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Greifswald In Greifswald geht's um mörderische Identitäten
Vorpommern Greifswald In Greifswald geht's um mörderische Identitäten
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09:10 26.07.2018
Christian Suhm, Anna Lena Klatt und Roman Dubasevych (v. L.) freuen sich aufs Ukrainicum
Christian Suhm, Anna Lena Klatt und Roman Dubasevych (v. L.) freuen sich aufs Ukrainicum Quelle: Eckhard Oberdörfer
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Greifswald

Die Legitimierung von Kriegen ist Thema des  23. Greifswalder Ukrainicums. Unter der Überschrift „Mörderische Identitäten?“ wird in der Sommerschule dem Verlust gerade erst gewonnener Identitäten, von Demokratie und Menschenrechten, Ängsten vor eigener Identität, vor dem Turbokapitalismus nachgegangen.

Nach mehreren Jahren ist wieder ein Ukrainistikprofessor wissenschaftlichem Leiter.Roman Dubasevych vertritt seit 2015 den Greifswalder Lehrstuhl für ost- und westslawische Philologien. Seit 2018 ist er Juniorprofessor für Ukrainische Literaturwissenschaft. Er sieht die Ukrainistik im Aufwind. Für die diesjährige Sommerschule gebe es auch international großes Interesse. Das Krupp Kolleg vergibt Reisestipendien. Die Teilnehmer kämen aus der Ukraine, Polen, Tschechien, Österreich und Deutschland.

Die Greifswalder Ukrainistik ist ein Alleinstellungsmerkmal der hiesigen Hochschule. Trotzdem stand sie vor einigen Jahren vor dem Aus. Noch als Außenminister rettete der heutige Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier 2015 die Ukrainistik. Durch sie erhalte das Auswärtige Amt die dringend benötigte wissenschaftliche Expertise über Osteuropa und speziell über die Ukraine, begründete er.

Der ukrainische Botschafter Andrij Mylnik sei sehr interessiert an einer Kooperation und habe angekündigt, dass er am 6.August zur Eröffnung kommen kann, informiert Christian Suhm, der wissenschaftliche Geschäftsführer des Krupp-Kollegs. Eine gewisse finanzielle Unterstützung der Ukrainistik sei künftig möglichi . „Wir können eine Wunschliste von der Unterstützung von Veranstaltungen bis zur Finanzierung befristeter Stellen an die Botschaft schicken“, berichtet Suhm. Roman Dubasevych freut sich, dass der Botschafter Hilfe bei der Vermittlung von Praktikumsstellen anbot. „Das verbessert die Perspektive unserer Absolventen“, sagt er. „

Für Christian Suhm ist der Erhalt der Ukrainistik wichtig für die Konsolidierung und Attraktivität der Slawistik als ein „Markenzeichen der Greifswalder Universität“ mit Russistik, Polonistik, Bohemistik und eben Ukrainistik. Die Ukraine ist mehrsprachig, so werden hier auch Polnisch und Russisch gesprochen.

Auch beim diesjährigen Ukrainicum gibt es nicht nur wissenschaftliche Vorträge und Seminare sowie Sprachkurse. Für die interessierte Öffentlichkeit dürfte besonders die Eröffnungsrede von Prof. Andreas Kappeler interessant sein. Der Osteuropaexperte spricht über „Ukrainisch-russische Verflechtungen. Persönliche Erfahrungen und historische Reflexionen“. Am 11.August wird es wieder einen Filmabend geben.

Oberdörfer Eckhard

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