In Vorpommern-Greifswald keine Maßnahmen trotz hoher inzidenz
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Greifswald Trotz hoher Inzidenz: Keine weiteren Maßnahmen in Vorpommern-Greifswald
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In Vorpommern-Greifswald keine Maßnahmen trotz hoher inzidenz

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17:09 25.03.2021
Mundschutz ist auch weiterhin in Vorpommern-Greifswald pflciht. Dafür bleiben Schulen, Kitas und mit Einschränkungen auch der Einzelhandel offen. (Symbolbild)
Mundschutz ist auch weiterhin in Vorpommern-Greifswald pflciht. Dafür bleiben Schulen, Kitas und mit Einschränkungen auch der Einzelhandel offen. (Symbolbild) Quelle: Harald Tittel
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Greifswald

Eigentlich ist es seit Mitte März durch die Landesverordnung geregelt: Kreise, in denen die Inzidenz mehrere Tage über 100 Infizierte auf 100.000 Einwohner liegt, müssen ihre Maßnahmen verschärfen. In Vorpommern-Greifswald hat die Inzidenz am vergangenen Sonntag diesen Wert überschritten und ist seitdem nicht wieder gefallen. Trotzdem hat die Kreisverwaltung nun bekannt gegeben, dass es keine strengeren Maßnahmen geben wird. Am Donnerstag war die Inzidenz laut Lagus bei 118.

Kein diffuses Fallgeschehen

In der Begründung für die Entscheidung heißt es, dass das Fallgeschehen im Kreis nicht diffus sei. Tatsächlich gibt die Landesverordnung eine solche Argumentation her. In der schriftlichen Erklärung des Kreises heißt es: „Laut Gesundheitsministerium handelt es sich um ein diffuses Infektionsgeschehen, wenn bei über 50 Prozent der Kontakte nicht ermittelt werden kann, wo die Ansteckung erfolgt ist und somit Infektionsketten nicht eindeutig nachvollziehbar sind.“

Wie Achim Froitzheim, Pressesprecher der Kreisverwaltung, erklärte, würden die Mitarbeiter jedoch aktuell 87,06 Prozent der Fälle nachverfolgen können. Zudem seien ein Drittel der Fälle bereits vor ihrer Infektion bereits als Kontakte erfasst gewesen, weswegen sie durch das Gesundheitsamt zeitnahe abgesondert werden konnten.

70 Prozent aller Fälle im privaten Bereich

Wie es weiter in der Erklärung heißt, hätten sich im Februar 30 Prozent aller Infektionen in Einrichtungen ereignet. Die restlichen 70 Prozent sind auf das private Umfeld zurückzuführen. Näher geht die Erklärung nicht auf die Infektionen ein, zum Beispiel ob sie auf der Arbeit oder in der Freizeit vorgekommen sind.

Im März hat es laut Kreisverwaltung mehr Infektionen in Einrichtungen gegeben. 43 Prozent gingen auf Schulen, Kitas, Kliniken, Heime oder beispielsweise auch Firmen zurück. „Somit handelt es sich derzeit gehäuft um abgrenzbare lokale Ausbrüche, die nachverfolgt werden können“, heißt es weiter.

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Genehmigung von Ministerium steht noch aus

Die Entscheidung des Kreises wurde noch nicht durch das zuständige Gesundheitsministerium genehmigt. Die Kreisverwaltung sei selbst zu dem Schluss gekommen, dass kein diffuses Infektionsgeschehen vorliege. Das Ergebnis aus Schwerin stehe noch aus, weshalb die Beschränkungen trotz der Überschreitung der 7-Tage-Inzidenz nicht umgesetzt würden, heißt es abschließend in der Erklärung.

Schulen, Kita, Einzelhandel betroffen

Die Landesverordnung sieht eigentlich vor, dass in Landkreisen, die eine Inzidenz von 100 überschritten haben, Maßnahmen gegen die weitere Verbreitung des Virus ergriffen werden müssen. Dazu zählt unter anderem Distanzlernen in weiterführenden Schulen, freiwillige Betreuung in Kitas und eine Aufhebung der Terminöffnungen im Einzelhandel.

Von Philipp Schulz