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Greifswald Hotelumbau und mehr WCs: Lubmin investiert für Touris
Vorpommern Greifswald Hotelumbau und mehr WCs: Lubmin investiert für Touris
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00:00 24.03.2017
In Sichtweite der Seebrücke liegt das Hotelrestaurant „Zur Seebrücke“: Es soll ab Herbst umgebaut und vergrößert werden. Quelle: Foto: Anke Jankowski
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Lubmin

Abriss und Neubau: Bleibt es bei jetzigen Planungen, wird Lubmins prominentestes Hotelrestaurant nach dem Sommer zur Baustelle. Um künftig mehr Gäste bewirten und unterbringen zu können, wollen Heidi und Andrea Moritz ihr Haus „Zur Seebrücke“ verändern und vergrößern lassen.

Die neue Kurabgabe-Regelung ist trotzdem umstritten

Ihre Investition wird nicht die einzige sein, die das kleine Seebad am Greifswalder Bodden touristisch aufwerten soll. „Die Kurverwaltung erhält einen Anbau an den Empfangsraum. Damit wird ihre Präsentations- und Verkaufsfläche größer: Unsere Gäste haben mehr Platz, unsere Mitarbeiterinnen bessere Arbeitsbedingungen“, kündigt Bürgermeister Axel Vogt (CDU) an.

Am Platz an der Seebrücke soll eine weitere öffentliche Toilette entstehen. Im Gegenzug wolle man ein WC-Häuschen, das sich derzeit hinter dem Parkplatz am Hotel „Seebrücke“ befindet, woanders platzieren. Grund: „Es ist dort einfach schwer zu finden gewesen“, so Vogt.

Bauen lassen möchte die Gemeinde nicht zuletzt im Kurpark: Die dortige Konzertmuschel solle Umkleideräume für dort auftretende Künstler erhalten und um eine öffentliche Toilette und Stauraum für Mobiliar ergänzt werden. Erst einmal fertiggestellt, wolle man sie anstrahlen, teilte Axel Vogt in dieser Woche öffentlich mit.

Damit reagierte Lubmins Bürgermeister auch auf teils heftige Reaktionen nach Bekanntgabe der neuen Kurabgabesatzung. Ihr zufolge sollen künftig während der Saison (1. Mai bis 30. September) nicht nur Urlauber, sondern auch Tagesbesucher eine Gebühr entrichten, bevor sie an den Strand ziehen (die OZ berichtete). Auch wenn, wie Vogt beteuerte, diese Regelung 2017 noch nicht greife, weil wichtige Voraussetzungen bislang unklar seien, ist die Absicht doch unmissverständlich. Anders als Tagesbesucher will man Urlauber bereits in diesem Jahr zusätzlich zur Kasse bitten. Die Gemeindevertretung beschloss, auch in der Nebensaison Kurtaxe von ihnen zu verlangen. Gemeindevertreter Frank Tornow (SPD) sieht diesen Vorstoß kritisch. „Lubmin ist nicht Heringsdorf. Wer hier im Herbst Urlaub macht, bekommt außer dem Strand kaum etwas geboten.“ Lubmin, sagt Tornow, habe nicht die Infrastruktur großer Seebäder. Es sei ganz anders.

„Für eine Abgabe darf der Urlauber eine entsprechende Gegenleistung erwarten“, gibt auch Marco Hanke, Vorsitzender des Lubminer Tourismus- und Gewerbevereins, zu bedenken. Wie Tornow ist er wenig angetan von der Nebensaison-Kurtaxe. „Wir sollten alles dafür tun, Urlauber her zu holen, statt sie zusätzlich zu schröpfen.“

Dass Lubmin nicht Heringsdorf ist, weiß auch Axel Vogt. Die Entwicklung Lubmins sei nicht vordergründig touristisch geprägt, die Vielfalt touristischer Angebote gering, räumt er ein. Anders als im Falle anderer Ostseebäder würde der Gemeindehaushalt maßgeblich durch das Gewerbesteueraufkommen mittlerer und größerer Betriebe gespeist, die nicht touristisch orientiert seien. Die Einnahmen der Kurverwaltung 2017 hätten gerademal drei Prozent der Gesamteinnahmen Lubmins ausgemacht. „Rechnet man vereinfacht noch einen geschätzten ,Gewerbesteuer- und Einkommenssteueranteil Tourismus’ hinzu, beläuft sich unsere Wertschöpfung aus dem Tourismus im Jahr auf maximal nur etwa zehn Prozent“, verdeutlicht Vogt.

Dessen ungeachtet beschloss die Gemeindevertretung mehrheitlich die neuen, umstrittenen Kurabgaben. Jede Investition in die touristische Infrastruktur koste die Gemeinde Geld und das langfristig.

Denn schließlich müsse sie sich auch um die Pflege und den Erhalt der neuen Einrichtungen kümmen. Dass Urlauber und Tagesbesucher an der Finanzierung beteiligt werden, sei gerechtfertigt.

„Schließlich“, so Vogt, „kommen unserer Investitionen in die öffentliche und die soziale Infrastruktur auch unseren Gästen zu Gute.“

Sven Jeske

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