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Greifswald Heute Mahnwache gegen AfD-Landesparteitag
Vorpommern Greifswald Heute Mahnwache gegen AfD-Landesparteitag
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00:00 29.11.2014
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Greifswald

Etwa hundert Teilnehmer erwarten die Organisatoren der Mahnwache heute ab 9 Uhr vor dem Mercure-Hotel am Gorzberg. Die Alternative für Deutschland (AfD) veranstaltet dort ab 10 Uhr ihren Landesparteitag. Da die AfD immer wieder mit rechtem Gedankengut in Verbindung gebracht werde, wollen die Aktivisten ein Zeichen gegen „Alltagsrassismus, Rechtspopulismus und Menschenfeindlichkeit“ setzen. Sie führen eine Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung ins Feld, nach der die AfD-Anhänger zu „Rassismus, Homophobie und Menschenfeindlichkeit“ tendierten.

„Holger Arppe, einer der beiden Landessprecher, ist wegen Volksverhetzung angeklagt. Matthias Manthei stimmte im Kreistag für einen NPD-Antrag“, schildert Gregor Kochhan, Kreistagsmitglied für die Alternative Liste (AL) und Organisator der Mahnwache. Konkret ging es darin um die Ablehnung eines Kirchenasyls für einen Mann in Wolgast. Kochhan: „Wir haben ein breites Bündnis von Parteien, Verbänden, Vereinen und Initiativen gefunden, die die Mahnwache unterstützen“. Dazu gehören unter anderem Bündnis ‘90/ Die Grünen Vorpommern-Greifswald, Die Linke aus Greifswald, der SPD-Ortsverein aber auch das Aktionsbündnis „Vorpommern: weltoffen, demokratisch, bunt!“ und der Landesjugendring Mecklenburg-Vorpommern. Bürgerschaftsmitglied Ulrich Rose (AL) wies darauf hin, „dass die AfD sich als bürgerliche Partei gibt, es aber nicht ist“. Die guten Wahlergebnisse im Osten habe die Partei erreicht, weil sie in ihrem Wahlprogramm die gefühlte Unsicherheit der Wähler ausgenutzt habe.

Tolerant zeigte sich gestern AfD-Kreistagsmitglied Gunter Jess. „Wir sind eine demokratische Partei. Jeder kann demonstrieren, wenn er will.“ Allerdings schob er nach: „Sollten wir von den Teilnehmern der Mahnwache in unserer Arbeit gestört werden, müssen wir sicherlich rechtliche Schritte prüfen“. Zur Kritik, die AfD würde rechtsextreme Tendenzen haben, erwiderte Jess: „Gucken Sie sich unter Programm an. Sollten Sie darin etwas finden, können Sie es mir sagen“.



Reik Anton

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