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Greifswald Großgemeinde Landhagen vor dem Aus
Vorpommern Greifswald Großgemeinde Landhagen vor dem Aus
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12:20 28.03.2018
Das Gebäude des Amtes Landhagen
Das Gebäude des Amtes Landhagen Quelle: Peter Binder
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Greifswald

Mindestens 5000 Einwohner soll eine Großgemeinde Landhagen bei Greifswald haben. Nur dann gibt es einen hauptamtlichen Bürgermeister. Aber daraus wird wohl nichts. Ohne die 2300 Neuenkirchener können die 5000 Bürger nicht mehr erreicht werden, weil auch schon die 1100 Dersekower nicht dabei sind.

Dabei stimmten auf der Sitzung der Gemeindevertretung sechs der anwesenden zehn Abgeordneten für den ausgehandelten Hochzeitsvertrag, drei votierten dagegen, einer dagegen. Nötig wären aber laut Gesetz sieben Ja-Stimmen gewesen, die absolute Mehrheit der gewählten zwölf Gemeindevertreter.

Bisher haben nur die kleinen Gemeinden Dargelin und Levenhagen für eine Hochzeit gestimmt, Behrenhoff hat die Entscheidung vertagt. Für Diedrichshagen, Mesekenhagen und Wackerow gibt es noch keine Termine für eine Abstimmung. Aber selbst wenn diese zustimmen würden, kommen keine 5000 Einwohner mehr zusammen.

Landhagen galt lange als Vorzeigeprojekt für freiwillige Fusionen in MV, die das Land mit Prämien und Entschuldungshilfen belohnt. Über größere Gemeinden werden auch deutliche Einsparungen in der Verwaltung erwartet, die wieder Handlungsspielräume für die klammen Kommunen eröffnen. Bei den bisher stattgefundenen Einwohnerversammlungen wurde von Gegnern vor allem mit Demokratieverlust vor Ort und unklaren Auswirkungen der Fusion argumentiert.

Wackerow hat außerdem die Option, Greifswald zu heiraten. Der Vertrag ist ausgehandelt. Laut Kommunalaufsicht kann das hochverschuldete Wackerow ohne Fusion nicht überleben.

Oberdörfer Eckhard