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Greifswald Illegale Müllverkippung im Wald bei Dambeck
Vorpommern Greifswald Illegale Müllverkippung im Wald bei Dambeck
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17:30 06.06.2019
Harry Mensel hat wiederholt illegal entsorgten Müll im Wald bei Dambeck entdeckt. Quelle: HGW
Dambeck

Idyllisch ist es im Wald nahe Dambeck. Spaziergänger, die Ruhe suchen, werden sie hier finden. Doch Flora und Fauna sind einigen Zeitgenossen offenbar völlig schnuppe. Denn regelmäßig verkippen Leute in diesem Waldstück ihren Müll. „Gerade hat schon wieder jemand sein Zeug abgeladen, darunter Reifen, ein Kühlschrank und alte Fenster“, sagt der Dambecker Harry Mensel verärgert. Vermutlich habe ein Hausbesitzer Fenster ausgewechselt und sich dieser im Grünen entledigt. Angesichts der hohen Temperaturen kann der 53-Jährige über so viel Unvernunft nur den Kopf schütteln. Mit Sorge deutet er auf unzählige Scherben von zerborstenem Glas: „Knallt hier die Sonne rauf, fackelt womöglich der Wald ab“, sagt er. In Vorpommern-Greifswald wurde zu Wochenbeginn mit der Waldbrandstufe 4 die zweithöchste Gefahrenstufe ausgerufen.

Erst im Frühjahr 2018 informierte Mensel die OZ, weil jemand im Wald bei Dambeck säckeweise Wurst aus einem Supermarkt entsorgte. Der Züssower Landwirt Sebastian Vaegler, dem das Waldstück gehört, stellte Strafanzeige bei der Polizei. Der Fall war besonders brisant, weil zu jener Zeit die Afrikanische Schweinepest drohte. Schon kleinste Reste von infizierten Rohwursterzeugnissen könnten das Virus verbreiten und zum Ausbruch der Seuche führen, hieß es. Ob die polizeilichen Ermittlungen zum Erfolg führten, blieb unklar.

Mehrere hundert Anzeigen pro Jahr im Kreis

Fakt ist: Jährlich gehen beim Kreis Vorpommern-Greifswald hunderte Anzeigen wegen illegaler Müllverkippungen ein, 2016 waren es 500. Mal sind es kleine Ablagerungen, mal umfangreiche wie im Februar bei Moeckowberg, wo ein Spaziergänger die Reste eines Badumbaus entdeckte.

Kein Einzelfall, weiß Kreissprecher Achim Froitzheim: „Handwerksbetriebe, die nicht aus der Region stammen, aber auch hiesige Heimwerker entsorgen Bauschutt und Dämmreste immer wieder illegal in der Landschaft.“ Es sei aber eine irrige Annahme, im Wald allein zu sein. „Es gibt etliche aufmerksame Bürger, die uns derlei Aktivitäten melden. So gelingt es immer wieder, den oder die Verursacher ausfindig zu machen“, betont Froitzheim. Je nach Umfang und Gefährdung könne eine illegale Ablagerung mit einem Bußgeld von bis zu 50000 Euro belegt werden. Häufig suchten sich Umweltfrevler für ihre Taten schlecht einsehbare Orte aus, die leicht mit Auto und Anhänger angefahren werden können. Handele es sich bei den illegalen Ablagerungen um Stoffe, von denen Gefahr für die Umwelt ausgehe, sorge der Kreis für eine sofortige Entsorgung. Anderes werde oft in Absprache mit der Kommune entfernt. „Müllsammel-Aktionen von Bürgern unterstützen uns zusätzlich“, würdigt er.

Auch Harry Mensel sammelt den Müll im Wald immer wieder auf und sinniert über die Motive der Täter. Ohne Ergebnis: „Schließlich gibt es überall Wertstoffhöfe – in Gützkow, Greifswald, Kemnitz“, appelliert er. Die im Wald abgeladenen Fenster sind übrigens mit Motiven in Window Color-Art verziert: Papageien, Schmetterlinge, Blumen. Auch der Name Jule ist lesbar. Für die Suche nach dem Übeltäter ein wichtiges Detail.

Im Wald bei Dambeck wurde wiederholt Müll abgeladen.

Säckeweise Wurst in Wald gekippt

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Petra Hase

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