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Greifswald Ist der Müllparkplatz bald Vergangenheit?
Vorpommern Greifswald Ist der Müllparkplatz bald Vergangenheit?
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15:51 31.01.2019
Der vermüllte „Pendlerparkplatz“ in Gützkow sorgt bei den Anwohner für Unmut. Quelle: Hannes Ewert
Gützkow

Einwegflaschen, Zigarettenstummel, Pappbecher und volle Windeln: Auf dem sogenannten „Pendlerparkplatz“ in Gützkow findet sich so mancher Abfall an. Selbst Müllsäcke mit unterschiedlichem Inhalt wurden dort an der B 111 in Sichtweite der Autobahnzufahrt zur A 20 bereits illegal entsorgt.

Andreas Metzler stinkt das Verhalten der rücksichtlosen Umweltfrevler. „Es ist natürlich äußerst beschämend für unser kleines Heimatstädtchen, dass sich den Gästen und Reisenden auf dem Weg in Richtung Insel Usedom ein solch unerträglicher Anblick bietet“, sagt der Gützkower Stadtvertreter. Er ist sich sicher: Dieser Parkplatz hinterlasse „einen extrem unschönen ’ersten Eindruck’ bei Touristen, ist er sich sicher.

Gespräche wurden bereits geführt

Doch wer ist eigentlich für die Reinigung der Fläche zuständig? Da sich die Parkmöglichkeit an einer Bundesstraße befindet, sieht Stadtvertreter Metzler die Verantwortung beim Bund. Im konkreten Fall handele es sich um das Straßenbauamt Neustrelitz, das sich als verantwortliche Behörde um Bundes- und Landesstraßen im Landkreis Vorpommern-Greifswald kümmert. Mehrfach habe es in der Vergangenheit Gespräche zwischen den Gützower Stadtvertretern und der Bürgermeisterin mit dem Straßenbauamt gegeben, „die sehr bemüht sind, diese inoffizielle Parkmöglichkeit überhaupt zu erhalten“, berichtet Metzler. Indes – getan habe sich bislang nichts.

Das bestätigt auch Gützkows Bürgermeisterin Jutta Dinse auf OZ-Nachfrage. „Die Müllproblematik auf der Fläche ist uns in der Stadt sehr wohl bewusst. Wir sind mit der Situation sehr unzufrieden, denn obwohl das Areal nicht innerhalb unserer Stadtgrenzen liegt, bringt es Gützkow in Verruf. Wer von der Autobahn kommt, sieht den Müll“, sagt sie. Doch Gespräche seien bislang ergebnislos verlaufen.

„Unsere Mitarbeiter sind nicht die Müllmänner für gedankenlose Schmutzfinken“

Hans-Joachim Conrad, Dezernent für die Bereiche Betrieb und Verkehr beim Straßenbauamt Neustrelitz, betont, dass es sich bei der Fläche neben der Bundesstraße um einen inoffiziellen Parkplatz handele: „Das Parken wird lediglich geduldet“, so Conrad.

Dennoch beobachte die Straßenmeisterei Helmshagen den Zustand der Parkfläche. Von Zeit zu Zeit erfolge in den Straßennebenanlagen eine Reinigung. Dennoch: „Unsere Mitarbeiter sind nicht die Müllmänner für gedankenlose Schmutzfinken“, sagt Conrad.

Nun soll sich doch noch etwas tun: Von der Straßenmeisterei werden demnächst zwei Müllbehälter aufgestellt, informiert Conrad. Zusätzlich werde eine Beschilderung („Parkplatz sauber halten“) folgen. „Der normale Müll der Pendler, wie etwa Kaffeebecher, ist sicher damit beherrschbar. Aber der wild verkippte Müll nicht“, ist sich der Dezernent des Straßenbauamtes sicher.

Fläche soll befestigter Pendlerparkplatz werden

Daneben sei es ein Vorhaben des Amtes, die Fläche als befestigten Pendlerparkplatz mit Papierkörben und Müllbehältern herzurichten. Das werde allerdings noch etwas dauern: „Der Bau ist nach derzeitigem Stand für 2021 vorgesehen.“ Das Terrain bis dahin zu sperren, komme vorerst nicht infrage. „Das wäre sicher möglich, um die Nutzung zu verhindern. Aber wem ist damit geholfen? Den Pendlern nicht“, sagt Conrad. Der Dezernent sieht dennoch Handlungsbedarf bei weiteren Ämtern: „Ich denke, eine gewisse Verpflichtung liegt auch beim Amt Züssow, vielleicht mal im Müll „zu wühlen“, um die Verursacher festzustellen.“

Christin Lachmann und Petra Hase

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