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Greifswald Rosen, Schreibtisch und eine Ferienwohnung zum Beginn
Vorpommern Greifswald Rosen, Schreibtisch und eine Ferienwohnung zum Beginn
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16:43 09.07.2019
Heringsdorfs neue Bürgermeisterin Laura Isabelle Marisken, auf der Fußgängerbrücke über den Ryck in Greifswald. Quelle: Cornelia Meerkatz
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Heringsdorf

Die Gemeinde Ostseebad Heringsdorf mit den Ortsteilen Ahlbeck, Heringsdorf, Bansin, Gothen, Alt Sallenthin, Neu Sallenthin und Sellin hat eine neue Bürgermeisterin: Laura Isabelle Marisken. Die 31-Jährige ist derzeit dabei, ihren Arbeitsbeginn vorzubereiten und freut sich auf die neuen Herausforderungen. Die OZ sprach mit ihr über den Umzug auf die Insel, ihre Doktorarbeit, erste Gespräche mit Mitarbeitern, ihr Büro und den Charme des Swinemünder Stadtpräsidenten.

Wann treten Sie als neue Verwaltungschefin im Ahlbecker Rathaus ihren Dienst an?

Laura Isabelle Marisken: Ich trete das Amt am 1. August an. Am Abend des 30. Juli wird die feierliche Amtseinführung sein. Weitere Details dazu werden noch bekannt gegeben, sobald die Planung abgeschlossen ist.

Was überwiegt, wenn Sie daran denken – Freude oder Aufregung?

Ich habe während meines Wahlkampfes an knapp 3000 Haustüren geklingelt und wurde von einer überwältigenden Mehrheit der Einwohner der Gemeinde sehr freundlich aufgenommen – und zwar auch von denen, die mich am Ende vielleicht nicht gewählt haben. An der Haustür als auch bei meinen 13 Veranstaltungen haben wir gemeinsam viele Problemkreise des Ist-Zustandes als auch die künftigen Herausforderungen unserer Gemeinde beleuchtet und begonnen, Strategien zu erarbeiten, wie sich unsere Gemeinde in der Zukunft entwickeln soll. Dieses große Interesse an der gemeinsamen inhaltlichen Auseinandersetzung mit den EinwohnerInnen erwecken in mir große Vorfreude auf die vor mir liegende neue Tätigkeit. Eine gewinnbringende, einwohnerorientierte Entwicklung der Gemeinde wird für uns alle zeitgleich auch eine große Herausforderung darstellen. Eine Herausforderung, die sich lohnt.

Hatten Sie bereits die Möglichkeit, mit dem einen oder anderen Mitarbeiter zu sprechen?

Ja, ich habe bereits MitarbeiterInnen der Gemeinde kennenlernen dürfen. Auf Einladung von Frau Willert, der Wahlleiterin, hatte ich bei einem Essen der WahlhelferInnen die Gelegenheit mit einigen MitarbeiterInnen ins Gespräch zu kommen. Auch beim Besuch der WOG und des Eigenbetriebes konnte ich erste Kontakte knüpfen. Die stellvertretenden Bürgermeister, Herrn Hartwig und Herrn Richter, durfte ich bereits kennenlernen. Auch Herr Heilmann als Kurdirektor hat mich über den Sachstand einiger Projekte in Kenntnis gesetzt.

Konnten Sie schon Akteure außerhalb des Rathauses treffen, mit denen Sie künftig zu tun haben werden?

Ja, der Landrat und ich haben einen Gesprächstermin für die kommende Woche vereinbart. Wolgasts Bürgermeister Stefan Weigler konnte ich ebenso wie die Verwaltungschefin des Amtes Usedom Nord, Kerstin Teske, und Vertreter der Energie Vorpommern schon kennenlernen. Und ich war bereits zu einem kurzen Besuch beim Stadtpräsidenten von Swinemünde.

Wie war dieses Gespräch für Sie?

Ich wurde überaus herzlich, gastfreundlich und aufgeschlossen empfangen. Nachdem ich Janusz Zmurkiewicz auf Polnisch begrüßt und für die Einladung gedankt hatte, überreichte er mir einen wundervollen Strauß Rosen sowie zwei Bildbände seiner Stadt. Wir haben uns über die besondere Verbindung von Heringsdorf und Swinemünde unterhalten und die Herausforderungen und Visionen der Zukunft. Wir fanden viele Gemeinsamkeiten und freuen uns beide auf die enge Zusammenarbeit in der Zukunft. Wir werden uns schon sehr bald wiedersehen.

