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Greifswald Hundesteuer: Städte schicken Privatermittler in die Spur
Vorpommern Greifswald Hundesteuer: Städte schicken Privatermittler in die Spur
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06:45 10.11.2014
Beauftragte Firmen sollen die Steuersünder finden. Den Kommunen in Mecklenburg-Vorpommern bringt das bares Geld. Quelle: Jens-Uwe Berndt
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Greifswald

Immer mehr Gemeinden beauftragen Privatfirmen, um Steuersündern unter den Hundebesitzern auf die Spur zu kommen. Damit sollen die Stadtkassen aufgebessert werden. In Greifswald ist eine „Hundesbestandsaufnahme“ ab Dezember geplant. Andere Städte in MV, darunter Rostock und Wismar, haben ihr Hundesteueraufkommen nach den Ermittlungen deutlich erhöht.

Datenschützer dagegen kritisieren, dass es für Befragungen durch Privatfirmen keine rechtlich saubere Regelung gebe. Mitarbeiter hätten keine hoheitlichen Befugnisse.

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In Greifswald sollen von Anfang Dezember bis Ende Februar 2015 private Hundesteuer-Kontrolleure alle gut 31 500 Haushalte aufsuchen. Bei der Befragung werde der Datenschutz eingehalten, heißt es aus dem Rathaus. So werde ein Datenschutzvertrag mit dem Dienstleister abgeschlossen. Dessen Auftrag ist laut Ausschreibung die „flächendeckende Bestandsaufnahme“ in Greifswald gehaltener Hunde. Firmenmitarbeiter sollen nachforschen, wie viele, welche und seit wann Hunde gehalten werden. Bisher sind rund 2000 Tiere angemeldet, sagt Sprecherin Andrea Reimann. Bis 2017 rechne man mit 80 000 Euro Steuerplus.

Rostock hat gute Erfahrungen mit der Hundesteuer-Kontrolle. Hier waren von März bis Juni 2013 Mitarbeiter einer Privatfirma unterwegs. „Nach Abschluss der Hundebestandsaufnahme wurde eine Steigerung des Hundebestands um 15 Prozent verzeichnet“, sagt Stadtsprecher Ulrich Kunze. Samt der zusätzlichen Beträge habe die Stadt 2013 rund 628 000 Euro Hundesteuer erzielt.



Bernhard Schmidtbauer