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Greifswald „Karls“ plant Erlebnis-Wald auf Rügen
Vorpommern Greifswald „Karls“ plant Erlebnis-Wald auf Rügen
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00:00 23.01.2018
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Zirkow/Rövershagen/Koserow

Robert Dahl, Chef von Karls Erlebnis-Dörfern, möchte sein Areal in Zirkow auf Rügen erweitern. Südöstlich des Hauptgebäudes plant er einen Erlebnis-Wald. Das Gebiet, das zumeist aus Kiefern besteht, erstreckt sich auf etwa einem Hektar und gehört Dahl bereits. „Bisher passiert da allerdings wenig, außer dass ein paar Schafe den Aufwuchs kurz halten“, sagt er lachend.

Das Nadelwäldchen mit Hügeln „von bis zu 14 Metern Höhe“ wolle er nutzen, um vor allem Kindern den Wald näher zu bringen. Ideen entwickelt er derzeit mit einer Landschaftsarchitektin. „Ich stelle mir Stationen vor, an denen Kinder sehen, fühlen und riechen können“, erklärt Dahl und überlegt, die Knirpse mit Laufzetteln loszuschicken. Startpunkt wäre oben an der Kartoffelsackrutsche direkt im Erlebnis-Dorf. Einen separaten Eingang solle es nicht geben, ebenso plane er nicht, Eintritt für den Erlebnis-Wald zu nehmen.

Investor will auch Parkplatzprobleme lösen

Für das neue Projekt wolle er möglichst keinen einzigen Baum absägen. Der Erlebnisbereich werde sich in die Gegebenheiten einfügen. So könne sich Dahl vorstellen, dass es Rutschen gibt, die quasi aus den Hügeln herauskommen. „Was wir aber definitiv nicht machen werden, ist ein Kletterwald“, betont der Geschäftsmann. Davon gebe es auf Rügen genug. Wie viel Geld er in den Aufbau des Erlebnis-Walds investieren muss, kann er noch nicht abschätzen.

Gleichzeitig will Dahl gegen die Parkplatz-Probleme an seinem Zirkower Standort aktiv werden. „Vor allem im Juli und August ist das da dramatisch, das wissen wir auch. Ich glaube, dass wir dadurch auch ein bisschen Gäste in der Hauptsaison verlieren.“ Denn wenn die vorgesehenen Parkflächen voll sind, stellen sich selbst Familien mit Kindern direkt an den Rand der viel befahrenen B196 und wandern quer über die Fahrbahn, um zum Eingang des Erlebnis-Dorfes zu kommen. „Das ärgert nicht nur das Straßenbauamt und die Anwohner, sondern ist auch gefährlich für die Falschparker“, gibt Dahl zu bedenken. Ein Kiesabbaugebiet nordwestlich von „Karls“ könnte die Situation entspannen. Dort seien Stellplätze möglich. Der Weg zum Eingang führe dann direkt über die eh vorhandene Bedarfsfußgängerampel sicher über die Straße.

Die Fläche gehört der Gemeinde, ist aber laut Bürgermeister Jens Hoyer (Freie Wähler) verpachtet. Dahl suche nun das Gespräch mit dem Pächter. Gestern Abend hat der gelernte Obstbauer Dahl die Ideen zum Erlebnis-Wald in der Zirkower Gemeindevertretersitzung vorgestellt. „Noch müssen wir uns dazu nicht positionieren, es war ja nur eine Inforunde“, sagt das Gemeindeoberhaupt Hoyer, fügt aber hinzu: „Wir als Gemeinde versuchen Herrn Dahl da zu unterstützen, solange es zum Beispiel mit der Umwelt verträglich ist.“

Die Gemeinde wolle, dass da etwas passiert. Was bisher geschaffen wurde, sei positiv. „Und ganz ehrlich, wir sind auch Nutznießer, denn das Erlebnis-Dorf bringt uns auch Steuern ein“, sagt Hoyer.

Gleichzeitig betont er, wie wichtig es sei, an weitere Parkplätze zu denken. „Hätten wir alle geahnt, wie gut Karls hier ankommt, hätten wir bestimmt schon gleich mit mehr Stellflächen geplant“, sagt Hoyer.

Bis es auf Rügen wirklich mit dem Bau eines Erlebnis-Waldes los gehen könnte, werde noch mindestens ein Jahr vergehen. „Sofern alle Anträge genehmigt werden und nichts Größeres dazwischen kommt“, sagt Robert Dahl. Vor Mitte 2019 rechne er nicht mit einer Fertigstellung.

In Rövershagen öffnet Upcycling-Hotel

Konkreter sieht es mit dem wohl wichtigsten Neuzugang in Karls Erlebnis-Dorf in Rövershagen (Landkreis Rostock) aus. Dort eröffnet der 46-Jährige am 23. März – also kurz vor Ostern – das nach eigenen Angaben erste Upcycling-Hotel Deutschlands mit 50 Zimmern direkt auf dem Gelände des Erlebnis-Dorfes. Im „Alles Paletti“ haben Dahl und sein Kreativ-Team bis in die kleinste Ecke zuvor anderweitig gebrauchte Gegenstände umgewandelt und aufgewertet. Große Müllcontainer von der Rostocker Stadtentsorgung hat sich Dahl geholt – als Bänke für die Terrassen vor den Zimmern: Die Front ist weg, eine Sitzfläche drin und die Containerklappe kann nun als Sonnenschutz genutzt werden. Die Außenlampen mit anmontiertem Zimmernummerschild stecken in Waschmaschinentrommeln – vom Sperrmüll.

Auch Produkte aus dem Bauernmarkt finden Gäste wieder: Zum Beispiel aneinander geschmolzene Erdbeer-Marmeladengläser als Hinguckerfenster, um Bad und Zimmer optisch zu trennen. Oder den langen Holzlöffel aus der Marmeladen-Manufaktur, der im Schrank als Kleiderstange dient. Im dritten „Karls-Dorf“ Mecklenburg-Vorpommerns, in Koserow auf Usedom, soll 2019 eine Attraktion entstehen, die es nur dort geben wird. „Genaues gibt es noch nicht“, sagt Marketing-Chefin Nadja Schriever. „Der Standort bietet auf jeden Fall Erweiterungsmöglichkeiten.“ Mit den Besucherzahlen in Koserow, dem jüngsten Erlebnisdorf überhaupt, sei man durchaus zufrieden. „Wir haben viele Gäste aus dem Nachbarland Polen.“

Für die Fahrt in Karls erster Achterbahn müssen sich Besucher über die Landesgrenzen hinaus begeben: Sie soll ab Frühjahr im Erlebnis-Dorf in Elstal bei Berlin für Gekreische sorgen.

Claudia Tupeit

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