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Greifswald Junge Liberale will mehr Atmosphäre auf dem Weihnachtsmarkt
Vorpommern Greifswald Junge Liberale will mehr Atmosphäre auf dem Weihnachtsmarkt
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17:54 20.12.2018
Im Fokus der Kritik: Autoscooter und Co. machen nach Meinung der Jungen Liberalen zu viel Lärm und stören die weihnachtliche Stimmung. Quelle: Dana Frohbös
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Greifswald

Ab heute kehrt wieder Ruhe ein auf dem Marktplatz. Endlich, würden vielleicht einige der Jungen Liberalen sagen. Zu viel Rummel, zu laute Fahrgeschäfte und viel zu wenig weihnachtliche Besinnlichkeit – so sahen sie den Greifswalder Weihnachtsmarkt. „Durch Attraktionen wie den Autoscooter kommt leider keine weihnachtliche Stimmung auf“, sagt Moritz Harrer, Vorsitzender der Jungen Liberalen Vorpommern-Greifswald. Man habe viel mehr das Gefühl, sich auf einem normalen Rummel zu befinden.

Der Jugendverband der FDP fordert stattdessen, den Weihnachtsmarkt umzugestalten und die Fahrgeschäfte vom Marktplatz zu verbannen. Stralsund mache dies sehr gut vor, sagt Moritz Harrer. Hört man sich allerdings unter den Passanten um, zeigt sich ein anderes Bild. „Ich finde es im Großen und Ganzen unwichtig“, sagt etwa Markus Babik aus Greifswald. Für den jungen Familienvater gehören solche Themen nicht in die Politik. „Ich finde es nicht schlecht, wie es in Stralsund ist, aber das kann eben nicht jede Stadt leisten“, sagt er. Dies gibt auch die Vierowerin Ute Müller zu bedenken. „Dann wäre der Markt ja noch kleiner“, sagt sie. Außerdem sei der Weihnachtsmarkt für sie ein Ort, den Familien gemeinsam besuchen. „Ich finde es schön, wenn man seinen Glühwein trinkt und dabei ein bisschen auf die Enkel gucken kann“, sagt sie.

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Diskutiert wird schon lange

Vor knapp 20 Jahren wurde die Großmarkt Rostock GmbH damit beauftragt, ein neues Konzept für den Markt aufzustellen. Und ungefähr genauso lange wird auch diskutiert, welchen Sinn Fahrgeschäfte haben und wie der perfekte Greifswalder Weihnachtsmarkt aussehen könnte. Denn dessen Ruf war eher schlecht, hieß es damals aus der Stadtverwaltung. Seither war man aber nicht untätig: Es wurde Geld in Dekoration investiert und die Buden und Fahrgeschäfte sind inzwischen weihnachtlich gestaltet. Aktuell kann die Stadt leider keine Stellung zum Thema beziehen, da die Verantwortlichen nicht im Hause sind.

Greifswald ist eben nicht Hamburg

„Wir sind hier ja nicht in Köln oder Düsseldorf, wo man sich die Mieter aussuchen kann“, sagt Frank Embach vom Innenstadtverein. Ein Standbetreiber wollte etwa mit Kindern basteln, habe aber kurzfristig abgesagt. „In Hamburg drücken sie dann auf einen Knopf und haben 50 Nachmieter.“ In Greifswald sei es hingegen schwierig, überhaupt Leute zu finden, die den besinnlichen Teil bestücken. Frank Embach sieht ganz woanders Handlungsbedarf: „Was ich aber viel weniger verstehe ist, warum wurde der gestern schon wieder abgebaut?“ Wenn es nach ihm ginge, wäre es doch schön, wenn man auch am 26. Dezember nochmal auf dem Fischmarkt anhalten könnte, um einen Glühwein zu trinken.

Die Großmarkt Rostock GmbH als von der Stadt beauftragter Organisator hält eine Trennung wie in Stralsund ebenfalls für schwierig. Sicherlich gebe es Personen, die Weihnachtsmärkte ohne Fahrgeschäfte präferieren, sagt Katrin Mau. „Aber viele, vor allem junge Menschen wollen auch Spaß.“ Zwei separate Weihnachtsmärkte möchte auch eine junge Mutter aus Greifswald nicht. Das sei schwierig, vor allem wenn man Kinder hat, sagt sie. Dennoch: Ideen für Verbesserungen hat die junge Frau. „Worauf ich echt verzichten kann, ist dieses Autoscooter-Ding.“ Ihr fehle aber vor allen Dingen das Handwerkliche, denn der Markt sei über die Jahre schon sehr kommerziell geworden.

Nachdenken über Eisbahn

Am liebsten möchten die Jungen Liberalen zudem, dass in der Hansestadt wieder über eine Eisbahn nachgedacht wird. „Aktuell finden sich in nächster Nähe nur in Heringsdorf und Stralsund solche Attraktionen“, sagt Moritz Harrer. Auch der jungen Mutter gefiele diese Idee. „Das wäre eine tolle Attraktion für Jung und Alt“, sagt sie. Ihre Freundin hat auch schon eine Idee, wo die aufgebaut werden könnte, nämlich anstelle des Weihnachtsdorfes. Das sei sowieso nur ein Zelt, in dem man saufen kann, sagt sie.

Das Organisationsteam gibt aber zu bedenken, dass der Aufbau ein nicht unerheblicher Aufwand sei, sagt Katrin Mau. „Das Thema hatten wir auch schon auf dem Tisch“, sagt Frank Embach. 25.000 Euro sollte die Eisbahn kosten. „Und dann braucht man noch ’n guten Vertrag mit den Stadtwerken.“

Auswertung zu Beginn des neuen Jahres

Die Großmarkt Rostock GmbH wird sich zu Beginn des neues Jahres mit den Verantwortlichen der Stadt zusammensetzen und den Weihnachtsmarkt auswerten. Auch über Änderungen werde dann gegebenenfalls nachgedacht, sagt Katrin Mau. Seien solche Änderungen mit dem aktuellen Organisator nicht realisierbar, müsse die Kooperation mit der Großmarkt Rostock GmbH im Zweifel aufgelöst und die Planung von der Stadtverwaltung übernommen werden, so Moritz Harrer.

Mehr lesen: Der Ärger mit dem Müll

Dana Frohbös

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