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Greifswald Fördermittel: Strand in Freest kann attraktiv hergerichtet werden
Vorpommern Greifswald Fördermittel: Strand in Freest kann attraktiv hergerichtet werden
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13:00 16.05.2019
Holger Dinse (57, Wählergemeinschaft „Unsere Gemeinde“) möchte Bürgermeister der Gemeinde Kröslin bleiben. Quelle: Cornelia Meerkatz
Kröslin

Kröslin und Freest sind bei Touristen beliebt. Tausende Besucher finden alljährlich den Weg dorthin. Doch auch in Spandowerhagen, Karrin und Hollendorf lässt es sich gut leben. Das jedenfalls meint Bürgermeister Holger Dinse (57), der seit 1994 in der Gemeindevertretung aktiv ist, 2. und 1. Stellvertreter war und seit 2014 die Geschicke der Gemeinde Kröslin ehrenamtlich leitet. Die OSTSEE-ZEITUNG sprach mit ihm über die Neugestaltung des Strandes, einen Freester Schandfleck und sanierte Straßen.

Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) hat verkündet, dass es für die Gemeinde Grund zur Freude gibt. Wissen Sie schon, was er meint?

Holger Dinse: Der Minister war vor wenigen Tagen hier und hat der Gemeinde Fördermittel für die Neugestaltung des Strandes in Freest zugesagt. Seit 2016 bemühen wir uns darum, denn am Strand, der von vielen Einheimischen und Touristen gern genutzt wird, muss dringend was passieren.

Was muss gemacht werden? Wasser ist doch da und Sand auch …

Sand ist eben nicht mehr genügend da. Das Gelände am Strand muss aufgeschüttet werden, damit es wieder attraktiv aussieht. Hergerichtet werden müssen die Strandzugänge und zwar gleich barrierefrei. Außerdem wollen wir Buhnen ins Wasser bringen, damit der Sand nicht laufend weggespült wird. Der Strand selbst soll einen neuen Spielplatz und ein Beachvolleyballfeld erhalten, zudem muss ein weiterer Parkplatz und eine neue Toilettenanlage gebaut werden, damit sich die Besucher wohl fühlen. Und wir wollen auch die Düne und das Areal neu bepflanzen.

Das klingt nach ziemlich viel Geld, das gebraucht wird. Zeigt sich das Land spendabel?

Die Kosten belaufen sich nach jetzigen Erkenntnissen auf etwa 1,25 Millionen Euro für den Strand. Die Gemeinde muss einen Eigenanteil von 180 000 Euro beisteuern, den Rest finanziert das Land. Darüber bin ich sehr froh, weil so auch noch andere wichtige Aufgaben in Angriff genommen werden können.

Und welche wären das?

Zum Beispiel ein nagelneues Fahrzeug für die Freiwillige Feuerwehr Freest. So ein Fahrzeug kostet eine Viertelmillion. Das Geld kommt zu je einem Drittel vom Land, dem Kreis und der Gemeinde. 83 000 Euro sind für uns schon eine Hausnummer, aber das Engagement der Feuerwehrleute kann nicht genug gewürdigt werden. Und Brandschutz ist eine Pflichtaufgabe. Die Finanzierung steht jetzt, das Fahrzeug kann beschafft werden. Die Gemeinde ist in der glücklichen Lage, dass es auch noch in Kröslin eine Feuerwehr gibt. Sie wird bereits in naher Zukunft ein zweites, wenn auch gebrauchtes Fahrzeug erhalten.

Was leistet sich die Gemeinde sonst noch?

Die Kommune ist Träger der Kita mit 96 Plätzen, davon elf für Krippenkinder, und der kleinen Grundschule auf dem Lande mit 45 Schülern. Die bisherige Gemeindevertretung war sich einig, dass beide Einrichtungen unbedingt erhalten werden müssen. Wir investieren dort regelmäßig, um Kindern, Erziehern und Lehrern gute Bedingungen zu bieten. Investiert wurde übrigens auch in die Spielplätze in Spandowerhagen und Freest (Heimatmuseum), wo neue Spielgeräte aufgestellt wurden.

Was ist mit dem Wohnblock am Ortseingang von Freest?

Die Gemeinde ist Eigentümer des 24-WE-Blockes. Die Gemeindevertretung hat entschieden, dass bei Auszug eines Mieters die Wohnung komplett saniert wird. Mittlerweile wurden bereits 14 Wohnungen saniert.

Wofür ist die Gemeinde sonst noch zuständig?

Für eine Menge Dinge. Wir unterhalten unter anderem drei kommunale Friedhöfe – in Freest, Spandowerhagen und Hollendorf. Zwei der Feierhallen wurden in der zurückliegenden Legislatur mit neuen Reetdächern versehen.

Die Straßen machen einen ordentlichen Eindruck. Ist beim Straßenbau alles in trockenen Tüchern?

Wir haben in den vergangenen fünf Jahren dank Fördermitteln des Landes drei Straßen saniert, die Berg-, Feld- und Kurze Straße. Außerdem haben wir die Straßenbeleuchtung in allen fünf Orten auf LED umgestellt – für die Kommune bringt das eine jährliche Einsparung von etlichen tausend Euro.

