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Greifswald Die vor dem Wolf schützen
Vorpommern Greifswald Die vor dem Wolf schützen
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16:00 24.02.2019
Die Halter der ungarischen Hirtenhunderasse Kuvasz machten auch auf der Bansiner Seebrücke Station. Quelle: Dietmar Pühler
Bansin

Dort, wo sie hinkamen, sind sie aufgefallen. Acht stattliche schneeweiße Hunde waren am Wochenende rund um Bansin zu sehen. Sie gehören zur ungarischen Hirtenhunderasse Kuvasz. Sie und ihre Halter kamen zum „Sterne- und Diamantentreffen auf Usedom“.Organisiert hat die Tour auf die Insel Sabine Schneider aus Oberschöna in Sachsen. „Wir machen das einmal im Jahr. Wir waren schon auf Rügen und in Dresden“, erzählt die Züchterin.

Wie sie auf den Hund gekommen ist, erklärt sie bei einem Spaziergang am Strand: „Meine Eltern haben als Professoren an der Uni Karl-Marx-Stadt gearbeitet. Sie hatten einen Austausch mit der Uni in Budapest. Wir waren oft im Sommer dort. Als Kind habe ich stundenlang in der Puszta gesessen und die Hunde beobachtet. Ich habe ihren Stolz und ihre Persönlichkeit bewundert und mich in ihre Schönheit verliebt.“

Kindheitstraum in Erfüllung gegangen

Vom damaligen Kindheitstraum, eines Tages einen eigenen Kuvasz zu halten, war es ein langer Weg bis zum Beginn der Zucht. „Das muss ins Herz gehen. Das war vor 14 Jahren so“, erzählt Sabine Schneider. Domingo hieß der erste Kuvasz, der ihre Zucht „vom Chrystal Diamonds“ begründete. Drei Jahre später konnte der erste Wurf gefeiert werden.

Die Halter der ungarischen Hirtenhunderasse Kuvasz machten auch auf der Bansiner Seebrücke Station. Quelle: Dietmar Pühler

 Der Kuvasz ist ein Schutzhund für Viehherden, Gehöfte und Familien. In Deutschland kümmert sich der Verein „Kuvasz Freunde“ um die Zucht. Dabei ist dem Verein wichtig, die Urwüchsigkeit und die Robustheit der imposanten weißen Hirtenhunde zu erhalten. Unter den Haltern seien auffallend viele Ärzte, verrät Sabine Schneider. Vermutlich komme das daher, dass Ärzte starke Persönlichkeiten sind, wie der Kuvasz eben auch.

Die weiteste Anreise auf die Insel Usedom hatte Dr. Peter Dangl. Der Wiener Allgemeinarzt hat eine simple Erklärung, warum er Kuvasz-Halter geworden ist: „Bei dem hellen Fell sieht man die Zecken besser“. Das sei ein Vorteil gewesen, gerade in den Jahren, als die Kinder noch klein waren.

Vom Wolf wird er nicht erkannt

Der Kuvasz sei ein Herdenschutzhund, der in Farbe und Größe und mit seinen hängenden Ohren in einer Schafherde nicht von den Schafen zu unterscheiden sei. „Sie werden in der Herde vom Wolf nicht gesehen“, erläutert Sabine Schneider. Nähert sich ein Wolf der Herde, tritt der Hund hervor und der Wolf nimmt Reißaus. „Alle Hunde, die wir hier haben, sind auf den Menschen sozialisiert. Es sind Familienhunde“, schränkt sie ein. „Sie sind sehr lange Kinder, bis vier Jahre, dann sind sie ausgewachsen“, fügt die Züchterin an. 

Ein Kuvasz erkundet auf eigene Pfote den Usedomer Strand. Quelle: Dietmar Pühler

Dass die großgewachsenen Kuvasz auffallen mit ihrem weißen, gewellten Fell, liegt auf der Hand. „Man wird überall auf den Hund angesprochen“, weiß Sabine Schneider zu berichten. Eine bürokratische Hürde überwinden musste Petra Bajorat-Kollegger aus Berlin. Die Allgemeinärztin hat die Genehmigung bekommen, ihren Kuvasz als Therapiehund mit in die Praxis zu nehmen: „Bei dementen Patienten bekomme ich über den Hund Kontakt.“ Ihr Hund musste dafür besonders geschult werden, um mit Rollatoren umzugehen oder damit er im Altenheim nicht die Tabletten vom Boden aufschleckt. „Für die Leute ist das unglaublich angenehm“, weiß sie zu berichten.

Auf Usedom standen neben touristischen Zielen wie dem Wasserschloss Mellenthin oder dem Tropenzoo Bansin ein Besuch beim Hundesportverein Bansin auf dem Programm. Am Sonntag gab es auf dem Vereinsgelände Kaffee und Kuchen – und die Hunde konnten sich dort frei bewegen. „Das sind sehr nette Leute“, lobt Sabine Schneider die Gastfreundschaft der Bansiner Hundefreunde.

Dietmar Pühler

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