fest mit Ständen. Die Landtagsabgeordneten Mignon Schwenke (Linke) und Egbert Liskow (CDU) waren selbst dabei und Minister Christian Pegel (SPD) schaute mit seinen Kindern vorbei.

Allen fleißigen Helfern mit und ohne Beeinträchtigungen waren das „Dankeschön“ der Besucher Ansporn, Nummer 26 des Festes folgen zu lassen. Vielleicht standen auf den Zetteln der aufgelassenen Ballons auch Wünsche nach einer solchen toleranten Gemeinsamkeit aller Menschen.

Christiane Baller, Greifswald

OZ

Das Stadtparlament setzt sich für mehrjährige Verträge und einen langfristigen Erhalt aller Stellen ein

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Ein Teil der Stellen wird zu 50 Prozent aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds finanziert. Die Gelder werden über die Länder weitergereicht.

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Fläche in Eldena wurde nicht zwangsversteigert.

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