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Greifswald DRK-Besuchshunde: Wenn die Vierbeiner kommen
Vorpommern Greifswald DRK-Besuchshunde: Wenn die Vierbeiner kommen
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16:41 18.03.2019
Anna Knuth (l.) mit dem fünf Monate alten Welpen Nita, einem Goldendoodle von Sandy Schröder (r.). Quelle: Christopher Gottschalk
Greifswald

Alle Augen der Senioren sind auf den Hundewelpen Nita gerichtet. Anna Knuth strahlt, als sie den fünf Monate alten Hund auf dem Schoss hat. Dieses Lachen ist für Sandy Schröder die größte Belohnung. Die 40-Jährige gründete vor einem Jahr die Besuchshundegruppe des Deutschen Roten Kreuzes im Kreisverband Ostvorpommern-Greifswald.

An diesem Märzvormittag kommen vier Hunde in die Tagespflege „Sonnenschein“ im Greifswalder Ostseeviertel. Die Pflegerin legt raschelnd eine Zeitung weg, aus der sie eben noch vorgelesen hat. Wenige Minuten später stehen die Hunde im Mittelpunkt. Goldendoodle Nita, braunes Fell, wacher Blick, tastet sich vor. Schnüffeln, erste Berührungen. Die Damen und Herren sitzen in Rollstühlen und auf Stühlen im Halbkreis und lauschen gespannt, wie die Besitzerinnen ihre Hunde nacheinander vorstellen. Pfoten tapsen, jedoch ist kein Bellen, kein Knurren zu hören. Friedfertigkeit und Ruhe sind Grundvoraussetzungen für die Besuchshunde (siehe Infokasten).

Elf Besuchshunde in Greifswald

„Molle ist ein temperamentvoller Hund“, sagt Besitzerin Christin Dembski über den Parson Russell Terrier, während die französische Bulldogge Frieda mit ihrer putzigen Art Lacher garantiert. Das weiße Fell von Großspitz Amy fasziniert die älteren Herrschaften, „Ahs“ und „Ohs“ sind zu hören. „Die Leute blühen auf“, sagt Sandy Schröder, im Beruf Maschinenbedienerin in einer Greifswalder Firma. „Ich bin stolz, dass wir die Gruppe eröffnet haben.“

So fing es an: Schröder besuchte einen Kurs in der Besuchshundegruppe im DRK-Kreisverband Stralsund-Rügen, war begeistert und exportiere die Idee nach Greifswald. Im Verband Stralsund-Rügen sind derzeit 27 Mitglieder aktiv, informiert Michaela Ballschuh, dortige Projektleiterin der Besuchshundegruppe. „Die meisten Einsätze finden auf Rügen statt, im letzten Jahr waren es 70 in Pflegeheimen und 32 weitere auf Dorffesten, in Schulen und Kitas.“ Neue Mitglieder werden dort derzeit nicht gesucht, sagt sie.

27 Einsätze im Jahr 2018

Die elf Hundehalter in Greifswald aber suchen Verstärkung, sagt Sandy Schröder. 27 Einsätze absolvierten sie 2018 in Schulen, Kitas und Tagespflegen in Greifswald. Dieses Jahr wollen sie zusätzlich auf der Insel Usedom aktiv werden. Grundsätzlich könne sich jeder Hundebesitzer melden. Die Tiere dürften nicht aggressiv sein oder schnappen – und ganz wichtig: sie müssten sich gerne streicheln lassen. Je nach Fähigkeiten eignen sich manche Hunde besser zum Kuscheln, andere wiederum für kleine Vorführungen. Bulldogge Frieda klettere beispielsweise entspannt zu Patienten ins Bett. Sandy Schröder betont, dass die Besuche für die Hunde auch aufregend und anstrengend sind. Eine Stunde verbringen Nita, Molle, Frieda und Amy in der Tagespflege im Ostseeviertel.

Sehen Sie hier Eindrücke von den DRK-Besuchshunden

„Menschen etwas Gutes tun“

Die Bewohner sinnieren, erinnern sich an ihre eigenen Haustiere von früher. Bewohnerin Anna Knuth berichtet, dass sie früher einen Hund und eine Katze hatte, eine andere erzählt von ihrem Pudel. Der Besuch der Hunde sei „wunderbar! Die können gerne wiederkommen“, sagt Anna Knuth, die sich später persönlich bei Sandy Schröder bedankt. Die Gründerin der Besuchshundegruppe sagt: „Ich bin eine soziale Person und möchte Menschen einfach etwas Gutes tun.“

Je nach Publikum unterscheiden sich die Besuche. „Bei älteren Menschen sind das Anfassen der Tiere und die Kunststücke zentral. Es geht um Aktivierung, Abwechslung und Trainieren der Motorik. Bei Schülern hingegen zeigen wir die zwölf goldenen Regeln des Umgangs mit Hunden und bauen so manche Ängste ab“, erklärt Sandy Schröder.

Pfleger loben Vorführung

Christin Dembski, die durch den Hundesportverein Greifswald auf die Besuchshunde aufmerksam wurde, hält Parson Russell-Terrier Molle mehrere Karten hin. Der zieht eine mit der Schnauze. „Körbchen bringen“ steht darauf. Dembski stellt das Körbchen einen Meter weit weg, aber so richtig will das Kunststück nicht klappen. Die Art der Ausführung tritt dann auch in den Hintergrund, denn die Erheiterung ist einfach vollkommen. „Die Besuche der Hundegruppe sind immer außergewöhnlich“, sagt Manuela Schmidt, stellvertretende Leiterin der Tagespflege „Sonnenschein“. Auch für die Pfleger sei es faszinierend.

Ein Ende ist nicht in Sicht. „Ich wünsche mir“, denkt Sandy Schröder laut nach, „wenn ich selbst mal in einem Altenheim wohne, dass es auch Menschen wie uns gibt, die mich mit ihren Hunden besuchen kommen.“

So werden Sie Mitglied der Besuchsgruppe

Wer mit seinem Hund Teil der Besuchshundegruppe werden will, wendet sich in Greifswald und Umgebung an Sandy Schröder, Telefonnummer: 0174 3915270 oder schreibt sie an unter besuchshunde@hundesportverein-greifswald.de

Die Hunde können bereits im Welpenalter mit der Ausbildung beginnen. Sie müssen friedfertig sein, dürfen nicht schnappen oder sich aggressiv verhalten. Die Besitzer lernen während der Ausbildung u. a. den Umgang mit Demenzkranken und Behinderten und bringen den Hunden Grundgehorsam durch regelmäßiges Training bei.

Das Training in Greifswald findet wöchentlich auf dem Gelände des Hundesportvereins An den Wurthen 9 statt.

Christopher Gottschalk

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