Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Greifswald Große Autos blockieren immer mehr Parkflächen
Vorpommern Greifswald Große Autos blockieren immer mehr Parkflächen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:19 22.11.2018
Servicemitarbeiter Torsten Westphal hat alles im Blick. Zur Not gibt er auch Starthilfe. Quelle: Anne Ziebarth
Anzeige
Greifswald

„Ich finde keinen Parkplatz, ich komm zu spät zu Dir, mein Schatz...“ heißt es in einem Lied von Herbert Grönemeyer, ähnlich geht es vielen Greifswaldern auf dem täglichen Weg zur Arbeit. Denn obwohl in Greifswald rund 1200 Parkplätze, davon 850 auf beschrankten Flächen, bereitstehen, sind freie Plätze für Berufstätige oft Mangelware. „Besonders im Sommer, wenn noch Touristen dazukommen, wird es schwierig“, meint Matthias Endlich aus Wolgast. Das Parkplatzsuchen sei für ihn häufig nervenaufreibend. „Man will ja auch nicht fünf Kilometer vom Parkplatz zur Arbeit laufen.“ Auch Ines Meyer aus Lubmin verbringt häufig viel Zeit mit der Suche. „Ein paar mehr Parkplätze wären schon schön“, meint sie. „Aber ich wüsste auch nicht wo die noch hinsollen.“

Die Stadt Greifswald weiß um das Problem und versucht, neue Parkflächen zu schaffen. Durch die Umgestaltung des Parkplatzes Museumshafen Nord stehen dort jetzt 240 Plätze zur Verfügung, das sind rund 60 mehr als vorher. Auch der Bau eines Parkhauses am Nexöplatz ist geplant.

Detlef Borchert, Chef der Parkraumbewirtschaftungs GmbH Greifswald Quelle: HGW

„Dort sollen perspektivisch 400 Parkplätze entstehen“, informiert Detlef Borchert, Geschäftsführer der Greifswalder Parkraumbewirtschaftungsgesellschaft (GPG). „Im kommenden Jahr könnte es mit dem Bau losgehen.“

Doch das ändert nichts an der aktuellen Lage der Berufspendler. „Die Stoßzeit beginnt um 7 Uhr, um 9 Uhr sind die meisten Parkplätze bereits voll“, bestätigt Borchert. „Beliebt sind vor allem die Plätze am Hansering, am Bahnhof und am Theater.“ An einigen Tagen seien die Parkplätze zu 95 Prozent ausgelastet. „Greifswald boomt, es gibt viele Arbeitsplätze. Das kann man auch an der Auslastung sehen“, so Borchert.

Einige Autofahrer halten sich nicht an die Markierungen und nehmen so unnötigen Platz weg. Quelle: Anne Ziebarth

 

In der Tiefgarage am Markt befindet sich das Kontrollzentrum der innerstädtischen Parkplätze. Von hier aus wird via Video- und Datenübertragung kontrolliert, wie die Lage auf den Parkplätzen aussieht. Hier arbeitet Torsten Westphal vom Parkhausservice. „Die Arbeit ist abwechslungsreicher, als man denkt. Schließlich bin ich ja auch Ansprechpartner für die Nutzer der Parkplätze“, meint er. „Mal geht es nur um durchfallende Münzen oder verlorene Parktickets. Ab und an bleibt aber auch ein Auto stehen. Dann schiebe ich auch mit an oder gebe Starthilfe.“ Immer häufiger muss er aber auch Autofahrer auf die zulässige Länge von 5 Meter hinweisen. Das liege auch an den Trends in der Autobranche. „Die Fahrzeuge werden immer länger und breiter“, moniert Borchert. Dafür seien selbst die über der Norm liegenden Parkplätze Greifswalds mit einer Größe von 2,50 mal 5 Metern zu klein. „Entweder die Autos ragen auf den Fahrtweg und behindern andere Leute, oder sie werden schräg geparkt“, beschreibt er. „Damit nehmen sie aber gleich zwei Plätze in Anspruch.“ Das wiederum könne das elektrische Parkleitsystem nicht erkennen, welches sich an den gezählten Ein- und Ausfahrten orientiere.

Keine Platzprobleme: Fiat 500 in der Tiefgarage Quelle: Detlef Borchert

Damit es trotzdem nicht zu fehlerhaften Anzeigen im Parkleitsystem kommt, nutzen die Mitarbeiter der Parkraumbewirtschaftung nicht nur die Videokameras, sondern sind auch draußen unterwegs und korrigieren die Zahlen der freien Plätze nach. Für die Nutzung der Parkplätze gelten klare Regeln. „Wir haben extra ein Schild anbringen lassen, was auf die maximal zulässige Autolänge von fünf Metern hinweist“, beschreibt Borchert und deutet auf die Einfahrt zur Tiefgarage im Markt. „Daran halten sich aber nicht alle.“

Ein Schild soll Autofahrer mit einem zu langen Auto an der Einfahrt hindern. Quelle: Anne Ziebarth

Immer wieder würden auch Pickups oder Fahrzeuge mit Fahrradanhänger die Tiefgarage anfahren. „Dann müssen die Mitarbeiter hin und die Fahrzeugführer wieder rausschicken, es hilft alles nichts“, so Borchert. Er appelliert an die Autofahrer, beim Kauf eines Neuwagens auch an die Länge des Autos zu denken. „Vielen Menschen ist gar nicht klar, dass die Maße auch negative Konsequenzen haben können. Autos über fünf Meter Länge sollten in Greifswald am Straßenrand parken. Dort sind natürlich weniger Plätze zu finden.“

Anne Ziebarth

Usedom Wut auf Untätigkeit der Politik - Unternehmer kämpfen für Peene-Werft

Das Schicksal der Peene-Werft und der Stadt Wolgast ist nach Rüstungsexport-Stopp in aller Munde. Für seine klaren Worte erntet Bürgermeister Stefan Weigler viel Zuspruch und Unterstützung.

22.11.2018

Eine 69-jährige Toyotafahrerin übersah beim Wenden im Helsinkiring eine 15-jährige Radlerin. Zudem stürzte ein 8-Jähriger mit seinem Rad auf der Europakreuzung.

22.11.2018

Im Begegnungszentrum „Schwalbe“ im Ortsteil Schönwalde geben sich kleine und große Leute täglich die Klinke in die Hand. Lesen Sie hier den Bericht vom November 2018.