In dem Zusammenhang muss ich sagen, dass alle Maßnahmen, die wir umgesetzt haben, nur Dank der guten Zusammenarbeit zwischen Gemeindevertretung, Bürgern und dem Amt möglich waren. Wir sind alle Ehrenamtler und es war spürbar, dass allen Gemeindevertretern die Entwicklung der Gemeinde Kröslin am Herzen lag und sie meine Arbeit nach Kräften unterstützt haben.

Was noch gemacht werden muss, ist die Erneuerung der Ortsdurchfahrt Kröslin, eine Landesstraße. Das Straßenbauamt Neustrelitz hat dies für 2020 avisiert. Zwingend notwendig ist auch der Neubau der Regenentwässerung durch die Gemeinde, um die noch ausstehenden Straßen sanieren zu können.

Und was ist mit Straßen in anderen Ortsteilen?

Auch da gibt es noch einiges zu tun. In Freest und Hollendorf sind die Straßen fertig, in Karrin und Spandowerhagen sollen in den nächsten Jahren die Planungen in Angriff genommen werden. Aber auch in Kröslin sind noch Straßen offen.

Stichwort B-Plan am Freester Hafen: Das Gelände direkt an der L 262 sieht schlimmer aus denn je. Dort sollte doch eigentlich längst gebaut werden?

Der für jedermann im Ortskern deutlich sichtbare Schandfleck stört alle. Inzwischen wurde der B-Plan von der Eigentümergemeinschaft mit der Entwicklungsgesellschaft rückabgewickelt, weil es Probleme gab. Leider sind in der Zwischenzeit zwei der Eigentümer verstorben, an deren Stelle sind jetzt die Kinder Miteigentümer. Nach wie vor sollen auf der Fläche Wohnungen für Einheimische entstehen, keine Ferienwohnungen. Der B-Plan hat weiter Bestand. Die Gemeindevertretung hätte es gern gesehen, wenn das baufällige Haus endlich abgerissen wird und die Fläche nicht wieder zuwuchert. Aber als Gemeinde können wir nicht selbst handeln, sondern nur immer wieder die Eigentümer darum ersuchen.

Apropos Hafen. Während des jüngsten Fischmarktes haben Sie sich vehement für die Fischerei in Freest eingesetzt. Warum?

Neben der Marina in Kröslin ist auch der Fischereihafen Freest für die Gemeinde sehr wichtig. Zur Fischereiproduktionsgenossenschaft gehören noch 26 Fischer, das soll so bleiben, die Fangflotte darf nicht kleiner werden. Wir wollen die Fischer unterstützen, haben dazu mit dem Wirtschaftsministerium in Schwerin gesprochen und einen Förderantrag für eine Machbarkeitsstudie zur Ausbaggerung der Fahrrinne und des Hafens gestellt, weil beides immer wieder versandet. Schwerin hat auch erkannt, dass der Anlegesteg für die Personenschifffahrt dringend erneuert werden muss. Das alles geht nicht von heute auf morgen, aber ich bin zuversichtlich. Der Fischmarkt, durch den Tourismusverband Vorpommern ins Leben gerufen, soll in der Gemeinde fest etabliert werden, um die Tradition des Fischerdorfes lebendig zu halten.

Hat Ihr Engagement auch mit der Bäderregelung zu tun, die in Kröslin und Freest nicht mehr gilt?

Natürlich. Freest und Kröslin, aber auch Spandowerhagen und Hollendorf mit direktem Zugang zum Wasser ziehen Urlauber, Tagesgäste an. In der Gemeinde mit den fünf Ortsteilen selbst haben 1810 Menschen ihren Haupt- und 108 ihren Nebenwohnsitz. Doch das Land misst nur an den Übernachtungszahlen der Urlauber. Wir haben aber nur ein Hotel und etliche Vermieter von Ferienwohnungen. Das ist alles völlig unverständlich. Freest und Kröslin müssen wieder dazugehören, damit beispielsweise in der Marina die Geschäfte sonntags öffnen können.

Welche Projekte würden Sie gern in den kommenden fünf Jahren umsetzen, falls Sie als Bürgermeister wiedergewählt werden?

Ganz wichtig ist es, dass die Gemeinde im Ortsteil Freest wieder einen kleinen Supermarkt bekommt, damit Einheimische, aber beispielsweise auch die Urlauber auf den Campingplätzen, schnell das Nötigste im Ort kaufen können. Am Herzen liegt mir auch ein neues Domizil für die Feuerwehr in Kröslin. Entweder man saniert das alte Gebäude umfassend oder errichtet einen Neubau, der den gesetzlichen Vorgaben für die Wehr gerecht wird. Ich plädiere für den Neubau. Das wäre auch ein Signal an junge Leute, sich wieder mehr der Feuerwehr zuzuwenden. Weiter wichtig ist auch die Sanierung der Dorfteiche in Karrin und Spandowerhagen zur Sicherstellung des abwehrenden Brandschutzes.

Hört sich so an, als hätten Sie Lust weiter zu machen ...

Ich möchte auch nach 25 Jahren in der Kommunalpolitik noch einiges bewirken und hoffe auf das Vertrauen der Bürger. Mit der neuen Gemeindevertretung würde ich gern das Angearbeitete zu Ende bringen.

Interview: Cornelia Meerkatz

 

 

Cornelia Meerkatz

Seit einem Jahr ist die ABS Teil der Ergänzenden unabhängigen Teilhabeberatung (EUTB). Zwei Mitarbeiter haben über 100 Menschen mit Handicap beraten. Ein Klient ist der einjährige Lukas.

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