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Greifswald Der Mann mit den 50 Hüten und der geilen Stimme
Vorpommern Greifswald Der Mann mit den 50 Hüten und der geilen Stimme
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08:00 15.08.2019
Johannes Oerding spielt am Freitag auf der Wolgaster Schlossinsel. 5000 Besucher werden erwartet. Quelle: Petra Dreu
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Wolgast

Einer der derzeit angesagtesten deutschsprachigen Künstler ist Johannes Oerding. Der 37-Jährige tritt am Freitag im Rahmen der Peenekonzerte auf der Wolgaster Schlossinsel auf. 5000 Besucher werden erwartet. Die OSTSEE-ZEITUNG sprach mit dem Sänger über gute Tage, Milchkannen, die Anzahl seiner Hüte und ein Bad in der Ostsee.

Wie definieren Sie den Freitag dieser Woche?

Johannes Oerding: Natürlich als guten Tag, denn da spiele ich in Wolgast (lacht). Alle Konzerttage sind gute Tage. Ich freue mich riesig auf den Auftritt auf der Schlossinsel. Hört sich schon toll an, auf ’ner kleinen Insel vor der großen Insel zu singen. Wird auch toll – und außerdem war ich noch nie in dieser Ecke. Und ich habe mir sagen lassen, dass man von der Bühne einen exklusiven Blick auf die große Brücke und die Peene hat. Ich bin gespannt.

Wie? Sie waren noch nie auf der Insel Usedom? Sind nie durch Wolgast gefahren?

Doch, ich erinnere mich schwach, dass ich mit meinen Eltern als Schüler kurz nach der Wende mal ein paar Urlaubstage auf Usedom verbracht habe. Ich bin in Münster geboren und am Niederrhein aufgewachsen und ich weiß noch, die Fahrt war lang. Aber als Sänger bin ich hier noch nicht aufgetreten. Deshalb bin ich sehr gespannt auf das Publikum, denn man hat mir erzählt, dass die Peenekonzerte immer was Besonderes sind.

An die 5000 Johannes-Oerding-Fans werden erwartet. Ihr Management spricht davon, dass Sie gerne an „jeder Milchkanne“ spielen. Gibt es Unterschiede zwischen den „Milchkannen“- und den Stadionkonzerten?

Für mich ist jedes Konzert sehr wichtig. Als Perfektionist möchte man immer allerbeste Qualität abliefern, das bin ich meinem Publikum schuldig. Und für ein Open Air finde ich 5000 Besucher schon sehr ordentlich. Für mich macht den Reiz des Ganzen die Abwechslung zwischen großen und kleineren Konzerten aus.

Egal, ob großes oder kleines Konzert, Johannes Oerding tritt immer mit Hut auf. Wie viele dieser Kopfbedeckungen haben Sie eigentlich?

Ich schätze so an die 50 Stück. Allerdings trage ich nur immer die aktuellsten Modelle. Und dann darf man nicht vergessen, bei einem Konzert schwitze ich viel, kann also den Hut nicht zig Mal wieder aufsetzen. Da kommt schon eine stattliche Anzahl zusammen.

Wo lagern Sie ihre Hüte, gibt’s bei Ihnen zu Hause lauter Hutschachteln?

Natürlich nicht (lacht). Aber einen kleinen Tick habe ich schon, denn ich habe in meinen Schränken spezielle Fächer. Dort lagern auch die abgetragenen Hüte. Irgendwann, wenn es mir zuviel wird, werde ich die Hüte für einen guten Zweck versteigern.

Johannes Oerding tritt also gut behütet vor sein Publikum. Was dürfen die Wolgaster denn an Songs erwarten?

Ich bringe jede Menge bekannter Hits mit und bin gespannt, wie textsicher das Publikum hier ist. Ich bin immer wieder erstaunt, dass wirklich viele Zuhörer die Texte von der ersten bis zur letzten Zeile mitsingen können. Aber es macht auch Spaß, einen so großen Backgroundchor zu haben.

„An guten Tagen“ ist ein Song von Ihrem neuen Album. Es ist das sechste Studioalbum, das im Herbst herauskommt. Der Song wurde sofort wieder ein Ohrwurm und wird von den Radiosendern rauf und runter gespielt wird. Gibt es weitere neue Titel auf dem Konzert in Wolgast zu hören?

