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Greifswald Hansestadt Greifswald soll für WLAN in der gesamten Innenstadt sorgen
Vorpommern Greifswald

Hansestadt Greifswald soll für Wlan in der gesamten Innenstadt sorgen 

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09:00 31.08.2021
Auf dem Greifswalder Marktplatz können Passanten über das WLAN-Netz greifswald.freifunk.de kostenlos im Internet surfen.
Auf dem Greifswalder Marktplatz können Passanten über das WLAN-Netz greifswald.freifunk.de kostenlos im Internet surfen. Quelle: Petra Hase
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Greifswald

Die Christdemokraten in der Greifswalder Bürgerschaft wollen gemeinsam mit der Fraktion Bürgerliste/FDP/Kompetenz für Vorpommern endlich das öffentlich zugängliche WLAN-Angebot in Greifswald ausweiten. Dazu soll die Stadtverwaltung in der Parlamentssitzung am 13. September beauftragt werden, geeignete Maßnahmen für den Ausbau einer flächendeckenden WLAN-Infrastruktur in der gesamten Innenstadt zu treffen.

Das Thema ist alles andere als neu. Bereits vor fünf Jahren verabschiedete die Bürgerschaft einstimmig einen Beschluss, der die Verwaltung bis Ende 2016 mit der Erarbeitung eines Konzeptes zur Einführung eines öffentlich zugänglichen WLAN-Netzes beauftragte. Dabei sollten Kooperationspartner, wie etwa der Freifunk e.V., einbezogen werden. Der Verein kümmerte sich bereits zuvor um das Thema, bietet beispielsweise seit Herbst 2016 auf dem historischen Marktplatz über das WLAN greifswald.freifunk.net einen öffentlichen Zugang ins weltweite Netz. Auch an einigen anderen Orten, wie am Museumshafen, im Fischerdorf Wieck und im Sozio-kulturellen Zentrum St. Spiritus, können Interessenten problemlos im Internet surfen. Doch dann erschöpfen sich auch bald die Möglichkeiten. Freies WLAN in der gesamten City – bislang ein Wunschdenken.

Stadt finanzierte bereits Technik

Wie in vielen Bereichen verursachte die Corona-Pandemie mit dem Lockdown auch auf diesem Sektor Verzögerungen. Monatliche Treffen der Freifunker etwa fielen aus. Und im Rathaus gab es zweifellos Themen mit höherer Priorität. Zwar stellte die Stadt 2019/20 insgesamt 3500 Euro für entsprechende Geräte bereit. 2021/22 sollten 5000 Euro folgen. Doch die Bereitschaft von Greifswaldern, mitzumachen, ist offenbar nicht allzu hoch. „Freifunk lebt von der Unterstützung. Wir sind ja kein Dienstleister, sondern eine Mitmachgelegenheit“, stellt Jörg König vom Verein Freifunk klar. Wie viele Zugänge Nutzer in Greifswald finden, hängt davon ab, wie viele Menschen einen geeigneten Router mit dem passenden Betriebssystem aufstellen. Das von der Stadt zur Verfügung gestellte Geld fand daher bislang für die Anschaffung von Routern und anderer Technik Verwendung.

Firmen kosten mehr Geld

Laut König, der als Mitglied von Bündnis 90/Die Grünen auch den Ausschuss für Bauwesen, Klimaschutz, Umwelt, Mobilität und Nachhaltigkeit der Bürgerschaft leitet, habe es im Frühjahr ein hoffnungsvolles Treffen mit dem Verein Greifswalder Innenstadt (VGI) und der städtischen Abteilung für Wirtschaft und Tourismus gegeben. Ziel sei es gewesen, das öffentliche WLAN-Netz nun endlich auszubauen. „Damals gab es auch klare Absprachen“, sagt er. So habe der VGI-Vorsitzende Frank Embach angekündigt, zu erforschen, welche Gewerbetreibenden sich beteiligen würden. „Doch das Interesse ist offenbar erloschen. Das fand ich sehr enttäuschend“, so König. Dabei wollte der VGI auch die von der Stadt ausgeschütteten Mittel aus dem Corona-Hilfsprogramm in Höhe von 40 000 Euro unter anderem dafür nutzen, das Netz auszubauen.

Andere Städte, so König, würden sich beim Ausbau des WLAN-Netzes professioneller Firmen bedienen. „Das geht natürlich auch, ist aber viel kostenintensiver“, gibt er zu bedenken.

Die beiden Bürgerschaftsfraktionen, die jetzt das Thema neu auf die Tagesordnung setzen, nehmen auch das vom Land MV am 17. August angekündigte Sofortprogramm „Re-Start – Lebendige Innenstadt“ in den Blick. Die Verwaltung möge prüfen, ob Greifswald davon profitieren kann.

Von Petra Hase