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Greifswald Greifswald: Hausbau am Ryck soll 2022 starten
Vorpommern Greifswald Greifswald: Hausbau am Ryck soll 2022 starten
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17:34 03.05.2019
So könnte sie aussehen, die Häuserzeile an der Uferpromenade des Ryck Quelle: BE Berlin
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Greifswald

Zum Jahreswechsel beginnen die Erschließungsarbeiten in dem neuen Wohngebiet an der Hafenstraße südlich der Straße An den Wurthen. Davon geht die Greifswalder Bauausschussvorsitzende Monique Wölk (SPD) aus. Mit dem Beschluss der Satzung zum B-Plan 55 durch die Bürgerschaft Ende April seien alle Weichen für die Bebauung von sechs Hektar östlich des Ryck gestellt (die OZ berichtete). Hier sollen einmal 1400 Bürger in rund 700 Wohnungen leben. 2022 werde der Bau der ersten Häuser starten, informiert Klaus Boemer. Er ist der Geschäftsführer der UTB Greifswalder Projektentwicklungs GmbH, die die Bürgerschaft mit der Umsetzung eines ehrgeizigen Projekts beauftragt hat: ein Modellgebiet mit guter sozialer Durchmischung. Die Spanne soll von Sozial- bis zu (teuren) Eigentumswohnungen reichen.

Aber noch ist das Projekt nicht in trockenen Tüchern. Noch steht nicht fest, was die UTB der Stadt für die Grundstücke überweisen muss. Und das wird immer mehr, wie jetzt bekannt wurde. Denn die Erwerber der Grundstücke der Straße An den Wurthen im B-Plan 55 sollen die geplante Lichtsignalanlage an der Einmündung zur Wolgaster Straße bezahlen. Das bestätigte Stadtsprecherin Andrea Reimann. Auf den B-Plan 55 entfallen knapp 60 Prozent der Kosten für die Ampel, die laut Gutachten erforderlich ist. Sonst müssten später die Autofahrer unter den hier lebenden 1400 Greifswaldern zu Spitzenzeiten endlos warten.

Was die UTB bezahlen muss, werde in der ersten Juniwoche feststehen, informiert Kreissprecherin Anke Radlof. Vorausgesetzt, es würden nicht noch einmal die Rahmenbedingungen geändert. Der Ausschuss hatte zum Jahreswechsel 2017/18 einen Preis von 8,9 Millionen Euro ermittelt, erinnert sie. Laut einem im Spätsommer letzten Jahres fertiggestellten Gutachten verteuern Schlamm und Moorboden im Untergrund den Bau von Straßen und Plätzen erheblich. Kosten, die letzten Endes die Investoren tragen müssen und Mieten verteuern. Wegen der Ergebnisse des Bodengutachtens beantragte Greifswald Ende Oktober 2018 eine Aktualisierung des Verkehrswertes. „Es hat vier Monate gedauert, bis wir alle nötigen Informationen hatten“, weist Radlof die Schuld an der langen Bearbeitungszeit weg vom Kreis.

Was letztens Endes verlangt wird, darüber mag keiner spekulieren. „Ich gehe davon aus, dass der Gutachterausschuss einen Preis aufruft, der so realistisch ist, dass er für uns akzeptabel ist“, sagt Klaus Boemer.

Nach dem Erwerb des Landes will die UTB mit einer Erschließungsgesellschaft das Areal erschließen, sprich Straßen bauen, Leitungen verlegen und so weiter. Das erschlossene Land wird dann an Investoren bzw. Partner verkauft, die allerdings auch nicht jeden Preis bezahlen. Die UTB wiederum muss bis zum Ende dieses Jahres eine geschlossene Finanzierung für den B-Plan 55 nachweisen, sonst ist sie raus.

Die Diakonie, die Wohnungsbau und Verwaltungsgesellschaft Greifswald (WVG) und die Wohnungsgenossenschaft Greifswald (WGG) gehören zu den lokalen Partnern. Sie waren gespannt darauf, was sie der UTB bezahlen müssten.

„Der Aufsichtsrat hat eine Obergrenze des Kaufpreises festgelegt“, informiert WVG-Sprecherin Jana Pohl. Das städtische Unternehmen wolle 100 geförderte Sozialwohnungen bauen. Der Vertrag zum Kauf werde derzeit mit der UTB verhandelt. Die WGG plane ein relativ kleines Quartier mit etwa 45 Wohnungen, das Familien und Senioren generationsübergreifend ansprechen soll, informiert der Kaufmännische Vorstand Klaas Schäfer, betont aber: „Wir würden hier gern bauen, aber nicht um jeden Preis.“

Das zunächst als Partner des Vorhabens gewonnene Studierendenwerk war bereits vorher ausgestiegen. Im B-Plan soll auch die Berliner Genossenschaft BeGeno 16 aktiv werden. Sie ist auch in anderen Projekten Partner der UTB. Die Berliner, die WVG, die WGG und die Diakonie sollen in der zweiten und dritten Reihe Richtung Alter Friedhof ihre Projekte verwirklichen.

In der ersten Reihe, direkt an der Hafenstraße sollen Eigentumswohnungen entstehen und private Bauherrengruppen investieren“, informiert Boemer. Gegenwärtig werde mit Interessenten verhandelt. Dass die Vermarktung dieser Filetgrundstücke Schwierigkeiten bereitet, kann er sich nicht vorstellen.

Die Vision

Etwa 1400 Bürger sollen am Ryck wohnen. Bei 20 Prozent der Wohnungen ist eine Kaltmiete von höchstens 5,50 bis 7,50 Euro je Quadratmeter vorgesehen.

60 Prozent der Wohnungen sollen kommunale oder sozial ausgerichtete Investoren errichten. Private Bauherren subventionieren laut Idee die Grundstückspreise für Sozialwohnungen.

Teil des Vorhabens sind der Bau einer Kindertagesstätte und einer Mobilitätszentrale. Sie wird auf vier Etagen Stellflächen bieten, darunter eine Carsharing-Zentrale mit Elektroautos. Zur Mobilitätszentrale sollen auch eine Paketstation, ein Hausmeisterservice, Lagerflächen gehören.

Eckhard Oberdörfer

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