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Greifswald Leser helfen schwer erkrankter Mandy: Junge Mutter braucht ein neues Auto
Vorpommern Greifswald Leser helfen schwer erkrankter Mandy: Junge Mutter braucht ein neues Auto
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07:56 01.08.2019
Mandy Nimz leidet an multipler Sklerose und ist auf den Rollstuhl angewiesen. Gerne würde sie ein behindertengerechtes Auto haben, um auch einmal mit ihrer Tochter einen Ausflug zu machen. Quelle: Cornelia Meerkatz
Rappenhagen

Mandy Nimz könnte die Welt umarmen: Noch vor ein paar Tagen saß die an multipler Sklerose Erkrankte oft mutlos in ihrem Rollstuhl am winzigen Gartenteich, weil sie einfach nicht von zu Hause wegkonnte. Sie besitzt kein behindertengerechtes Fahrzeug, doch ohne das Gefährt ist sie nicht mobil. Um sich den Traum vom Auto zu erfüllen, hat sie auf Anraten ihrer Ärztin auf der Online-Spendenplattform „GoFundMe“ um Unterstützung gebeten, da die Kasse das Fahrzeug nicht finanziert. Privatpersonen spenden dort für Privatpersonen. 640 Euro waren auf diese Weise inzwischen zusammengekommen.

Seitdem die OSTSEE-ZEITUNG in der vergangenen Woche über das Schicksal von Mandy Nimz aus Rappenhagen berichtet hat, ist die Zahl der Spender auf der Plattform in die Höhe geschnellt: „Es sind inzwischen an die 80 neue Spender dazugekommen, die Summe ist schon auf fast 4000 Euro angewachsen. Das ist unglaublich. Ich freue mich so und bin ganz aufgeregt. Ich möchte allen Menschen danken, die mich mit einer Spende unterstützt haben. Sie alle helfen, dass sich mein Wunsch vielleicht bald erfüllen lässt“, sagt eine überglückliche Mandy Nimz.

Wunsch nach Teilhabe am gesellschaftlichen Leben

Die 36-Jährige leidet schon seit 2002 an multipler Sklerose (MS). Die Autoimmunerkrankung ist mittlerweile so weit fortgeschritten, dass Nimz auf einen Rollstuhl angewiesen ist. Sie muss starke Medikamente nehmen und oft Pause machen. An vielen Tagen kann sie nur liegen. Das behindertengerechte Auto würde es ihr ermöglichen, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.

Mehr lesen: Mandy braucht Hilfe: Junge Mutter aus Vorpommern schwer an MS erkrankt

Mandy Nimz ist es auch deshalb so wichtig, weil ihre sechsjährige Tochter jetzt zur Schule kommt und die Familie 500 Meter von der nächsten Bushaltestelle ziemlich abgelegen wohnt. „Aline muss den Weg allein zurücklegen, ich schaffe es nicht, sie im Rollstuhl dorthin zu begleiten“, schildert Mandy Nimz. Sie hat vor dem Winter Angst, wenn die Tochter im Dunklen allein zur Haltestelle gehen muss. „Hätte ich ein Auto, könnte ich meine Kleine hinbringen“, so Nimz und hofft, dass die Spendensumme noch ein bisschen wächst.

Mandys Schicksal bewegt viele Leser

Die Hoffnung ist berechtigt, denn am meisten wird im deutschsprachigen Raum für Kampagnen gespendet, welche die Gesundheit betreffen. Viele OZ-Leser haben sich berührt gezeigt vom Schicksal der jungen Frau. Dazu gehört auch Antje Rußbüldt-Gest aus Waren/Müritz. „Ich kann mich sehr gut in die Situation der Familie hineinversetzen, insbesondere in die des kleinen Mädchens. Auch meine Mutter hatte MS, ab meinem 7. Lebensjahr war ich mit ihr alleine. Ich hatte sie leider nur bis zu meinem 33. Lebensjahr. Ich weiß, dass es ohne Unterstützung bei multipler Sklerose nicht geht, und hoffe, dass ich mit meiner Spende Mandy Nimz helfen kann“, schreibt die Warenerin.

Auch die Teilhabeberatung des zum Pommerschen Diakonievereins gehörenden Bürgerhafens in Greifswald hat sich gemeldet. Martina Laabs und Susanne Gräber wollen die Rappenhagenerin unterstützen. „Denn die Aussage der Krankenkasse, dass es für ein behindertengerechtes Fahrzeug keine Hilfe gibt, stimmt so nicht“, macht Laabs deutlich. So gebe es Zuschüsse zum Kauf des Autos, u.a. durch das Sozialamt. Die beiden Teilhabeberaterinnen beklagen, dass gerade von öffentlichen Behörden oftmals falsche oder keine Hinweise an betroffene Schwerbehinderte gegeben würden. „Wir sind ganz sicher, dass es gelingt, für Mandy Nimz ein Fahrzeug zu beschaffen“, sagen die beiden Frauen.

Vorpommersche Landesbühne lädt Familie zu Vineta ein

Hilfe für die junge Mutter kommt auch noch auf anderem Weg: Die Vorpommersche Landesbühne Anklam hat Mandy, ihren Mann und Aline eingeladen, Gast der Vineta-Festspiele zu sein. „Wir freuen uns wie verrückt darauf, denn wir waren ewig nicht auf der Insel Usedom. Und seit Aline gehört hat, dass es eine Lasershow gibt, kann sie es kaum erwarten, bis es zu Vineta geht“, berichtet ihre Mutter froh.

Wer Mandy Nimz helfen möchte, kann ihre Kampagne auf der Website „Gofundme“ aufrufen. Die Spende erfolgt online.

Cornelia Meerkatz

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