Heringsdorfs Bürgermeisterin Laura Isabelle Marisken erhält anlässlich ihrer Wahl vom Swinemünder Stadtpräsidenten Janusz Zmurkiewicz einen großen Strauß Rosen. Quelle: privat

Wurden Sie auch schon von den Technikern des Rathauses konsultiert?

Ja, die Kommunikation mit dem Rathaus funktioniert sehr gut – auch wenn ich noch nicht im Amt bin. Mit dem Mitarbeiter für IT-Angelegenheiten stehe ich bereits in Kontakt. Es wird einige Veränderungen geben, was das neue Büro der Bürgermeisterin anbetrifft. Ich werde das Büro der Bürgermeisterin zurück in das Erdgeschoss verlegen und meine Arbeitsfähigkeit durch Schreibtisch und PC herstellen.

Wenn Ihre Arbeit am 1. August beginnt, werden Sie dann noch in Greifswald wohnen?

Ich habe meine Wohnung in der Greifswalder Innenstadt gekündigt. Damit ist der Umzug in unsere Gemeinde fest. Die Frage des genauen Umzugsdatums kann ich noch nicht beantworten. Ich persönlich hoffe, möglichst schnell. Die Suche nach einer endgültigen Wohnlösung läuft auf Hochdruck. Mein Wunsch ist es, dass ich bis zum 1. August eine Wohnung gefunden haben werde. Bis dahin bleibt die Übergangslösung mit einer Ferienwohnung bestehen.

Werden Sie Greifswald vermissen? Sie haben da die letzten sieben Jahre gearbeitet und gelebt.

Für mich endet hier ein Lebensabschnitt, auf den ich gerne zurückschauen werde. Die Arbeit an der Universität in einem tollen Team hat mir Freude bereitet. Aber vor allem werde ich – mehr als nur den abstrakten Ort Greifswald – sicherlich die Personen vermissen, die ich in den letzten Jahren hier kennenlernen durfte. Aber da Greifswald in der Nähe ist, weiß ich, dass wir uns problemlos wiedersehen können.

Müssen Sie nicht sowieso weiter in unsere Kreisstadt fahren oder haben Sie jetzt nach der Wahl das Thema Doktorarbeit zu den sprichwörtlichen Akten gelegt?

Nein, natürlich nicht. Das wäre schade um den großen Arbeitsaufwand, den ich in dieses Projekt investiert habe. Erste Priorität hat für mich dennoch die Vorbereitung auf das Amt der Bürgermeisterin. Die Zeit, die ich daneben habe, nutze ich, um den Abschluss des Projekts Promotion weiter voranzubringen.

Gibt es etwas, was Ihnen vor Ihrem Amtsantritt für die Einwohner der Gemeinde Heringsdorf noch besonders am Herzen liegt?

Ich möchte mich nochmals bei allen bedanken, die mir ihr Vertrauen geschenkt und mich gewählt haben. Ich habe mich sehr über den deutlichen Wahlerfolg gefreut. Die Phase des – für viele Seiten aufreibenden – Wahlkampfes ist nunmehr beendet. Nun gilt es, durch Sacharbeit zu überzeugen. Mir ist es sehr wichtig, das Konzept der Einwohnernähe weiter zu verfolgen. Ich versichere, dass ich eine Bürgermeisterin für alle Einwohner bin und nicht nur die Einzelner oder einer Gruppe. Jetzt muss die Sacharbeit zum Wohle der Gemeinde der Maßstab aller Dinge sein. Ich setze dabei auf die konstruktive Zusammenarbeit in und mit der Gemeindevertretung und den fachlich versierten Mitarbeitern unserer Gemeinde.

Noch vorhandene Gräben müssen geschlossen werden. Egal, in welchem Lager wir in der Vergangenheit während der Phase des Wahlkampfes standen, wir alle haben ein gemeinsames Ziel, dass nun in der Gegenwart und Zukunft das einzig Wichtige ist: Das Wohl der Gemeinde und ihrer Einwohner. Heringsdorf hat viele Probleme zu lösen. Lassen Sie uns diese Herausforderungen gemeinsam, mit vereinter Kraft angehen.

Kann man unter Ihrer Regie weiterhin so intensiv die Geschehnisse in der Gemeinde im Internet verfolgen?

Die Gemeinde wird selbstverständlich weiterhin online auf ihren Homepages und ihren entsprechenden Accounts in den sozialen Netzwerken über Vorgänge, die von Relevanz für die Gemeinde sind, informieren.

Interview: Cornelia Meerkatz

Cornelia Meerkatz

Jochen Modeß war Kantor am Greifswalder Dom, Professor an der Uni und künstlerischer Leiter der Bachwoche. Der Nachfolger an der Hochschule ist ausgewählt, aber er soll katholisch sein. Ein Problem.

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