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Greifswald So oft rückten die Kameraden 2018 aus
Vorpommern Greifswald So oft rückten die Kameraden 2018 aus
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14:01 25.02.2019
Thomas Mielke, Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr, Mathias Herenz, Abteilungsleiter Brandschutz bei der Berufsfeuerwehr, Baudezernentin Jeannette von Busse und Steffen Winckler, Amtsleiter beim Amt für Bürgerservice und Brandschutz, zogen die Jahresbilanz 2018. Quelle: Christin Lachmann
Greifswald

4. Januar 2018: In der Tiefgarage der Dompassage brennt ein Pkw. Die Berufsfeuerwehr rückt aus, löscht den Brand. Einen Monat später sinkt ein Fischkutter auf dem Ryck. Auf dem Fluss bildet sich ein Dieselfilm. Die Kameraden bergen das Schiff und legen eine Ölsperre. Im Spätsommer veriirt sich eine Katze auf ein Hausdach im Poeler Weg. Auch hier rückt die Greifswalder Feuerwehr aus und rettet das Tier.

Es sind nur drei Einsätze, bei denen die Feuerwehrmänner im vergangenen Jahr alarmiert wurden. Letzte Woche zogen Vertreter der Berufsfeuerwehr, der Freiwilligen Feuerwehr und Mitarbeiter der Stadt zusammen mit Baudezernentin Jeannette von Busse bei einer Pressekonferenz die Einsatzbilanz des vergangenen Jahres. Fazit: Im Vergleich zum Vorjahr sind die Einsatzzahlen gesunken.

Mehr Hilfeleistungen, weniger Brände

So rückten die Kameraden der Berufsfeuerwehr 2018 zu insgesamt 765 Einsätzen aus. Im Jahr 2017 waren es 802 Gesamteinsätze. Tatkräftige Unterstützung erhielt die Berufsfeuerwehr im vergangenen Jahr auch wieder von der Freiwilligen Feuerwehr, die etwa 145 Einsätze begleitete. „Im Wesentlichen sind wir zu Hilfeleistungen ausgerückt. Ein relativ geringes Niveau hatten wir im Bereich Brände und Explosion“, sagt Mathias Herenz, Amtsleiter Brandschutz der Berufsfeuerwehr.

Dennoch löschte die Greifswalder Feuerwehr insgesamt 81 Brände, die von entzündeten Papierkörben bis hin zu kleineren Flächenbränden reichten. Unvergessen der Rewe-Brand im Mai: Bis zu 71 Einsatzkräfte der Feuerwehren, ein Rettungsdienst und 18 Polizisten waren vor Ort. Zehn Strahlrohre, zwei Drehleitern und ein Tanklöschfahrzeug mit Wasserwerfer befanden sich im Einsatz. Mehrere Stunden dauerte es, den Brand unter Kontrolle zu bekommen. Nicht nur die hiesige Freiwillige Feuerwehr unterstütze den Einsatz, auch die Freiwilligen Feuerwehren aus Dersekow, Weitenhagen und Kemnitz waren vor Ort. Für Mathias Herenz steht eines fest: Ohne diese Unterstützung der Ehrenamtlichen wäre es kaum möglich, so einen Brand in Griff zu bekommen.

„Böswillige Alarmierungen verfolgen wir nach“

Wie in den vergangenen Jahren kam es auch 2018 wieder zu einigen Fehlalarmen. Dabei gingen 29 irrtümliche Anrufe ein, bei denen sich die vermuteten Einsätze als Fehlalarme herausstellten, und elf vorsätzliche Fehl-Alarmierungen. „Das sind Leute, die wohl einfach gern Feuerwehrwagen im Stadtbild sehen, obwohl es keinen Einsatz gibt“, schätzt Herenz. Doch für die Feuerwehr ist das kein Spaß: „Solche künstlichen und böswilligen Alarmierungen verfolgen wir nach. Wir versuchen dem so auch entgegenzuwirken.“ Konsequenz: Die Kosten für einen absichtlich ausgelösten Fehlalarm können immens sein. Wie hoch die Geldstrafe genau ist, kann Herenz nicht genau sagen: „Grundsätzlich ist es aber noch zu wenig.“ Die vorsätzlichen Alarmierungen sind im Vergleich zu den Vorjahren leicht gestiegen. So gab es 2017 neun und 2016 gerade einmal fünf.

Freiwillige Feuerwehr sucht noch Mitglieder

Der Topf wird auf dem Herd vergessen, die Haustür muss geöffnet werden oder der batterieschwache Rauchmelder schlägt Alarm, aufmerksame Nachbarn rufen die Feuerwehr. Prinzipiell ist der Einsatz der Feuerwehr ohne Kosten für die Betroffenen verbunden. Eben auch bei kleineren Einsätzen: „Wir haben auch noch keine Katze auf dem Baum gelassen“, scherzt Herenz. Im vergangenen Jahr wurde die Feuerwehr zu insgesamt 59 Einsätzen gerufen, die mit Tieren und Insekten zu tun hatten. Unter anderem wurde im Dezember 2018 in der Max-Reimann-Straße ein Reh aus einem Metallzaun befreit.

Bei der Greifswalder Berufsfeuerwehr arbeiten derzeit über 50 Kameraden. Die Freiwillige Feuerwehr hat derzeit 112 Mitglieder. Darunter 33 Kinder und Jugendliche beim Nachwuchs. Dennoch: „Wir suchen immer neue Leute, die sich ehrenamtlich engagieren wollen“, sagt Thomas Mielke, Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr. Steffen Winckler, Amtsleiter für Bürgerservice und Brandschutz, und Baudezernentin Jeannette von Busse wissen um dieses wichtige Ehrenamt: „Deswegen gilt mein Dank auch den Arbeitgebern. Es ist für unsere freiwilligen Feuerwehrkräfte die Schwierigkeit auf Arbeitgeber zu stoßen, die sie auch freistellen. Das Ehrenamt lässt sich eben nicht mit allen Berufen vereinbaren“, so von Busse.

Gesamtübersicht Einsatzzahlen 2018

Brände: 78 Kleinbrände, 2 Mittelbrände, einen Großbrand

Technische Hilfeleistungen: 131 Türöffnungen, 40 Tragehilfen, 50 Ölspuren/ausgelaufene Betriebsstoffe, 59 Tierunfallbergungen/Insicherheitbringung

Fehlalarme: 29 blinde Alarme, elf böswillige Alarme, 67 Fehlalarme durch Brandmeldeanlagen

Christin Lachmann

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