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Greifswald Gutachten vorgestellt: 44 bittere Pillen gegen die Schuldenmisere
Vorpommern Greifswald Gutachten vorgestellt: 44 bittere Pillen gegen die Schuldenmisere
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07:01 28.08.2014
Ab ins Schwein: Wie der Landkreis Vorpommern-Greifswald künftig sparen soll, erklärte am Mittwochabend das Sparberaterteam hinter verschlossenen Türen. Quelle: P.binder
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Greifswald

Der hoch verschuldete Landkreis Vorpommern-Greifswald könnte nach Einschätzung des Sparberaterteams Rödl & Partner bis 2017 einen ausgeglichenen Haushalt erreichen. Das mit Spannung erwartete Gutachten mit 44 Einzelmaßnahmen stellte die Firma Mittwochabend erstmals der Verwaltungsspitze und den wichtigsten Köpfen des Kreisparlamentes vor. „Angesichts der dramatischen Haushaltslage ist der Landkreis gehalten, noch in diesem Jahr erste konkrete Sparmaßnahmen zu beschließen und auf den Weg zu bringen“, mahnte Innenminister Lorenz Caffier (CDU), der dem Kreis den Berater an die Seite stellte und stärkere Sparbemühungen fordert.

Während das Sparpotenzial für dieses Jahr bei 150 000 Euro liege, soll es bis 2018 auf jährlich 10,8 Millionen Euro steigen, so die Berechnung von Rödl & Partner. Zu den wichtigsten Maßnahmen zählen:

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1. Die Eltern sollen sich an den Kosten für die Schülerbeförderung beteiligen.

2. In der Kreisverwaltung müssen knapp 56 von derzeit 917 Stellen eingespart werden.

3. Die Kreisumlage soll von derzeit 47 auf 48 Prozent steigen.

4. Bei den freiwilligen Leistungen müssen zehn Prozent, also 500 000 Euro, gestrichen werden.

5. Die Nutzung der drei Verwaltungsstandorte soll optimiert werden, was ab 2018 jährlich 605 000 Euro Einsparungen bringt.

6. Bei den Kosten der Unterkunft, also dem Mietzuschuss für Menschen mit einem geringen Einkommen, sollen eine Million Euro gespart werden. 

7. Bei den Hilfen zur Erziehung lassen sich laut Rödl & Partner 1,5 Millionen Euro sparen.

Welche Maßnahmen tatsächlich umgesetzt werden, entscheidet der Kreistag.



Katharina Degrassi