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Greifswald HSG-Chef fordert mehr Geld für Sport
Vorpommern Greifswald HSG-Chef fordert mehr Geld für Sport
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07:44 12.01.2017
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Greifswald

Jörg Mostertz ist seit September neuer Geschäftsführer der HSG Uni Greifswald. Der 45-jährige Diplom-Biologe hat sich nach vielen Jahren als Projektmanager an der Universität für den Schritt in die Geschäftsleitung der HSG entschieden und zieht nun ein erstes Zwischenfazit.

So sieht Kanutentraining im Winter aus: HSG-Geschäftsführer Jörg Mostertz übt mit Nachwuchs. Quelle: Foto: Peter Binder

Herr Mostertz, Sie sind jetzt knapp über 100 Tage Geschäftsführer von Greifswalds größtem Sportverein. Die HSG hat mehr als 2300 Mitglieder. Was ist für den Sport in Greifswald am wichtigsten?

Mostertz: Es fließt sehr wenig Geld in den Sport. Es wären viel größere finanzielle Mittel vonnöten, um den Anforderungen in Greifswald gerecht zu werden. Der Zustand der Hallen und Sportplätze ist nicht optimal. Außerdem gibt es für die Vielzahl an Sporttreibenden einfach zu wenig Sportstätten. Wir haben sehr viele Ehrenämter im Verein. Das ist äußerst positiv. Allerdings wäre es schön, wenn wir auch hier mehr Geld zur Verfügung hätten, um sie besser zu unterstützen. Diejenigen, die den Sport als ihre Berufung sehen, haben schlechte Karten, sich finanziell über Wasser zu halten.

Wie viele hauptamtliche Stellen gibt es bei der HSG? Was sind das für Stellen?

Hauptamtlich beim Verein angestellt sind nur eine Frau und ich. Bei den Trainern gibt es zum Teil andere Vergütungsverhältnisse, die aber in keiner Weise den Aufwand und die Arbeit honorieren, die sie leisten. Wenn wir bei der Ausbildung von Kindern und Jugendlichen im Breitensport konkurrenzfähig sein wollen, müssen wir auch die Trainer angemessen bezahlen können.

Ist es also eines Ihrer Ziele, mehr hauptamtliche Stellen im Verein zu schaffen?

Ein Ziel schon, es ist aber sehr schwer zu realisieren. Das gilt allerdings nicht nur für die HSG, sondern für alle Vereine in der Umgebung, die kämpfen ja mit den gleichen Problemen. Es wäre einfach schön, wenn für den Sport wieder mehr Geld zur Verfügung stehen würde. Sport ist die wichtigste Prävention gegen Erkrankungen, die beste Gesundheitsvorsorge, die wir haben. Da lohnt es sich immer zu investieren. Dieses Geld muss auch aus der Gesellschaft und damit vermehrt von der Hansestadt, dem Land oder dem Bund kommen.

Die Stadt steckt gerade in den Haushaltsverhandlungen. Wie viel mehr Geld bräuchte die HSG?

Es kann für den Sport nie genug Geld geben. Das gilt nicht nur für uns als HSG Uni, sondern für alle Sportvereine.

Welche Ziele und Konzepte verfolgen Sie für die Zukunft der HSG?

Im Rahmen des wieder aufgelegten Sportförderkonzeptes der Stadt wollen wir als Sportverein zentrale Fragen beantworten können, wie sich der Sport generell in der Hansestadt entwickeln könnte.

Natürlich muss auch die Frage gestellt werden, in welche Richtung es bei der HSG Uni gehen soll. Die HSG ist ein Verein mit vielen Sparten, die selbstständig arbeiten. Wir müssen aber gemeinsame Ziele abstecken, damit wir eine Plattform bleiben, auf der sich die verschiedenen Sportarten individuell, aber trotzdem gemeinsam entwickeln können.

In der Vergangenheit gab es viele Streitigkeiten zwischen dem Kreis-, dem Stadtsportbund und Greifswalder Vereinen. Wie läuft die Zusammenarbeit?

Die Zusammenarbeit mit dem Kreissportbund läuft sehr gut. Trotz der Umstrukturierungen sind uns keine Nachteile entstanden. Der Stadtsportbund hat sich im letzten halben Jahr leider in eine Sackgasse manövriert. Seine ursprüngliche Motivation, Stellen in Greifswald zu behalten, um die Interessen des Sports in Greifswald und für Greifswald zu vertreten, war grundsätzlich nachvollziehbar.

Allerdings macht der Ton die Musik. Ich kritisiere die Art und Weise der Auseinandersetzung. Es ist unser Ziel, auch gemeinsam mit den anderen Vereinen, mit dem Stadtsportbund und dem Kreissportbund sachlich und vor allem sportdienlich zusammenzuarbeiten.

Wie soll diese Zusammenarbeit aussehen?

Die HSG und andere Vereine würden sich eine Stelle in der Stadt wünschen, die stadtspezifische Arbeit für den Sport leistet. Die Rolle des Sports in der Politik selber muss wieder eine größere werden, das ließe sich so vielleicht besser realisieren. Wir sehen aber eine klare Trennung der Aufgabengebiete zwischen Kreissportbund und Stadtsportbund ohne Nachteile für die Greifswalder Vereine.

Was meinen Sie damit konkret?

Im Idealfall kann eine Stelle beim Stadtsportbund angesiedelt und von der Stadt bezahlt werden. Sie sollte dazu genutzt werden, Probleme und Anliegen der Vereine zu sammeln, in die Politik hineinzutragen und so Projekte in der Stadt, seien sie nun finanzieller oder infrastruktureller Art, besser antreiben zu können.

Sie waren vor Ihrer Zeit bei der HSG als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Uni Greifswald tätig. Ihr heutiges Tätigkeitsfeld ist ein komplett anderes? Wie gefällt Ihnen der neue Job?

Ich denke, dass ich hier mit meinen früheren Erfahrungen als Projektmanager genau richtig bin. Mein Aufgaben-Profil erstreckt sich von der Einwerbung von Fördermitteln über individuelle Mitgliederbetreuung hin zu sportpolitischen Themen. Im Moment geht es vor allem darum, das Tagesgeschäft zu regeln. Die konzeptionelle Arbeit für den Sportverein steht noch ganz am Anfang.

Welche Sportarten betreiben Sie persönlich?

Ich mache privat vor allem Outdoor- und Abenteuersport. Seit einigen Jahren ist das Seekajak-Fahren mein Steckenpferd. In unserer Kanu-Abteilung bin ich als Übungsleiter für zwei Kajak-Gruppen mit verantwortlich. Dort investiere ich neben der Familie und dem Beruf die meiste meiner Zeit.

Interview von

Chris-Benjamin Beling

Querelen zwischen Kreis- und Stadtsportbund

Über Monate lagen der Kreissportbund und der Stadtsportbund im Clinch. Grund: Der Kreissportbund stellte seine Strukturen um und schloss 2016 sein Büro im Greifswalder Volksstadion. Alle Mitarbeiter sitzen nun in Anklam. Vor allem Bernt Petschaelis, Chef des komplett ehrenamtlich arbeitenden Stadtsportbunds, kritisierte das – mit zum Teil sehr polemischen Worten.

In der Sache gaben ihm viele Vereinsleute aber recht: Man brauche weiter einen hauptamtlichen Ansprechpartner für den Sport in der Stadt. Die Bürgerschaft hat darum beschlossen, die Büromiete aus Stadtmitteln zu bezahlen. Ob es eine bezahlte Stelle geben wird, ist aber noch unklar.

OZ

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