Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Greifswald Die Entstehung der Rügen-Festspiele
Vorpommern Greifswald Die Entstehung der Rügen-Festspiele
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:42 27.12.2018
Heidemarie Klühs und Fritzchen Wussow waren aktive Tänzer in der Neukamper Volkstanzgruppe. Quelle: privat
Rügen

Der OZ-Bericht über die ersten Ostsee-Festspiele um den berühmten Piraten Klaus Störtebeker lässt sich um vieles ergänzen. „Wir haben damals mit dafür gesorgt, dass die Gäste mit dem Zug zu den Aufführungen kommen konnte“, erzählt Alma Rausch (77). Sie hat damals mit weiteren Studenten aus Putbus bei der Herstellung des Haltepunktes Ralswiek mitgewirkt. Konkret haben die jungen Leute bei der Herstellung des Damms mitgeholfen. Die Arbeiten erfolgten nachts, um den normalen Bahnverkehr nicht zu beeinträchtigen.

Die Studenten des Instituts für Lehrerbildung Putbus wirkten auch als Sänger und Tänzer bei den Aufführungen mit. Einige wirkten auch darüber hinaus bei den Aufführungen mit. „Das war ein ganz großes Ereignis für die Insel, gespart wurde nicht“, erzählt Alma Rausch. In einer Zeit, als der Besitz eines Autos noch nicht selbstverständlich war, wurden Darsteller sogar aus Dranske per Taxi zu den Aufführungen gebracht. Auch die Binzer Schule war ganz aktiv. Aus diesem Engagement entstand das Likedeeler-Ensemble. Binz wurde im Zentralorgan des Zentralkomitees der SED, dem Neuen Deutschland, später Binz sogar als „singender Badeort“ bezeichnet. Die Polytechnische Oberschule (POS) des Ortes erhielt den Namen Kurt Barthels, des Dichters, der die 1959/60 auf Rügen aufgeführte Störtebeker-Ballade schrieb und sich selbst KuBa nannte. Der dreifache Nationalpreisträger der DDR, war Ehrendoktor der Uni Rostock und wurde nach seinem frühen Tod 1967 auch mehrfache Straßenpate in der DDR. 1977 bis 1992 hieß sogar eine Rigaer Schule mit dem Schwerpunkt Deutsch nach dem Störtebeker-Dichter. Die DDR verlieh ab 1979 die Kurt-Barthel-Medaille. Bartel war ein sehr treuer Anhänger der Linie de SED und ist daher umstritten. In Bergen trägt eine Straße beispielsweise weiter seinen Namen.

Eckhard Oberdörfer