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Greifswald Neues Gesundheitszentrum in Greifswald
Vorpommern Greifswald Neues Gesundheitszentrum in Greifswald
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16:45 24.02.2019
Blick auf Museumshafen und Fangenturm: Hier auf der Nordseite des Ryck entsteht derzeit das Gesundheitszentrum. Quelle: fotos (2): Eckhard Oberdörfer
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Greifswald

Fast unbemerkt hat der Bau des Gesundheitszentrums der Firma FPx5 an der Greifswalder Salinenstraße begonnen: Die Bohrpfahlgründung ist erfolgt, bis zum Herbst soll das futuristische Gebäude mit der markanten runden Front fertig sein. „Der Einzug ist im September oder Oktober geplant“, sagt Geschäftsführer Claus-Peter Röhr. Eigentlich sollte das zweistöckige Gebäude zwischen Festwiese und Segeltuchwerkstatt bereits in diesem Monat eröffnet werden. „Es dauerte dann doch länger, bis wir alle Genehmigungen hatten“, erklärt Röhr die Verzögerung.

Greifswalder Betriebe undArztpraxen sollen profitieren

Am Ryck entsteht dann mit dem ersten „Carecenter“ ein völlig neues Format. Es handelt sich hierbei nicht um ein klassisches Gesundheitszentrum mit niedergelassenen Ärzten, sondern um ein hochtechnologisiertes medizinisches Angebot, das sich an mittelständische Betriebe richtet. Diese können dann ihre Mitarbeiter zum Beispiel zur betriebsärztlichen Untersuchung in das Carecenter schicken. „Unser Ansatz ist es, Firmen vor dem Ausfall der Mitarbeiter zu bewahren und die Menschen vor Burnout oder chronischen Gelenkschmerzen“, sagte Röhr gegenüber der OZ. „Man kann sehr viel machen, wenn die Leute rechtzeitig kommen.“

Ein zweiter Schwerpunkt des Unternehmens mit dem exotischen Namen wird in der Entwicklung von digitaler Technik und Ausstattung für Arztpraxen liegen. In einem Showroom können sich interessierte Hausärzte zum Beispiel über das Präventiometer informieren, mit ihm sollen gleichzeitig bis zu 17 unterschiedliche Untersuchungen möglich sein. Hörtest, Überprüfung der Lungenfunktion, Ruhe-EKG, Sehtest und die Auswertung der Blutwerte – das alles schafft das Gerät in gut einer Stunde.

Große Firmen wie VW sindbereits dabei

Große Firmen wie Volkswagen, das Klinikum Braunschweig und die AOK Nordost haben das Angebot bereits für ihre Mitarbeiter entdeckt. Das Präventiometer würde nach Angaben von FPx5 sowohl eine enorme Zeitersparnis für Patienten als auch einen geringeren Aufwand für die niedergelassenen Ärzte bedeuten. Langfristig könnte für Patienten und Ärzte durch die digitalen Möglichkeiten sogar ein langgehegter Traum in Erfüllung gehen. Den aktuellen Arzttermin würde es dann via Kurznachricht aufs Handy geben, Wartezeiten in der Arztpraxis und eine eventuelle Ansteckung im Wartezimmer würden damit der Vergangenheit angehören. Stattdessen könnten Patienten die Wartezeit entspannt im Café verbringen.

Bürgerinitiative verhinderte Standort am Museumshafen

Im vergangenen Jahr bewegte der Bau des Carecenters monatelang die Gemüter der Greifswalder. Es ging um den zunächst gewünschten Standort am Museumshafen, am Anleger der „Stubnitz“. Das verhinderte eine Bürgerinitiative per Bürgerentscheid. Am jetzigen Standort in der Salinenstraße werden ab Herbst 35 bis 40 Kollegen für die Firma arbeiten, kündigt Röhr an. Es sollen später aber noch mehr werden, Vorpommern solle schließlich der Hauptsitz von ipexhealth, der Unternehmensgruppe hinter der Firma FPx5 werden.

Die Bohrpfahlgründung für das Gesundheitszentrum an der Salinenstraße ist vollzogen Quelle: eob

„Unsere Firmengruppe ist in den vergangenen Monaten sehr viel größer geworden“, informiert Röhr. „Inzwischen gehören 190 Kollegen zu uns.“ In der Gützkower Landstraße wurden Räume eines früheren Callcenters erworben. gegenwärtig laufen Umbauarbeiten im Haus. „Wir stellen jetzt Mitarbeiter ein“, so Röhr. Zudem expandiert Ipexhealth aktuell nach Saudi-Arabien und Dubai, auch in Florida gibt es bereits eine Ipexhealth USA.

Dass sich Claus-Peter Röhr für den Hauptstandort Greifswald entschieden hat, hängt eng mit Aushängeschildern der Universitätsmedizin Greifswald zusammen, der Community Medicine und der Ship-Studie (Study auf Health in Pomerania). „Die Universitätsmedizin Greifswald arbeitet bereits eng mit diesem Unternehmen in der beruflichen Gesundheitsförderung zusammen“, bestätigt Prof. Carsten Oliver Schmidt vom Institut für Community Medicine. Ein Beispiel sei die mobile Gesundheitsförderung von Mitarbeitern im ländlichen Raum Mecklenburg-Vorpommerns. FPx5 hat dafür die Messplattform hergestellt. Mit dem Neubau im Museumshafen habe das aber nichts zu tun. „Grundsätzlich ist es zu begrüßen, wenn sich weitere Unternehmen der Gesundheitsbranche am Wissenschaftsstandort Greifswald ansiedeln“, betont Schmidt.

Eckhard Oberdörfer

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