Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Greifswald In Greifswald fehlen 200 Kita-Plätze
Vorpommern Greifswald In Greifswald fehlen 200 Kita-Plätze
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:13 16.03.2018
Wir haben das Problem einer Erfolgsgeschichte: die wachsende Stadt.Stefan Fassbinder Oberbürgermeister Greifswald
Greifswald

In der Hansestadt fehlen 200 Kita-Plätze! Das ist das Resümee des Kitagipfels, den Stadt und Landkreis am Mittwochnachmittag im Rathaus durchführten. Der Gipfel war vehement durch die SPD-Fraktion der Greifswalder Bürgerschaft und den Frauenbeirat gefordert worden.

Kitagipfel mit 60 Teilnehmern diskutiert Acht-Punkte-Maßnahmeplan

Auslastung

105 Prozent beträgt die Auslastung der Kindergärten in der Hansestadt, 80 Prozent sind es bei Kinderkrippen.

Zuwachs an Betreuungsplätzen von 2013 - 2015:Krippe – 18,5 %

Kindergarten – 10 %

Hort – 9 %

Neu errichtete Kitas in der Stadt seit 2013:

Hundertwelten (ILL)

Unternehmensgeister (Marlis Wendenburg)

Campuskinder (Studentenwerk) Uni-Kita (Volkssolid.)

Derzeit fehlen in der Stadt sogar 370 Plätze in Krippe, Kindergarten und Hort. Da im Laufe des Jahres mehrere Anbauten bzw. eine neue Kita fertig werden – so beim Institut Leben und Lernen, der Aktion Sonnenschein, im Waldorfkindergarten und in der Puschkin-Kita des DRK – und so insgesamt 180 zusätzliche Plätze entstehen, sind es schlussendlich 200. Bislang hatten Stadt und Kreis immer betont, nicht zu wissen, wieviele Plätze genau fehlen.

„Wir haben das Problem einer Erfolgsgeschichte. Es ist die weiter wachsende Stadt“, sagte Greifswalds Oberbürgermeister Stefan Fassbinder (Grüne). Trotz einer Steigerung der Platzanzahl seit 2013 um 13 Prozent reichen die Betreuungsangebote nicht. Laut Dr. Astrid Petersmann, Gleichstellungsbeauftragte der Unimedizin und mit in die Vorbereitung des Gipfels eingebunden, geht der Unimedizin wegen fehlender Betreuungsplätze wichtiges Personal, Ärzte und Schwestern, verloren. „Sie unterschreiben gar nicht erst einen Arbeitsvertrag hier“, sagte sie. „Klagen hilft nicht, wir müssen gemeinsam schnell Ideen entwickeln, um Familien den benötigten Betreuungsplatz anbieten zu können“, betonte Dirk Scheer, Sozialdezernent des Landkreises Vorpommern-Greifswald (parteilos).

Scheer, Fassbinder und Petersmann hatten im Vorfeld des Gipfels einen Maßnahmeplan zusammengestellt, den sie mit den etwa 60 Teilnehmern diskutierten. Dazu gehörten 20 Träger von Kindereinrichtungen, Tagesmütter, der Frauenbeirat, Vertreter der Bürgerschaftsfraktionen, der Stadt- und der Kreisverwaltung, des Stadtjugendrings, Mitglieder des Sozialausschusses der Bürgerschaft und des Jugendhilfeausschusses des Kreistages, Vertreter der Uni und der Unimedizin.

Der vorgeschlagene Maßnahmeplan umfasst acht Punkte: Zur genauen Bedarfsermittlung werden alle Träger verpflichtet, das Kita-Portal zu nutzen. Bislang tun das nur 70 Prozent der Träger. Für die Betriebserlaubnis einer Kita kann es befristete Ausnahmeregelungen geben. Im Klartext heißt das, dass für einen abgegrenzten Zeitraum mehr Kinder in der Kita betreut werden dürfen. Bei Kitaneubauten oder -erweiterungen sollen moderne Bauweisen, etwa Module, genutzt werden. Gleichzeitig legen die Träger dar, welche Kapazitäten sie wann erweitern wollen. Ausgebaut werden soll die Tagespflege durch Kooperationen mit Kitas. Zur Gewinnung von pädagogischen Fachkräften soll Quereinsteigern eine duale Ausbildung ermöglicht werden. Erarbeitet werden soll ein Beförderungskonzept zur Betreuung von Stadtkindern in Kitas außerhalb von Greifswald, weil nach Aussage des Kreises dort noch Kapazitäten vorhanden sind. Und: Es wird eine Arbeitsgruppe gebildet, die einen öffentlichen Kitagipfel vorbereitet, an dem vor allem Eltern teilnehmen.

Scheer, Fassbinder und Petersmann sind überzeugt, den richtigen Ansatz gefunden zu haben. „Allerdings können auch wir nicht zaubern und von heute auf morgen 200 Plätze schaffen“, so der Oberbürgermeister. Nicht ganz so euphorisch sieht man bei der SPD das Ergebnis. Für Landratskandidatin Monique Wölk ist zuallererst der Landkreis in der Pflicht, Abhilfe zu schaffen und mit der Stadt Greifswald schnell Lösungen zu finden. „Die Bürgerschaft will diese Lösungen Anfang Juni auf dem Tisch haben“, betont Wölk. Der Landkreis müsse deshalb über organisatorische Vorschläge hinausgehen und eine eigene Förderung für Kitaneubauten und -erweiterungen vornehmen. Auch eine Absenkung der Kreisumlage könne weitere Kitaplätze bringen, weil das Geld für Neubauten genutzt werden könnte.

„Wichtig ist nur, dass wir die Probleme der Eltern wirksam lösen.“ Monique Wölk erwartet daher einen öffentlichen Kitagipfel.

Cornelia Meerkatz

Zwei Kunst-Leistungskurse des Jahn-Gymnasiums stellen ab heute im Amtsgericht aus

16.03.2018

Greifswald. Morgen legen sich starke Männer und Frauen auf die Bank, um bei den Landesmeisterschaften im Bankdrücken die schwerlastige Hantel in die Höhe zu hieven.

16.03.2018

Künstler Hiroyuki Masuyama sucht 13 Personen für ein Fotoshooting

16.03.2018