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Greifswald Gribow investiert in LED-Leuchten
Vorpommern Greifswald Gribow investiert in LED-Leuchten
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13:29 28.02.2019
Gribow ist mit 140 Einwohnern die kleinste Gemeinde im Amt Züssow. Quelle: Petra Hase
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Gribow

Schule, Kindergarten, Dorfladen, Kirche ... all das hat Gribow, mit 140 Einwohnern die kleinste Gemeinde im Amt Züssow, nicht aufzuweisen. Trotzdem behauptet sie sich im Reigen der noch 14 Kommunen. Eine Fusion, wie Lühmannsdorf und Karlsburg sie in diesem Jahr vollziehen wollen, kam für Bürgermeister Thomas Peterson und seine Mitstreiter nicht in Frage. „Natürlich hätten wir uns zum Beispiel Gützkow anschließen können“, räumt Peterson ein. Lüssow, Kölzin und Breechen taten dies bereits vor Jahren. Die Kleinstadt an der Peene verfügt über eine gute Infrastruktur und liegt schließlich nur sechs Kilometer entfernt. „Doch große Sprünge hätte das vom Land verteilte Hochzeitsgeld auch nicht ermöglicht“, argumentiert Peterson und fügt hinzu: „Solange wir die Aufgaben hier noch selbst stemmen können, wollen wir es auch tun.“

An Kandidaten für die Kommunalwahl mangele es daher nicht. „Für die Gemeindevertretung brauchen wir sieben Leute. Die kriegen wir zusammen“, sagt der 36-jährige IT-Spezialist, der seit September 2015 für die Gribower Wählergemeinschaft als Bürgermeister agiert. Im Mai wolle er sich erneut für das Ehrenamt zur Verfügung stellen.

Auch wenn keine großen Wünsche realisierbar seien, so wolle die Gemeinde in diesem Jahr zumindest 154000 Euro investieren und damit zwei wichtige Vorhaben anpacken: „Zum einen wollen wir die Straßenbeleuchtung in Gribow und Glödenhof auf LED-Leuchten umstellen“, sagt Peterson. 110000 Euro seien dafür in den kommunalen Haushalt eingestellt worden. Die Hälfte des Geldes komme aus einem Fördertopf. „Zum anderen wollen wir das Löschwasserproblem in der Gemeinde lösen und werden dazu in den Bau von zwei Entnahmestellen in beiden Orten investieren“, berichtet er. Nach jetzigem Stand koste dieses Vorhaben 44000 Euro. Der Haushaltsplan für das laufende Jahr haben die Abgeordneten am Mittwochabend einstimmig beschlossen. Auch die Kreditbelastung halte sich für Gribow in Grenzen, so Peterson. „Ein Kredit, den wir mal für die Abwasserbeseitigung aufgenommen haben, läuft 2019 aus. Bleibt dann nur noch der Kredit für unser Feuerwehrfahrzeug“, sagt er. Diese vor vier Jahren getätigte Investition sei richtig und wichtig gewesen. Denn die Feuerwehr, die ein gutes Dutzend Mitglieder habe, leiste mit ihrem Wehrleiter Steffen Kebschull wertvolle Arbeit für die Gemeinde, lobt Peterson.

Wie andere Bürgermeister in Vorpommern-Greifswald setzt auch Thomas Peterson darauf, dass die Gemeinde mit der Neuordnung des Bund-Länder-Finanzausgleichs künftig mehr Geld erhalte. Zwar verzeichne Gribow aktuell eine positive Entwicklung bei den Gewerbesteuereinnahmen, rechne in diesem Jahr mit 40000 Euro. Doch angesichts steigender Baukosten sei selbst so eine Summe ein Tropfen auf dem heißen Stein. „Schön wäre, wenn wir mal den Gehweg an der Hauptstraße erneuern könnten, der ist sehr marode“, sagt der Bürgermeister. Allerdings sehe er dafür momentan kein Geld. Wünschenswert wäre auch die Fortführung des Radweges an der Bundesstraße 111 von Züssow nach Gribow und Gützkow. Doch der Bund als zuständiger Baulastträger hat dergleichen noch nicht auf der Agenda.

Gern würde die Gemeindevertretung dafür Sorge tragen, dass die Einwohnerzahl in der Perspektive wieder wächst. Immerhin lebten in den beiden Dörfern vor vier Jahren noch gut 170 Menschen. „Doch leider haben wir nicht mehr viele Bauplätze zu vergeben“, bedauert der Bürgermeister. In Glödenhof gebe es zwei Grundstücke. „Bevor wir die veräußern können, muss erst die Löschwasserentnahmestelle fertig sein“, erklärt er.

Einwohner verloren hat in den vergangenen Jahren insbesondere Gribow: Die meisten Wohnungen der drei alten Plattenbauten in der Chausseestraße stehen leer. Eines der beiden Gebäude in Privathand ist komplett freigezogen „und soll wohl abgerissen werden“, berichtet der Bürgermeister. Was mit dem anderen geschehe – unklar. Auch das Mehrfamilienhaus mit zwölf Wohnungen auf der gegenüberliegenden Seite, das sich im Eigentum der Verwaltungs- und Wohnungsbaugesellschaft Hanshagen (VWG) befindet, steht zur Hälfte leer und vermittelt einen stark sanierungsbedürftigen Eindruck. Ob das Gebäude eine Zukunft hat? Unklar. Frühere Abrisspläne wurden wieder ad acta gelegt, doch eine Modernisierung steht in absehbarer Zeit auch nicht auf dem Programm.

Petra Hase

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