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Greifswald Erstmals Blaualgen in Lubmin
Vorpommern Greifswald Erstmals Blaualgen in Lubmin
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17:32 23.07.2018
Das Wasser vor Lubmin hat am Wochenende eine tiefgrüne Färbung angenommen. Quelle: Simon Torkler
Lubmin

Badegästen in Lubmin ist am Wochenende der Spaß am Schwimmen vergangen. Statt klaren Wassers bot sich den Besuchern und Einheimischen eine undurchsichtige, grüne Brühe. Neben der in Boddengewässern durchaus üblichen Algenblüte im Sommer, hat das Gesundheitsamt des Landkreises auch Cyanobakterien („Blaualgen“) festgestellt. Diese gelten als gesundheitsgefährdend, können Hautreizungen und Vergiftungserscheinungen auslösen. „Die Dichte von Algen war so stark, dass sich das gesamte Meer in eine grüne Flüssigkeit verwandelt hat“, berichtete Simon Torkler. „Nach dem Verlassen des Meeres zog sich ein dichter grüner Film über die gesamte Haut.“ Erst im Nachhinein sei ihm der Gedanke gekommen, dass es sich auch um Blaualgen gehandelt haben könne. „Bei uns sind Hinweise auf Algenaufkommen eingegangen, Mitarbeiter des Gesundheitsamtes, das für die Badewasserqualität zuständig ist waren sofort unterwegs“, sagt Achim Froitzheim. „Mittlerweile wissen wir, dass in Lubmin mit großer Wahrscheinlichkeit ein Befall mit Cyanobakterien vorliegt.“ In Lubmin sollten am Montag unmittelbar nach Bekanntwerden des Ergebnisses Schilder aufgestellt werden, die vor dem Baden warnen.

Gesundheitsamt des Landkreises stellt vor Lubmin Cyanobakterien fest. Diese können Hautreizungen und Vergiftungen auslösen

Wind hat Algenteppiche aufs Meer zurückgetrieben und zerstreut

Doch das Wetter war auf Seiten des Seebades. „Wir haben Glück. Der Wind hat die Algen zurück ins Meer gedrängt und zerstreut“, berichtete der Lubminer Bürgermeister Axel Vogt am Montagnachmittag. „Das Wasser ist bereits wieder klar.“ Gemeinde und Landkreis waren sich in diesem Fall einig, dass auf das Aufstellen der Warnschilder in diesem Fall verzichtet werden könne , bestätigte Achim Froitzheim. Der flächendeckende grüne Teppich, den viele Besucher des Strandes gesehen haben, ist nach Meinung des Bürgermeisters auch eher der normalen Vermehrung von Algen im Sommer zuzuordnen, als dem Vorkommen von Cyanobakterien. „Bisher ist Lubmin noch nie von Blaualgenvorkommen betroffen gewesen“, sagt Leitende Verwaltungschefin des Amtes Lubmin, Astrid Holzhüter. „Wir hoffen sehr das das auch künftig so bleibt.“ Blaualgen sind eigentlich keine Algen, sondern Bakterien. Diese sogenannten Cyanobakterien können in hoher Konzentration für Menschen ein gesundheitliche Risiko bedeuten. Verantwortlich dafür sind die Abbauprodukte der Bakterien, die zu Hautreizungen oder bei Verschlucken auch zu Übelkeit und Vergiftungserscheinungen führen können. Tiere wie zum Beispiel Fische oder Enten, können an den Vergiftungen sterben. Eine unverhältnismäßige Vermehrung von der Blaualgen wird meist durch hohe Wassertemperaturen in Verbindung mit einem erhöhten Phosphatgehalt im Wasser ausgelöst.

Auch andere Standorte im Landkreis beprobt

Der Landkreis Vorpommern-Greifswald ist durch die erste Meldung über das Vorkommen der Cyanobakterien sensibilisiert. „Es sind noch an weiteren Standorte Wasserproben entnommen und zur Untersuchung auf Cyanobakterien an das Landesamt für Gesundheit und Soziales versandt worden“, so Froitzheim. „Das betrifft unter anderem die Orte Freest, Ludwigsburg und Loissin.“ Die Ergebnisse werden im Laufe des heutigen Tages erwartet. Die erste Warnung vor Blaualgenvorkommen in diesem Jahr ist in Schwerin herausgegeben worden. Hier wird vor dem Baden im Burgsee nahe des Schweriner Schlosses gewarnt. Der Juli und der August gelten wegen der hohen Wassertemperaturen als die Hochzeiten für eine Vermehrung mit Cyanobakterien. Auch die immer noch hohe Stickstoffbelastung der Ostsee durch Düngemittel kann die Ausbreitung der Bakterien begünstigen, sagen Experten des Leibnitz Institutes  für Ostseeforschung in Warnemünde.

Blaualgen sind Cyanobakterien, keine Algen. Die Einzeller kommen sowohl im Süßwasser als auch im Salzwasser vor. Vermehren sie sich massenhaft, kann das Baden in solchen Gewässern zu Gesundheitsschäden führen. Zu den Abbauprodukten der Cyanobekterien zählen auch Gifte und Hormone. Ein Kontakt mit der Haut kann Hautreizungen auslösen. Beim Verschlucken drohen sogar Vergiftungserscheinungen und Übelkeit.

oz

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