Auf alle Fälle wird es mehrere neue Titel geben. Ich teste damit auch schon, wie die Songs beim Publikum ankommen. Denn bei diesem sechsten Album habe ich einen Songwriter-Trick angewandt: Ich bin von der Ich-Perspektive zum großen Ganzen gewechselt. Oft habe ich in meinen Songs ja Ideen umgesetzt, die in mir schlummern und mich beschäftigen. Aber es ist auch spannend, die Ideen und Sichtweisen anderer, Freunde etwa, aufzugreifen und umzusetzen.

Noch mal zu den guten Tagen – sind die für Johannes Oerding in der Überzahl?

Ja, das sind sie. Ich bin auch wirklich nicht der Typ, der andauernd Trübsal bläst. Ich freue mich stets darauf, was ein neuer Tag an schönen Dingen bietet. Und wenn man dann noch erfolgreich ist und die Menschen mit seiner Musik mitreißen kann, ist das doch schon die allerbeste Voraussetzung für einen guten Tag. Wichtig für gute Tage ist auch die Gesundheit, das habe ich jetzt selbst erfahren.

Wieso? Waren Sie krank? Oder wann sprechen Sie von einem schlechten Tag?

Vor knapp zwei Wochen hatte ich einen richtig schlechten Tag, denn ich habe mir bei Foto- und Videoaufnahmen für meine neue Platte die Augen verblitzt. Und zwar so sehr, dass ich mehrere Tage nicht richtig gucken konnte und immer nur mit Sonnenbrille rumrennen musste. Bis zum Konzert am Freitag in Wolgast ist aber alles wieder okay.

Sie sind bekannt dafür, dass Sie ab und an auch Überraschungsgäste dabei haben beziehungsweise plötzlich auf die Bühne holen. Ein paar Mal war auch Ihre Lebenspartnerin Ina Müller diese Überraschung. Wird sie eventuell in Wolgast auch dabei sein?

Also zunächst mal gibt es in Wolgast vor meinem Auftritt Sarajane als Support-Act. Ab 19 Uhr ist sie auf der Bühne zu erleben. Die gebürtige Britin, die im Jahr 2005 nach Hamburg zog, um dort Musik zu machen, hat sich schon einen Namen gemacht. Na ja, und ob Ina Müller mitkommt? Denkbar ist es, denn die Entfernung von Hamburg nach Wolgast ist so weit nicht. Und Teile meiner Familie sind immer mal wieder bei Konzerten dabei, wenn es sich einrichten lässt. Das Publikum muss sich überraschen lassen – es wird so oder so ein toller Abend, davon bin ich überzeugt.

Sie nächtigen mit ihrer Begleitband nach dem Konzert auf Usedom. Haben Sie am nächsten Tag wenigstens noch Zeit, ein bisschen Ostseeluft zu schnuppern?

Das wird schwierig, denn das darauffolgende Konzert findet in Chemnitz statt. Das sind 500 Kilometer Entfernung, die wir mit dem Tourliner zurücklegen müssen. Aber wenn es sich einrichten lässt, werden die Jungs morgens garantiert noch mal für ein Bad in die Ostsee springen.

Höre ich da heraus, dass Johannes Oerding keine Wasserratte ist?

Ich nehme lieber ein bisschen die Vaterrolle ein, stehe vorn am Strand und beobachte meine Jungs beim Toben im Wasser. Die Ostsee ist mir auch mit 22 Grad viel zu kalt. Bei mir muss das Wasser 37 Grad haben, dann fühle ich mich wohl. Aber ich habe mir vorgenommen, bald einmal hierher in die Region wiederzukommen und die Insel zu erkunden. Denn es gibt viele Freunde und Kollegen, die schwärmen davon.

Bis auf Platz 2 der deutschen Charts

Johannes Oerding wurde am zweiten Weihnachtsfeiertag des Jahres 1981 im westfälischen Münster geboren. Aufgewachsen ist er in Geldern-Kapellen am Niederrhein. Sein Debütalbum „Erste Wahl“ landete 2009 auf Platz 39 der deutschen Charts. Danach wurde Oerding immer erfolgreicher. Das vierte Album „Alles brennt“ erreichte Platinstatus (mehr als 200 000 Verkäufe). Sein fünftes Album „Kreise“, das 2017 erschien, rückte in den deutschen Charts bis auf Platz 2 vor und war auch in Österreich und der Schweiz erfolgreich. Im November soll sein neues Album erscheinen. Er ist mit der fast 17 Jahre älteren Entertainerin Ina Müller liiert und lebt in Hamburg.

Über die Autorin

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