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Greifswald Hier gibts den besten Blick auf die „Mofi“
Vorpommern Greifswald Hier gibts den besten Blick auf die „Mofi“
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07:36 26.07.2018
In der Sternwarte Greifswald gibt es Freitag ab 21.20 uhr di eGelegenheit Mondfinsternis und Marsopposition zu beobachten.
In der Sternwarte Greifswald gibt es Freitag ab 21.20 uhr di eGelegenheit Mondfinsternis und Marsopposition zu beobachten. Quelle: Sternwarte Greifswald
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Greifswald

Am Freitagabend lohnt sich ein Blick in den Himmel auch für Menschen, die sonst wenig mit Sternbildern wie dem „Gürtel des Orion“ oder der „Cassiopeia“ anfangen können. Sofern es klar bleibt, kann man in Europa eine totale Mondfinsternis beobachten, der Vollmond verschwindet zeitweise im Schatten der Erde. „Das besondere an dieser Mondfinsternis ist zum einen, dass sie sehr lange dauert, nämlich knapp zwei Stunden“, erklärt Olaf Schmidt vom Verein Sternwarte Greifswald. „Zum anderen fällt diese Mondfinsternis mit einer Marsopposition zusammen. Das bedeutet, dass sich der Mars sehr dicht an der Erde befindet und besonders hell und orange erscheint.“ Durch die Abdunkelung des Mondes würden auch die anderen Planeten besser zu sehen sein, eine idealer Beaobachtungsmoment für den gesamten Sternenhimmel also. Der Verein Sternwarte Greifswald veranstaltet dazu passend einen Vortrag über Mond und Mars, der um 20 Uhr im Audimax beginnt, am 21.30 Uhr geht es dann zur Nacht der Mondfinsternis in die Sternwarte.

 

Führungen jeden ersten und dritten Donnerstag im Monat. Die Uhrzeit richtet sich nach dem Sonnenuntergang. Informationen gibt es auf der Internetseite www.sternwarte-greifswald.de oder unter der Telefonnummer  03212/1470457

Zur Restaurierung des einmaligen Carl-Zeiss-Doppelteleskops werden noch Spenden benötigt. Sternwarte Greifswald e.V. IBAN: DE26 1506 1638 0000 0686 32, BIC: GENO DEF1 ANK.

„Roter Mond“ am Himmel erwartet

Schmidt geht davon aus, dass nicht nur der Mars, sondern auch der Mond eine spektakuläre rote Färbung annehmen wird. „Das hängt damit zusammen, dass in dieser Konstellation das Sonnenlicht, das in Richtung Mond strahlt, unsere Erdatmosphäre streift“, so Schmidt. „Dabei wird es gebeugt, nur noch der langwellige rote Lichtanteil kommt durch und trifft auf den Mond.“ Wer es nicht in die Sternwarte schafft, sollte seinen Blick ab 21.30 Uhr gen Osten wenden, denn dort geht dann der bereits etwas verdunkelte Mond auf. „Ideal ist natürlich ein Beobachtungspunkt mit freier Sicht auf den Horizont“, sagt Schmidt. „Später erscheint etwas südlich vom Mond auch der Mars.“Die nächste Marsopposition wird erst wieder in zwei Jahren zu sehen sein. Kein Zeitraum für Astronomen. „Viele Beobachtungskonstellationen ergeben sich nur alle paar Jahre. Die nächste außergewöhnlich gute Gelegenheit den Saturn zu beobachten, gibt es in sechs Jahren, beim Jupiter sind es sogar 15 Jahre. “ Früher, etwa zur Gründungszeit der ersten Sternwarte Greifswalds im Pulverturm 1775, waren solche Himmelsereignisse für die Astronomen von großer Bedeutung. Man erhoffte sich neue Berechnungen und Erkenntnisse. „Heute sind es mehr Hobbyastronomen die sich auf diese Gelegenheiten freuen und zu uns in die Sternwarte kommen“, sagt Schmidt. Geforscht wird in der Sternwarte Greifswald seit den 1950er Jahren nicht mehr. Nicht weil die Technik nicht ausgereicht habe, die Sternwarte verfügt über ein einzigartiges Zeiss-Doppel-Teleskop. Aber Greifswald sei dank Straßenbeleuchtung und wachsender Einwohnerzahl einfach zu hell geworden. „Gegen die Lichtverschmutzung innerhalb der Stadt kommt man nicht an“, sagt Schmidt. Heute betreibt der Verein die Sternwarte ehrenamtlich, veranstaltet jeden ersten und dritten Donnerstag im Monat Führungen.

Sammlung für Restaurierung des Doppelteleskopes

Das 1891 errichtete Gebäude des ehemaligen Physikalischen und Astronomischen Instituts steht bis auf die Sternwarte leer, immer wieder sind Umbaupläne im Gespräch, die Uni hatte die Idee, hier die verschiedenen Sammlungen unterzubringen. Eine sehr reizvolle Idee“, findet Schmidt. „Das ließe sich prima mit der Sternwarte verbinden.“ Die Sternwarte wurde erst 1924 in das Gebäude integriert. „Damals hat der Freundeskreis der Universität beschlossen, der Physik eine Sternwarte zu schenken“, sagt Schmidt. „Wie genau das vonstatten ging, wissen wir leider nicht. Immerhin war damals ein solcher Umbau auch schon sehr teuer und die wirtschaftliche Lage schlecht.“ Der Verein, der die Sternwarte betreibt, könnte so ein finanzielles Wunder auch gut gebrauchen. „Derzeit kann nur eines der beiden Teleskope genutzt werden. Das Spiegelteleskop, das auch für die fotografische Nutzung ausgelegt ist, müsste restauriert werden“, so Schmidt. „Wir haben die Kosten mal schätzen lassen und gehen von rund 200 000 Euro aus.“ Dafür sammelt der Verein jetzt Spenden. Im Jahr 2024 – zum hundertjährigen Bestehen der Sternwarte – soll das Geld zusammen sein.

Sonderveranstaltung zur Mondfinsternis und Marsopposition. Um 20 Uhr gibt es im Audimax (Rubenowstraße) einen kostenfreien Vortrag von Olaf Schmidt: „Mond und Mars, zwei rote Planeten?“ Um 21.30 Uhr geht es weiter zur Sternwartenführung und Himmelsbeobachtung der totalen Mondfinsternis (21.30 Uhr bis 23.13 Uhr) in die Sternwarte Greifswald (5 Euro /3 Euro ermäßigt)

Ziebarth Anne Friederike