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Greifswald Greifswalder Kernenergetiker in Russland gefragt
Vorpommern Greifswald Greifswalder Kernenergetiker in Russland gefragt
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22:37 19.07.2019
Peter Kroll übergab beim Festakt zum 65. Jahrestag des ersten wirtschaftlich betriebenen Kernkraftwerks in Obninsk sein Buch "Kunst und Kernenergie" Quelle: Eckhard Oberdörfer
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Greifswald

Der Greifswalder Professor Armin Münch (1930 bis 2013) hat einen Zyklus zur Kernenergie geschaffen. Helmut Maletzke (1920 bis 2017), Maler und Grafiker in Greifswald, schuf 14 Zeichnungen zum Bau des Kraftwerks bei Lubmin. Zu DDR-Zeiten pries ein monumentales Gemälde von Manfred Kandt (1922 bis 1992) die Segnungen der Bändigung des Atomfeuers. Kandt schuf für das Ferienheim „Roter Oktober“ (heute Baltic) in Zinnowitz ein Triptychon zum Uranbergbau. Schließlich war das Ostseebad wichtiger Urlaubsort der Beschäftigten der Sowjetisch-Deutschen Aktiengesellschaft „Wismut“.

Wie anregend die friedliche Nutzung der Kernenergie auch für Künstler war, das hat der 81-jährige Ingenieur Peter Kroll in seinem Buch „Kunst und Kernenergie. Ein Beitrag zur Kulturgeschichte der Kernenergie“ eingehend beschrieben. Über 1.300 Objekte haben er und sein Bruder Paul zu diesem Thema seit 2001 gesammelt. Beide haben Jahrzehnte in Lubmin gearbeitet. In der DDR war die Nutzung der Kernenergie für die große Mehrheit der Menschen kein Problem. In fortschrittsgläubigen Zeiten zierte das Bild der ersten Reaktoroperatorin Karin Krusché im KKW Rheinsberg die Rückseite des Zehn-Mark-Scheins mit der kommunistischen Politikerin und Frauenrechtlerin Clara Zetkin (1857 bis 1933) auf der Vorderseite.

Während in Deutschland heutzutage eine Mehrheit der Menschen, Kernkraftwerke ablehnt, ist das beispielsweise in Russland anders. Ende Juni wurde jetzt dort groß der 65. Jahrestag der Inbetriebnahme der KKW in Obninsk bei Moskau mit vielen Gästen, darunter auch von der Internationalen Atomenergiebehörde, gefeiert. Es gilt als erstes wirtschaftlich genutztes Kernkraftwerk der Welt. Als deutsche Gäste waren Peter Kroll und Uwe Durak dabei. Auch letzterer ist ein früherer Kernkraftwerker und hat in Moskau am dortigen Energieinstitut studiert. Durak ist der Vorsitzende des Vereins der Greifswalder Bücherfreunde, in dessen Räumen schon eine Ausstellung „Kunst und Kernenergie“ zu sehen war.

„Wir haben bei der Feier in Obninsk eines der Bücher von Peter Kroll übergeben“, erzählt Uwe Durak. „Das Interesse war sehr groß und zog weitere Bitten um Bücher nach sich.“ Auch das Moskauer Energieinstitut, das die Greifswalder ebenfalls besuchten, habe nun auch ein Buch Peter Krolls.

es ist sehr politisch, stark antikapitalistisch und auch ein flammender Appell gegen Atomwaffen. Paul Kroll wirbt seit Jahren Kunst und Kernenergie als ein Greifswalder Alleinstellungsmerkmal zu sehe. Ein modernes Argument ist die Forschung zur Kernfusion im Greifswalder Max-Planck-Institut.

Das Buch von Peter Kroll gibt es nicht im Handel. Wer mehr über den Inhalt und über die Russlandreise erfahren will, ist am 25. Juli um 17 Uhr in de WGG-Nachbarschaftstreff in der Rigaer Straße 10 (Greifswald) willkommen.

Eckhard Oberdörfer

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