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Greifswald Jugendzentrum „Labyrinth“ in Greifswald ist Treffpunkt
Vorpommern Greifswald Jugendzentrum „Labyrinth“ in Greifswald ist Treffpunkt
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Das offene Kinder- und Jugendhaus Labyrinth benötigt einen neuen Betreiber. Ein Banner mit dem Schriftzug "Labyrinth" hängt an einer Wand des Begegnungszentrums "Schwalbe" in Schönwalde II. Quelle: Christopher Gottschalk
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Greifswald

Kinderbetreuung, Kulturort, Klöntreff: Im Schönwalder Begegnungszentrum, kurz „Schwalbe“ genannt, gibt es verschiedene Angebote. Das Haus mit über 2100 Quadratmetern Nutzfläche gehört der Hansestadt. Vor zehn Jahren hatte sie 2,4 Millionen Euro in den Umbau der ehemaligen Kindertagesstätte investiert. Doch wie viel Begegnung findet eigentlich in dem Gebäude statt? Hat es sich wirklich zu einem Ort der Generationen entwickelt, wie es erklärtes Ziel war?

Viele Büros statt Treffpunkt

„In weiten Teilen ist die Schwalbe ein Bürogebäude“, bedauert Rainer Laudan, Vorsitzender der Initiative für sozialpädagogische und soziokulturelle Arbeit (ISSA), die ungenutzten Möglichkeiten. Der Verein ist Träger des offenen Kinder- und Jugendhauses Labyrinth in der Schwalbe. Ein Rundgang durchs Haus verdeutlicht: Hier hat nicht nur die Verwaltung des städtischen Eigenbetriebes „Hansekinder“ ihren Sitz. Auch die Volkssolidarität, der Literatursalon und freie Träger der Jugendhilfe sowie weitere Vereine nutzen Büros.

Begegnung und Gestaltung indes, die Umsetzung von Ideen und Projekten, sind räumlich begrenzt. „Schade“, findet Rainer Laudan und würde sich wünschen, „dass wir konzeptionell mehr Unterstützung von der Stadt erhalten.“ Er schlage deshalb eine Gesprächsrunde vor.

Bufdi Leon Matzke (mit Mütze) giesst einen Kaffee in in der „Schwalbe“. Quelle: Petra Hase

Ein Anfang indes ist bereits gemacht: Die Bürgerschaft hat beschlossen, die von der Hansestadt finanzierte Hauskoordinatorenstelle ab Januar 2019 von 20 auf 30 Stunden zu erweitern. „Darüber freue ich mich sehr“, sagt Sarina Jasch, wobei ihre Zeit befristet ist. Die 26-jährige Literaturwissenschaftlerin übernahm im Sommer die Elternzeitvertretung für Laura Anders. Sie verwaltet die Räumlichkeiten, in denen die Vereine zu Hause sind, koordiniert Projekte und Veranstaltungen. Viel Arbeit für eine 20-Stunden Stelle, „deshalb begrüßen wir die Entscheidung der Bürgerschaft auch sehr“, sagt Laudan.

Mehr Personalstunden ab 2019

Ob Hausaufgabenhilfe, Bastel- und Spielangebote, Sport- oder Kochkurse – Kinder aus dem Stadtteil kommen nach der Schule gern zu uns. Um die 20 sind es jeden Nachmittag. Aber auch ältere Menschen nutzen die Räume“, sagt Sarina Jasch. Für den Ausbau dieser Begegnungsmöglichkeiten gebe es viele Ideen, versichert die Hauskoordinatorin. Schon im Oktober wollte sie beispielsweise die Fahrrad-Selbsthilfe-Werkstatt wieder aufleben lassen. „Doch die Mühlen mahlen langsam.“

Jetzt sei die Eröffnung für Februar geplant. Ein anderes Vorhaben feierte zumindest schon einmal Premiere: Der Kochkurs für Erwachsene. „Die Idee ist, in geselliger Runde schnell, lecker und gesund zu kochen – als Alternative zu Fertiggerichten“, sagt sie. Das Interesse bei der ersten Auflage habe sie positiv überrascht. Eine zweite soll daher folgen. Daneben könnte das „Schwalbe-Kino“ zum Treff von Filmliebhabern werden. Leinwand, Beamer und Tonanlage für den großen Saal gebe es. Doch das Vorhaben, dieses Angebot als regelmäßig wiederkehrendes Abend- oder Wochenendprogramm zu installieren, scheitere bisher an den begrenzten Personalkapazitäten. Ehrenamtliches Engagement stoße an seine Grenzen. Die hauptamtlichen Stellen sind überschaubar.

Der Verein ISSA beschäftigt neben der Hauskoordinatorin noch drei weitere Mitarbeiter, deren Stellen zu je 50 Prozent über den Europäischen Sozialfonds (ESF) finanziert werden. Die anderen 50 Prozent teilen sich jeweils der Kreis Vorpommern-Greifswald und die Hansestadt. „Es ist schön, dass wir mit dem Landkreis endlich eine Leistungsvereinbarung über drei Jahre schließen konnten, die uns Planungssicherheit bis Ende 2020 gibt“, sagt Laudan. Doch auf der anderen Seite sei es betrüblich, „dass so eine Vereinbarung mit der Stadt bislang nicht zustande kam. Das erschwert unsere Arbeit.“ Dabei war die Stadt in diesen Dingen einmal Pionier und Vorbild.

Langfristige Perspektive fehlt

Gute Nachricht aus dem Rathaus: „Die Bürgerschaft hat den Abschluss von Leistungsvereinbarungen mit den Trägern der Schulsozialarbeit, Jugendsozialarbeit und Jugendarbeit beschlossen“, sagt Stadtsprecherin Andrea Reimann. Heißt: Noch in diesem Jahr soll auch der Vertrag mit dem ISSA für zunächst zwei Jahre geschlossen werden. Die Vereinbarung gelte für 2019/20. Dann müsse das Land für neue Regelungen sorgen, da am Ende des Zeitraums die ESF-Förderung ende.

Die Ungewissheit für pädagogisch gut ausgebildete Fachkräfte wie ISSA-Mitarbeiter Moritz Russig-von Swiontek bleibt also. Trotzdem empfindet der 40-Jährige viel Freude an seiner neuen Tätigkeit. Seit 1. November arbeitet der Heilerziehungspfleger im Labyrinth, betreut ebenso wie Oliver Weiße und Christina Bothe die Kinder und Jugendlichen. „Das eigenverantwortliche Arbeiten ist das Schöne an dieser Einrichtung“, sagt Russig-von Swiontek.

Und da er über jahrelange Banderfahrung verfügt, unterstützt er nun auch junge Musiker, die den Proberaum im Haus nutzen. „Ein toller Raum mit vielen Möglichkeiten“, urteilt er. Das sieht Schlagzeuger Leon Matzke, der seit fünf Jahren regelmäßig zum Proben kommt, genau so. Mehr noch: Aufgrund seiner guten Erfahrungen im Haus entschied sich der 17-Jährige sogar für ein Bundesfreiwilligenjahr in der „Schwalbe“ und gehört seit Mitte Oktober zum Team.

Bei anderen Gästen des Hauses geht es ruhiger zu. Jeden Dienstagnachmittag trifft sich beispielsweise eine Damengruppe, um gemeinsam zu häkeln. Kissenbezüge, Taschen und andere modische Accessoires. „Der Raum hier ist sehr schön, wir pflegen soziale Kontakte und können den Kindern beim Spielen zuschauen“, sagt Romy Wienberg.

Petra Hase

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